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Sale A166 Lot 181 - 20 September 2014 10:00

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MANUSKRIPTE - Paulus-Kommentar. Lateinische Handschrift auf Pergament. Mit 13 mehrzeiligen floralen Initialen in Grün, Gelb, Rot u. Blau, und einer weiteren Intiale in Rot. 23 Zeilen Textura mit zahlr. zwischenzeiligen und marginalen Glossen in brauner Tinte. Wohl Mittelitalien, zweite Hälfte des 12. Jhs. 4°. Blattgrösse 28,3 x 17 cm. Schriftspiegel 20 x 7 cm. [128] fols. Rest. Halbleder-Einband unter Verwendung alter Holzdeckel über 6 Bünden mit 6 kl. Messing-Beschlägen (Schliesse fehlt, Deckel berieben und wurmstichig; Innendeckel mit Manuskript-Fragmenten bezogen. Restaurierungsvermerk von John Smart, 1989).
Bedeutende Handschrift, die einen seltenen Einblick in die Praxis der Kommentierung biblischer Texte im 12. Jahrhundert gewährt. Das vorliegende Manuskript wurde von der Forschung in Zusammenhang mit der Kommentierungspraxis des Anselm von Laon (gest. 1117) und seiner Schüler gebracht. Die Glossa ordinaria (auch: Glossa parva, Glossa Laonis) liefert zum Bibeltext einen ausgewählten Fundus von patristischen und mittelalterlichen Erklärungen, und zwar nicht nur des Wortlauts, sondern auch des allegorischen Sinns. - Jede der leuchtend illuminierten Initialen steht am Beginn eines Paulus-Briefes, nämlich auf Bll. 25r, 53r, 63v, 72r, 80r, 85v, 90v, 95r, 98r, 104r, 108v, 111v und 112v. - Es fehlen Bll. 2, 4, vier Bll. nach fol. 56 und 2 weisse am Schluss. - Anfangs mit Wurmgängen (auf dem ersten Blatt mit kl. Textverlusten geschlossen), das letzte Blatt mit ergänzten Fehlstellen u. ebenfalls etw. Textverlust. Ansonsten nur wenige Eck-Abrisse restauriert, ganz ausgezeichnet erhaltenes bzw. konserviertes Exemplar.

Provenienz: Das Manuskript befand sich im 19. Jahrhundert offenbar in Frankreich, bevor es über Umwege 1931 seinen Weg in die Sammlung Walter B. Beals (Olympia, USA) fand. Es ist deshalb verzeichnet bei: S. de Ricci u. W. J. Wilson. Catalogue of Medieval and Renaissance Manuscripts in the United States and Canada II (1937), S. 2189, Nr. 5. - Später: Schøyen Collection, Auktion Sotheby's (2002). - Seither in Privatbesitz in der Schweiz.


CHF 70 000.- / 90 000.-
€ 58 330.- / 75 000.-