Back to the lot list  

Enquiry    Bid & Track   Send to a friend

Sale A166 Lot 244 - 20 September 2014 10:00

English translation is not yet available. Please check back later.

INKUNABELN - Aesop. Fabule et Vita esopi: cum fabulis Aviani: Alfonsii: Pogii florentini: et aliorum: cum optimo commento: bene diligentero correcte et emendate. Durchgängig mit rot rubriziert. Mit kol. Titelholzschnitt u. 183 (st. 193; davon 15 kol.) Textholzschnitten. Durchgehend in Rot rubriziert. Hunderte gemalte Initialen bzw. Lombarden in Rot und Blau. Antwerpen, Gerard Leeu, 26. September 1486. 4°. [98] (st. 104) Bll. Got. Typ., 46-50 Zeilen. Blattgröße: 28,0 x 19,5 cm. Satzspiegel: ca. 22,5 x 13,5 cm. Restaurierter Lederband d. Z. über Holzdeckeln mit Streicheisenverzierung auf Deckeln, hs. Rückensch. und 2 neuen Messingschliessen im Stil d. Z. (Rückensch. nur fragmentarisch erhalten, Rücken erneuert, Fehlstellen im Bezug restauriert, minimal kratzspurig, winzige Wurmlöchlein).
GW 349 - Hain/C. 329 - Goff A114 - Camp 26 - ILC 23 - ISTC ia00114000 - Pell 210 - Hillard 31 - Polain(B) 39 - IDL 90 - SI 46 - IGI 75 - Madsen 23, 24, T1 - Oates 3887 - BMC IX 187 - Proctor 9361.

Inhalt: 1. Vita, lat. von Rinucius. 2. Fabulae, lib. I–IV. in der Fassung des Romulus nebst den Versen des Anonymus Neveleti. 3. Fabulae Extravagantes 4. Fabulae novae, lat. von Rinucius (fehlt in unserem Expl.) 5. Fabulae Aviani 6. Fabulae collectae.

Heinrich Steinhöwel hatte erstmals 1476 eine Sammlung aesopscher Fabeln nach verschiedenen lateinischen Fassungen veröffentlicht. Den "Ulmer Aesop" ergänzte er mit einer Lebensbeschreibung des Dichters, Erzählungen von Petrus Alphonsus und Poggios. "Mit einem Schlag war der Aesop ein Volksbuch geworden. Allein vor dem Jahre 1500 erlebte er zwanzig illustrierte Ausgaben in Deutschland, deren Schnittte sämtlich direkt oder indirekt auf den Holzschnitten der Ulmer Ausgabe basieren." (Erwin Rosenthal: Die Anfänge der Holzschnitt-Illustration in Ulm, Diss. Halle 1912, S. 40). - Die Holzschnitte entstanden zur Blütezeit des Ulmer Holzschnittes, sie zeichnen sich durch hohe Plastizität, einen sicheren Umgang mit Räumlichkeit und die charakteristische Darstellung der Tiere und Menschen, bis hin zur Stimmungen wiedergebenden Mimik, aus. - Titel sowie 11 Holzschnitte der vita aesopus sind zeitgenössisch koloriert, 4 weitere alt ankoloriert. Restliche 168 Holzschnitte unkoloriert aber teilweise mit der Hand des Rubrikators in Rot glossiert (Blut, Hahnekamm etc.).

Es fehlen die Blatt a2, a5, b3, b4 und f3 (mit insgesamt 9 Holzschnitten). - Finger- u. Leimflecken (stellenweise stärker). Teils leicht stockfleckig. Titel und Blatt a3 stärker fingerfleckig und mit hinterlegten Wurmlöchern. Titel mit zwei größeren, professionell restaurierten Einrissen, sauber reparierte Randeinrisse und -fehlstellen auf Blatt c2, c3, d1, d5, h8, C6, D2, D4, D5 und H3.
Ca. 15 Blatt etwas finger- und schmutzfleckig, Blatt e1 und g2 stärker. Blatt f1 mit großem hinterlegten Eckausriss mit Textverlust und Verlust eines Holzschnittes. Titel, erstes und letztes Blatt gestempelt. Zahlr. hs. Marginalien d. Z., teils. hs. num. Bll. - Das Buch wurde unter weitgehender Erhaltung der Originalsubstanz sorgfältig restauriert. U.a. wurden Einbandrücken und -ecken mit Leder unterfüttert, die Schliessbügel erneuert und ein längsseitiger Riss im Vorderdeckel beseitigt, schlieslich das Werk neu aufgebunden. Am Papier wurden zahlreiche Verklebungen beseitigt und diverse Risse geschlossen. Die ehemals vorhandenen Wasserflecken wurden mittels schonender Reinigung (Wasserbad) beseitigt. Das Werk liegt in einem sehr passablen und attraktiven Zustand vor.

Provenienz: Namensstempel Prof. Victor Goldschmidt / Heidelberg auf letztem Blatt.

CHF 70 000.- / 100 000.-
€ 58 330.- / 83 330.-