Tribal Art - Auction 20 June 2011- Highlights
PDF catalogue

1147  

KOTA RELIQUIARFIGUR. Gabun. H 65 cm.
Die zweidimensionale Konzeption der stark abstrahierten Reliquiarfiguren der Kota ist einmalig in der afrikanischen Kunst. Aus Holz geschnitzt und mit verschieden farbigen Metall-Legierungen belegt, zeigt diese Figur - auf dem formal bis ins Extreme reduzierten Körper - einen von einer prächtigen Frisur umrahmten Kopf mit einem konkaven, wachsamen Gesicht. Die mbulu-ngulu genannten Figuren krönten und bewachten die Körbe, in welchen Schädel und sonstige Reliquien bedeutender Verstorbener aufbewahrt wurden. Bei bestimmten Zeremonien wurden die ansonsten verborgen gehaltenen Reliquiare für die ganze Klangemeinschaft sichtbar präsentiert. Dass Pablo Picasso selber zwei Kota-Reliquiarfiguren in seiner Sammlung afrikanischer Kunst besass, verwundert nicht. Kunstwerke dieser Art zählen zu den wichtigen Impulsgebern für die Kunst des 20. Jahrhunderts: Als Europas Künstler um die Jahrhundertwende die Suche nach einer Befreiung aus abendländischen Denk- und Kunstmustern antraten, favorisierten sie den Wandel von der wahrnehmungsbetonten zu einer konzeptuellen Kunst. Im Zuge dieser Auseinandersetzung entstand u.a. der Kubismus als eine der wichtigsten Kunstströmungen der Moderne.

Sold for CHF 26 400, incl. buyers premium

For the high resolution picture please click on the image.

1147  

DJENNÉ FIGUR. Mali. H 14 cm. Kupferlegierung.
Provenienz: Nachlass Dr. Sarasin, Genf. Thermolumineszenz-Altersbestimmung: ca. 420 Jahre. Die alte Stadt Djenné wurde um 800 n. Chr. gegründet und gehörte zum Reich Ghana. Sie war die wesentlichste Handelsstation für Karawanen, die die Sahara durchquerten, und damit auch Bindeglied zwischen Schwarzafrika und Mittelmeer.

Sold for CHF 48 000, incl. buyers premium

For the high resolution picture please click on the image.

1147  

LOBI FIGUR. Burkina Faso. H 58 cm.
Provenienz: Ilia Malichin, Baden Baden. 1979 in Gaoua erworben. Deutsche Privatsammlung. Publiziert: Meyer, Piet (1981). Kunst und Religion der Lobi. Zürich: Museum Rietberg. Kat. Nr. 175. Ausgestellt: 1981, Museum Rietberg, Zürich. Diese Figur lässt sich laut Piet Meyer innerhalb des Œuvre von Sikire Kambire, dem wohl bekanntesten aller Lobi-Schnitzer, in den 1930er Jahren situieren. bateba-Schreinfiguren der Lobi vereinten menschenähnliches Aussehen mit übermenschlichen Qualitäten. Sie schützten ihre Besitzer vor unzugänglichen Bereichen wie bösen Gedanken und Hexerei.


Sold for CHF 21 600, incl. buyers premium

For the high resolution picture please click on the image.