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拍品 3009 - Z38 瑞士艺术 - Freitag, 26. Juni 2015, 02.00 PM

CASPAR WOLF

(Muri 1735–1783 Heidelberg)
Blick vom Muntiggalm über den Seebergsee auf die Stockhornkette und den Männiggrat. Um 1778.
Öl auf Leinwand.
Auf dem Fels im Vordergrund signiert: C. Wolf.
54 x 76 cm.

Provenienz: - Galerie Dr. Raeber, Basel Nr. 4781 (verso Etikette). - Sammlung Prof. E. Maurer, Zürich. - Schweizer Privatsammlung. Ausstellungen: - Zofingen, Kunstkommission Zofingen, Nr. 19 (verso Etikette). - Basel, 19.10.2014-1.2.2015, Caspar Wolf und die ästhetische Eroberung der Natur, Kunstmuseum Basel, Nr. 34 (verso Etikette). Literatur: - Raeber, Willi: Caspar Wolf (1735-1783) - Sein Leben und sein Werk, Aarau 1979, S. 303, Nr. 389 (mit Abb.). - Ausst. Kat. Caspar Wolf und die ästhetische Eroberung der Natur, Basel 2014, S. 109, Nr. 34 (mit Abb. S. 45.). Der im Jahre 1735 in Muri geborene Caspar Wolf zählt heute zu den Pionieren der Alpenmalerei. Er wagte sich als einer der ersten in die lange Zeit als unheimlich und bedrohlich empfundene Bergwelt vor und öffnete mit seinen grossartigen Bildern den Blick auf die Schweiz und die Alpen. Er drang gegenüber anderen Protagonisten dieser Gattung, beispielsweise Jan Janszoon Hackaert, Conrad Meyer und Felix Meyer sowie Zeitgenosse Johann Ludwig Aberli viel tiefer in die Bergwelt ein und bescherte dem staunenden Betrachter, damals wie heute, einen unvergleichlichen Ausblick. Wolfs Hauptwerke entstanden 1774-78 unter dem Eindruck der aufgeklärten Forscher um Albrecht von Haller (1708-1777), die sich mit Fragen der alpinen Geologie und Geomorphologie beschäftigten. Der Künstler schärfte auf teils wagemutigen Wanderungen den Blick für die Tektonik der Alpen mit ihren Gletschern, Sturzbächen und den von Erosion gezeichneten Geröllhalden. Vor dem Motiv fertigte er in flüssiger (kälteunempfindlicher) Ölfarbe auf Karton topografisch präzise Studien an. Zeichnungen und Gouachen vervollständigten sein Werk. Zurück in Bern malte er im Atelier die Gemälde, die er wiederum in die Berge mitnahm, um sie in einem letzten Schritt vor Ort zu überprüfen und zu korrigieren (siehe Sikart, Sandi Paucic). Sein Handwerk erlernte Wolf bei diversen Lehrern in der Schweiz, im süddeutschen Raum und in Paris. So kehrte der Künstler nach mehrjährigen Wander- und Gesellenjahren wohl bereits um 1760 in die Schweiz zurück. Aus diesem Jahr ist bekannt, dass Caspar Wolf das Altarbild der Tellskapelle malte. Erst im Jahre 1774 lässt sich der Künstler jedoch definitiv in Bern nieder. Von da aus unternimmt der Maler zahlreiche Reisen in die Innerschweiz, begleitet von namhaften Naturforschern. In diesem Kontext ist somit auch die Malerei Caspar Wolfs zwischen 1774 und 1778 zu verstehen. Die Hauptwerke des Künstlers, welche in dieser Zeit entstanden sind, ergründen die ästhetische Erhabenheit der Schweizer Alpenwelt und sind zugleich geologische sowie geomorphologische Quellen. Diese Kombination der Wissenschaften macht Caspar Wolf nicht nur zu einem ausgezeichneten Beobachter und Maler sondern des Weiteren zu einem Zeitzeugen der besonderen Art. Die Orte und Gipfel welche Wolf und seine Begleiter in der Zeit erklommen haben, sind in diesen Tagen mehrheitlich unberührte und unwegsame Ziele. Mut und Abenteuerdrang erlauben es demnach den Pionieren dieser Tage einmalige und zu der Zeit einzigartige Darstellungen der Schweizer Alpen widerzugeben. So wird auch deutlich, dass die Stiche und Nachdrucke von Wolfs Werk grossen Anklang gefunden haben und das hier angebotene Gemälde beispielsweise durch Caspar Leontius Wyss (1762-1798) nach Wolfs Vorlage nachentworfen wurde. Jüngst wurde das Werk Caspar Wolfs im Kunstmuseum Basel unter dem Titel "Die ästhetische Eroberung der Natur" umfangreich kuratiert. Das hier angebotene Gemälde wurde an dieser Stelle ebenfalls gezeigt und im Katalogbeitrag von Gille Monney gewürdigt (vgl. Ausst. Kat. Basel, 2014, S. 46ff). Das angebotene Werk besticht durch seine besondere Perspektive. Wolf zeigt den Blick von Muntiggalm über den Seebergsee wobei im Hintergrund bildmittig das Stockhorn und rechts leicht im Nebel gelegen der Niesen erkennbar sind. Die Vorstudie zu diesem Gemälde malte Wolf mit Bleistift und Öl auf Karton und diese befindet sich heute in der Kunstsammlung des Kantons Aarau (siehe Raeber 1979, S. 303 Nr. 388). Ein besonderes Detail ist die Selbstreferenz des Künstlers als Staffagefigur am unteren rechten Bildrand, wodurch dem Betrachter die ungeahnten Grössenverhältnisse der Bergwelt deutlich vor Augen geführt werden und die Aussicht umso imposanter wirkt. Gleichzeitig reduziert und interpretiert Wolf Form und Farbe soweit, dass eine modern anmutende Landschaft entsteht von der aus ein Bogen bis zu den Szenerien eines Vallottons führt und das Werk über die reine Wiedergabe des Gesehenen hinaus zu einer künstlerischen Interpretation der Landschaft an sich erhebt.

CHF 80 000 / 130 000 | (€ 82 470 / 134 020)

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