Lot 3011 - A194 Gemälde Alter Meister & des 19. Jhs. - Freitag, 25. September 2020, 14.00 Uhr

TOMASO D’ANTONIO MANZUOLI genannt MASO DA SAN FRIANO

(um 1531 Florenz 1571)
Madonna mit Kind und Johannes dem Täufer.
Öl auf Holz.
60,5 × 43 cm.

Provenienz:
- Auktion Sotheby’s, London, 21.3.1973, Los 50.
- Kunsthandel Colnaghi, London, 1978.
- Schweizer Privatbesitz.

Literatur:
Luisa Vertova: Il prestigio delle corti e il clan dei Traballesi, in: Kunst des Cinquecento in der Toskana, München 1992, S. 287 und 291, Fussnote 10, Abb. 13.

Diese Heilige Familie ist ein seltenes erhaltenes Beispiel für das Spätwerk des Malers Tomaso d’Antonio Manzuoli, besser bekannt als Maso da San Friano. Wir kennen zwei grössere, jedoch nicht identische Versionen dieser Komposition, die sich im Dom von Prato und in der Birmingham Art Gallery (Inv.-Nr. 1966P41) erhalten haben.
Über die Ausbildung und den Werdegang von Maso da San Friano ist nur sehr wenig überliefert. In den zeitgenössischen Künstlerbiografien fand der Künstler kaum Beachtung: die Bedeutung seines künstlerischen Schaffens fand erst Anerkennung, als Vasari die zweite Edition seiner Künstlerviten vollendet hatte; und Masos Tod lag schon einige Zeit zurück, bevor Raffaello Borghini "Il Riposo" publizierte. Offenbar verbrachte er sein gesamtes Leben in Florenz, wo er von Andrea del Sarto (1486–1530) und Pontormo (1494–1557) ausgebildet wurde. Insbesondere wird dies in der monumentalen Konstruktion seiner Figuren sowie in der von Pontormos koloristischen Feinfühligkeit geprägten Farbpalette greifbar. Gegen Ende seines Schaffens, um 1570, wurde Maso mit der Ausstattung des Studiolo von Francesco I. (1541–1587) im Palazzo Vecchio betraut. "Die Diamantmine" (heute im Palazzo Vecchio, Florenz) und "Der Sturz des Ikarus" (ebenda) gehen auf diese Auftragsarbeit zurück. Dennoch haben sich sehr wenige Arbeiten von Maso da San Friano erhalten.

CHF 20 000 / 30 000

€ 17 540 / 26 320