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Lot 5720 - ibid128 online only Photographie - Donnerstag, 07. Juli 2022, 13.00 Uhr

THOMAS RUFF

(Zell am Harmersbach 1958–lebt und arbeitet in Düsseldorf)
Phg.01 I, 2013.
C-Print, Diasec.
Bildmass 234 × 164 cm; Blattgrösse 250 x 182 cm.
Gerahmt. Auf Rahmen verso voll signiert, nummeriert 1/4 (+1 AP) und datiert.

Literatur: Susanne Gaensheimer und Falk Wolf (Hrsg.). Thomas Ruff. Ausstellungskatalog Kunstsammlung, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 12.9.2020–7.2. 2021, München, u. a. 2020 (Abb. S. 141).

Provenienz:
- Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf.
- Vom heutigen Besitzer 2014 bei obiger Galerie erworben, seitdem Privatsammlung Schweiz.

Die vorliegende Arbeit entstand inspiriert von den frühen surrealistischen Photogrammen László Moholy-Nagys und Man Rays wie auch durch die späteren Arbeiten Christian Schads, die in experimenteller Art und Weise Schwarz-Weiss-Photographien anfertigten, ohne eine Kamera zu verwenden. Damals noch direkte Lichtabdrucke von Objekten, die auf Photopapier gelegt wurden, heute kein eigentliches Abbild mehr, sondern digital hergestellte Bilder. Wie so häufig greift der innovative Photo-Künstler eine Idee auf und überträgt sie in die digitale Welt. Die Objekte werden nicht mehr in der Dunkelkammer, sondern direkt im Computer mithilfe einer eigens für den Künstler entwickelten Software dreidimensional projiziert, virtuell bewegt und dem Licht ausgesetzt - er schafft sich in diesem Sinne seine eigene virtuelle Dunkelkammer. Die hier erzeugten Formen, Kreise, Wellen, Linien, Kristalle, Spiralen, Linsen und Schablonen hinterlassen Spuren, die schliesslich auf richtiges/ reales Papier als C-Prints übertragen werden. "Der Reiz am Fotogramm: Es ist Fotografie, keine Objekte, was auf den Bildern zu sehen ist, ist nur der Schatten. Es ist ein bisschen wie in Platons Höhle, wo man nur erahnen kann, wie die Objekte, eben auch hier" so der Künstler. Anders als die Schwarz-Weiss-Bilder der analogen Photogramme kann er nun auch farbige Bilder schaffen. Da es sich um enorm hochaufgelöste Bilddateien handelt, die die Leistung eines handelsüblichen Computers wesentlich übersteigen, liessen sich seine Ideen aber nur mittels der Superrechner des Forschungszentrums in Jülich realisieren. Dort entstanden binnen vier Monaten 15 Bilder. Hat das noch irgendetwas mit Photographie zu tun? "Wenn Sie mich fragen: ‚Herr Ruff, sind Sie Fotograf?' Dann würde ich sagen: nein, ich bin Künstler."

CHF 30 000 / 50 000 | (€ 30 000 / 50 000)