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Lot 3417* - Z35 PostWar & Contemporary - Samstag, 07. Dezember 2013, 16.00 Uhr

SERGE POLIAKOFF

(Moskau 1900–1969 Paris)
Composition abstraite 62-17. 1962.
Öl auf Leinwand.
Unten mittig signiert: Serge Poliakoff. Zudem verso auf Leinwand signiert: Serge Poliakoff.
73 x 60 cm.

Die Authentizität des Werkes wurde von Alexis Poliakoff,Paris, bestätigt. Es ist dort im Archiv unter der Nummer 962030 registriert. Provenienz: - Galerie Erval, Paris. - Privatsammlung Frankreich. Ausstellung: - London 1963: Whitechapel Gallery. Serge Poliakoff, 17.04 - 19.05.1963, Kat.Nr. 68. - L'Isle-sur-la-Sorgue 1986: Campredon Art et Culture. Serge Poliakoff. 4. Juli - 12. Oktober 1986, Nr. 22. Literatur: - Poliakoff, Alexis. Catalogue Raisonné de l'œuvre de Serge Poliakoff, Bd. III 1959-1962, München, Kat.Nr. 62-17 (mit Farbabb. S.290). Serge Poliakoff, russisch-französischer Künstler, der sich 1923 in Paris niederlässt und sich vorerst als Musiker (klassischer Gitarrist) einen Namen macht, kommt durch seine Freundschaft mit Wassily Kandinsky und später mit dem Ehepaar Sonia und Robert Delaunay zu seiner eigenen Formen- und Bildsprache. In seinem Werk ist die Farbigkeit von Anfang an losgelöst von einer darstellenden (repräsentativen) Funktion - Farbe steht, wie etwa beim Orphismus der Delaunays, für Dynamik und Emotionalität. Nach ersten Studien in Paris (ab 1927), geht Poliakoff für 2 Jahre an die Slade School of Art in London und kehrt 1937 nach Paris zurück. Gleich danach findet er seine unverkennbare Kompositionstechnik. Es entstehen bald die für ihn typischen Farb-Flächenbilder, seine "Farbakkorde". Der gelernte Musiker kennt dieses Prinzip von der musikalischen Kompositionslehre her: So wie in der "Polyphonie" die Mehrstimmigkeit einer Komposition durch nebeneinanderliegende, selbstständige Stimmen bestimmt wird, ordnen sich in der "Homophonie" die Begleitakkorde einer Hauptstimme unter. Poliakoff kennt in seinem malerischen Werk beide Prinzipien. In den frühen 50er-Jahren entstehen erste rein monochrome Werke, mit Farbfeldern, die Nuancen einer einzelnen Farbe verdichten. Gleichzeitig experimentiert er aber auch mit dem Nebeneinander vieler unterschiedlicher, sich abgrenzenden Farbfelder, einer sinnlichen, fast wilden Chromatik. Im vorliegenden Werk , "Composition abstraite 62-17", werden beide oben beschriebenen Kompositionstechniken nebeneinandergestellt. Der Dialog zweier Farben ist das vordergründig sichtbare Prinzip dieses Werkes. Das teilweise monochrom gehaltene Rot liegt im Dialog mit dem wolkig verspielten Dunkelblau des ergänzenden Farbfeldes. Die Berührungsgrenzen der beiden Farben sind, wie oft bei Poliakoff, streng trennend. Es ist nicht übertrieben, Poliakoff als einen Künstler zu bezeichnen, der mit Farben reine, abstrakte "Musik" macht. 1959 und 1964 wird Poliakoff an die "documenta" 2 und 3 nach Kassel eingeladen. 1965 gewinnt er den Hauptpreis an der Biennale in Tokio. Er stirbt 1969 in Paris.

CHF 220 000 / 280 000 | (€ 205 610 / 261 680)

Verkauft für CHF 324 000