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Lot 3053* - A170 Gemälde Alter Meister - Freitag, 19. September 2014, 15.00 Uhr

JAN MORTEL

(1650 Leiden 1719)
Früchtestillleben mit Pfirsichen, Trauben, Aprikosen, Melone, Bitterorangen, einem Maiskolben und verschiedenen kleinen Insekten.
Öl auf Leinwand.
87,4 x 68,9 cm.

Gutachten (als Gegenstück zu Los 3054): Dr. Sam Segal, 1.4.2008. Provenienz: - Wohl Auktion Commissaire-Priseur Baudoin (Experte Jean Baptiste Pierre Lebrun), Paris 26.12.1797, Los 77 „Un vase orné de bas-reliefs, où l’on remarque un pavot rouge, des roses, tulips, etc. : sur l’appui des fraises dans un feuille de choux & différents insects, etc. Tableau pouvant servir de pendant au précèdent.“ (Eine mit Ornamenten verzierte Vase, mit rotem Klatschmohn, Rosen, Tulpen, etc., Erdbeeren in einem Kohlblatt auf einer Balustrade und mit verschiedenen Insekten, etc. Das Gemälde kann als Gegenstück zu dem folgenden Los verstanden werden). - Auktion Lange, Berlin, 7.4.1938, Los 32 (zusammen mit folgendem Los als von Franz Werner von Tamm). - Privatsammlung. - Auktion Christie's, Amsterdam, 14.11.2007, Los 237 (zusammen mit folgendem Los). - Galerie St. Honoré, Paris. - Europäische Privatsammlung. Das Gemälde ist im RKD, Den Haag, unter der Nummer 195907 als ein eigenhändiges Werk Jan Mortels archiviert. Diese beiden eindrucksvollen Stillleben (Lose 3053 und 3054) identifiziert Sam Segal als charakteristische Arbeiten des Leidener Malers Jan Mortel. Nur wenige Beispiele in dieser imposanten Grösse sind vom Künstler bekannt. Segal datiert das Früchtestillleben auf circa 1705, während der Blumenstrauss wohl nach 1710 entstanden ist. Die Gemälde sind vermutlich erst später zusammengefügt worden und wurden an der Auktion 1797 als Pendants verkauft. Stilistisch lassen sich die Darstellungen der Früchte und Insekten mit signierten und datierten Arbeiten Mortels vergleichen. So findet sich beispielsweise auf dem datierten Gemälde von 1682 eine ähnliche Bitterorange (ehemals Galerie Peter de Boer, Amsterdam, Öl auf Leinwand, 49 x 42 cm). Diese findet sich auch in dem 1688 datierten Stillleben auf einem similären Mauervorsprung, heute im Fine Arts Museum in Budapest (Öl auf Leinwand, 53,3 x 39,5 cm). Eine sich heute in niederländischem Privatbesitz befindliche Darstellung zeigt ebenfalls rote Paprikaschoten sowie den Käfer, der in unserem Blumenstillleben aufgegriffen wird (für weitere Vergleiche siehe Gutachten Dr. Sam Segal). Jan Mortel wurde in Leiden 1652 geboren und war Schüler Jan Porcellis d. J. van Delden, Enkel des bekannten Marinemalers Jan Porcellis d. Ä. Bereits 1668 ist Mortel als Maler aufgeführt und im Jahre 1675 wurde er Mitglied der Leidener Malergilde. Von dieser Zeit bis 1716 sind datierte Arbeiten überliefert. Neben Stillleben, die der Tradition Jan Davidsz. de Heem folgen, finden sich in seinem Oeuvre auch Einzel- und Familienporträts sowie Küchendarstellungen. Seine Gemälde lassen sich mit Werken seiner zeitgenössischen Malerkollegen in Leiden in Verbindung bringen, wie Pieter de Ring, Harem Loedingh und Johannes Hannot. Allerdings zeichnet sich Mortels Oeuvre durch einen ganz individuellen und charakteristischen Stil aus. 1690 wurde Mortel zum Blumenillustrator des botanischen Gartens der Universität in Leiden "plantarum horti Academici delineator" ernannt sowie 1711 als "pictor horti Academici" für die Dekoration. Jan Mortels Gemälde können heute in zahlreichen Museen angetroffen werden, darunter in Antwerpen (Museum Smidt van Gelder), in Bergen (Norwegen), Budapest, Den Haag (Museum Mesdag), Halle, Leiden, Oxford, Philiadelphia (La Salle University Art Museum), San Francisco und Stockholm (National Museum and University). Dieses sowie das folgende Los werden in enchère réservée versteigert.

CHF 120 000 / 180 000 | (€ 120 000 / 180 000)

Verkauft für CHF 96 000