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Lot 3225 - Z39 Impressionismus & Moderne - Freitag, 04. Dezember 2015, 16.00 Uhr

SCHMALZIGAUG, JULES

(Antwerpen 1882 - 1917 Den Haag)
Sviluppo di un ritmo: Luce. 1914.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts signiert und datiert: Schmalzigaug 1914.
81 x 65 cm.

Die Authentizität dieses Werkes wurde von Ronny van de Velde bestätigt. Wir danken ihm für seine wissenschaftliche Unterstützung. Provenienz: - Privatsammlung Italien, direkt beim Künstler erworben. - Privatsammlung Schweiz (durch Erbschaft an den heutigen Eigentümer, Urenkel). Ausstellung: Rom 1914, Esposizione Libera Futurista Internazionale, April - Mai 1914, Galleria Futurista (Guiseppe Sprovieri), S. 40, Nr. 3. Literatur: Mertens, Phil: Jules Schmalzigaug 1882, Brüssel 1984, S. 94 und 96. 1912 besucht Jules Schmalzigaug die futuristische Ausstellung in der Galerie Bernheim-Jeune in Paris, die ihn sehr beeinflusst. Er lernt die Vertreter dieser radikalen Kunstrichtung kennen, von denen viele aus Italien stammen. Danach reist er nach Venedig, wo seine bedeutendsten Arbeiten entstehen. Sechs Werke stellt er 1914 in Rom in der bedeutenden Futuristenausstellung bei Guiseppe Sprovieri aus; zwei von diesen Bildern dürfen wir hier präsentieren, sie sind seit damals nicht mehr öffentlich gezeigt worden. Mittlerweile, ganz dem Credo dieser neuen Kunstideologie verpflichtet, bricht Schmalzigaug mit der Vergangenheit und wendet den Blick nach vorne. Kraftvoll und kompromisslos entwirft er Kompositionen, die dem Divisionismus von Severini und Boccionis "Stati d'animo" entsprechen. Man verspürt bei der Betrachtung seiner Gemälde geradezu einen Tanz von Licht, Farbe und Formen. Nach dieser intensiven Schaffensphase von etwa zwei Jahren gerät Schmalzigaug zunehmend in Depressionen und sieht keine Möglichkeit, je wieder diese Stärke erreichen zu können. Wohl als trauriger Ausdruck seiner Radikalität begeht er im Alter von nur 35 Suizid und hinterlässt ein sehr kleines, aber extrem impulsives Oeuvre. Erst seit Kurzem werden Schmalzigaugs Werke wieder durch grössere Ausstellungen und aufsehenerregende Auktionsergebnisse gewürdigt; auf dem Markt sind seine Arbeiten nur äusserst selten zu finden. Wir freuen uns sehr, zwei Gemälde aus seiner futuristischen Schaffensphase anbieten zu können. Sie wurden wohl im Zusammenhang mit der Ausstellung in Italien gekauft und blieben immer in der gleichen Familie.

CHF 60 000 / 100 000 | (€ 60 000 / 100 000)

Verkauft für CHF 240 500 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr