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Lot 3431* - Z34 PostWar & Contemporary - Samstag, 22. Juni 2013, 16.00 Uhr

LUCIO FONTANA

(Rosario 1899–1968 Varese)
Concetto Spaziale - Attesa. 1963/64.
Idropittura auf Leinwand.
Verso signiert, bezeichnet und datiert: Fontana Concetto Spaziale - Attesa. Para Mano L.Fontana.
22,5 x 16,5cm.

Mit einer Bestätigung der Fondazione Lucio Fontana, Mailand. Das Werk ist dort unter der Nummer 2566/1 archiviert. Provenienz: - Galerie Schwarzer, Düsseldorf. - Privatsammlung Deutschland. Literatur: Crisolti, Enrico. Lucio Fontana. Catalogo Ragionato di sculture, dipinti, ambientazioni, Bd. II, S. 647, Kat.Nr. 63-64 T7 (mit Abb.). Lucio Fontana geht es bei seinen Gemälden und Skulpturen nicht um die Darstellung, das Material, Farbe oder die Technik, sondern einzig und allein um die Wirkung und Ausbreitung von Raum und räumlicher Erfahrung des Betrachters. Die Werke dienen dazu, das Konzept zu verdeutlichen und so nennt er seine Werke dann auch concetto spaziale - Raumkonzept. Durch Schlitze, Perforationen, Einritzungen und Löcher öffnet er die Leinwand für den Raum. "Der Künstler hat diese Lösung des Raumproblems nicht als Akt der Zerstörung, vielmehr als Akt der Befreiung verstanden. Zerstören wollte er nur die Materie, um Platz zu schaffen für das Sichtbarmachen einer Idee." (zit.: Kunst des 20. Jahrhunderts, Köln 2000, S. 300). In unserem vorliegenden Werk setzt Fontana dieses Konzept mit einem Schlitz (Taglio) in der Mitte der Leinwand um, es wird eindrücklich sichtbar, dass ein Durchstossen des Raums durch das Werk. Das Bild hat eine einzigartige Wirkung auf den Betrachter. Zunächst ist er durch das leuchtende weiss gefangen, konzentriert sich aber schnell auf die "Verletzung" der Leinwand, die kleine Perforierung öffnet die Leinwand zu einer skulpturalen dreidimensionalen Gestaltung. Lucia Fontana wird 1899 als Kind italienischer Eltern in Argentinien geboren und siedelt 1905 nach Mailand über. Von 1914 - 1915 studiert er dort an der Baugewerbeschule und wird 1918 Diplomingenieur. Ab 1928 beginnt er dann sein Studium an der Accademia di Brera in Mailand. Bereits zwei Jahre später hat er seine erste Einzelausstellung in der Galleria del Milione und nimmt an der 17. Biennale von Venedig teil. Zwischen 1939 und 1947 lebt er in Argentinien und gründet die Kunstschule Altamira. Mit dem "Manifiesto blanco" legt er 1946 die Grundlagen für sein Konzept dar. Er strebt nach der Synthese aller künstlerischen Gattungen und macht sich frei von herkömmlichen Materialien. Ein Jahr später konkretisiert er sein Konzept mit dem Manifest der "Movimento spaziale" mit der Forderung nach der Umsetzung dynamischer Kunst, die die Vorstellungskraft des Betrachters fordert. Mit seinem Konzept hat Lucio Fontana eine singuläre Position in der Kunst des 20. Jahrhunderts geschaffen. Sein Einfluss auf die "Zero-Gruppe" um Günther Uecker und Heinz Mack, auf den "Nouveau Réalisme" um Yves Klein und Arman und die "Arte Povera" um Alighiero Boetti und Jannis Kounellis ist unumstritten.

CHF 120 000 / 180 000 | (€ 123 710 / 185 570)

Verkauft für CHF 324 000