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Lot 3201 - A181 Impressionismus & Moderne - Freitag, 30. Juni 2017, 14.00 Uhr

FRANZ VON STUCK

(Tettenweis b.P. 1863–1928 München)
Sternschnuppen (Franz und Mary Stuck). 1912.
Öl auf Holz.
Unten rechts signiert: FRANZ VON STUCK.
65 x 58,5 cm.

Provenienz: Privatsammlung Schweiz.

Literatur:
- Voss, Heinrich: Franz von Stuck. Werkkatalog der Gemälde, München 1973, Nr. 397/234, S. 299 (mit Abb. S. 189).
- Bierbaum, Ostini: Stuck, Bielefeld 1924, S. 117 (Abb.).

Durch seine kreativen Ideen gilt Franz von Stuck bereits in frühen Jahren als Ausnahmetalent. Schon während seiner Schulzeit und später auch in seinem Studium an der Akademie in München liefert er Illustrationen für Zeitschriften und erlangt erste Bekanntheit ausserhalb von München über ein Mappenwerk, für welches er Allegorie- und Emblementwürfe anfertigt sowie über seine Karikaturen in der Zeitschrift „Fliegende Blätter“. Bisher auf Papier beschränkt, versucht sich von Stuck 1887 das erste Mal in der Ölmalerei. Zu Beginn widmet er sich hauptsächlich dem Porträt und der Landschaft, findet später aber den Weg zu seinen unverkennbaren, symbolträchtigen Motiven, die ihn als einen der grössten Maler des Symbolismus und Jugendstils auszeichnen. Seine Gemälde sind Zeuge einer symbolischen Tiefe, wie sie nur wenige Maler zu vermitteln vermögen. Dazu tragen vor allem die Themen bei, die von Stuck als Sujets seiner Kunst wählt. Er möchte die Grundwahrheiten des menschlichen Verhaltens aufzeigen, indem er Archetypen von überzeitiger Gültigkeit und mythologische Szenen darstellt.

Das Mystische und Geheimnisvolle spielt in Stucks Werk eine übergeordnete Rolle, dem der Betrachter schonungslos ausgesetzt wird. Die Landschaftsmalerei, die er hauptsächlich zu Beginn seiner Karriere pflegt, legt er mit der Zeit gänzlich ab und greift sie erst 1917 wieder auf. Sie bleibt jedoch nur ein Element in seiner Kunst und wirkt bloss selten als eigenständiges Motiv. „Die Landschaften eines Franz Stuck zeigen, abgesehen von seinen reinen Landschaften deren er nur wenige gemalt hat, die Landschaft ... als Stimmungsmittel für Ideen.“ (Alfred Koeppen, 1902) Franz von Stuck macht also von der Landschaft Gebrauch, indem er sie als Mittel einsetzt, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Der Künstler schafft im Laufe seiner Karriere verschiedenen Stimmungsbilder bei Dämmerung, Sonnenuntergang, Gewitter- und Sturmlandschaften und, wie es auch bei dem zur Auktion angebotenen Werk der Fall ist, Nachtlandschaften mit Sternenhimmel.

„Sternschnuppen“ von 1912 zeigt eine Landschaft mit Hügel und Wasser, mit einem von Sternen bedeckten Himmel und zwei Sternschnuppen, die über den Himmel fliegen, vorne auf dem Hügel ein sitzendes Paar. Die dargestellte Frau, bei der es sich um von Stucks Ehefrau Mary handelt, ist während des Geschehens vollkommen auf das Highlight, auf die Sternschnuppen fixiert, während der Mann, der Künstler selbst, nur Augen für die Frau hat. Das Gemälde zeugt von einer übernatürlichen Magie und einer Romantik, die vor allem der leuchtende Himmel in Kombination mit dem verliebt scheinenden Paar erzeugt. Im selben Jahr entsteht von Stucks Gemälde „der Abendstern“. Es zeigt ein sich küssendes Paar in der Nacht, fast schon Morgendämmerung, farblich, stimmig und auch auf das Paar bezogen dem unsrigen sehr ähnlich und die Möglichkeit, dass es sich dabei um eine Fortsetzung von unserem Gemälde „die Sternschnuppen“ handeln könnte oder einfach um dasselbe Paar, ist auf jeden Fall denkbar. Gewiss ist jedoch, dass das vorliegende Gemälde thematisch sowie auch vom Sujet her ein spezielles und in Stucks Oeuvre einzigartiges Werk darstellt: Es geht um offene Wünsche, Träume und um die wahre Liebe zwischen Mann und Frau.

CHF 60 000 / 90 000 | (€ 61 860 / 92 780)

Verkauft für CHF 240 500 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr