Lot 576 - A178 Buchmalerei & Autographen - Samstag, 24. September 2016, 14.30 Uhr

Horae B.M.V. -

Lateinische Handschrift auf Pergament. Mit 13 (von ursprünglich wohl 20) Miniaturen, 2 Bordüren und zahlreichen, teils in kl. Randleisten auslaufenden Initialen in Gold und Farben.
Ostfrankreich [Besançon?], um 1470. 10,5 x 8 cm. 217 [statt 224?] Blatt. Ledereinband um 1550 mit Rücken- und Deckelvergoldung, dreiseitiger Goldschnitt (Rücken defekt, Verschluss entfernt, etw. berieben). In moderner Leinenkassette.

Kleinformatiges Stundenbuch, in schwarzer Bastarda mit roten Überschriften, meist 14 Zeilen. - Eine Anzahl im Kalendarium bzw. in der Litanei hervorgehobener Heiliger weist nach dem Erzbistum Besançon als Entstehungsort der Handschrift: Anatol, Antidius, Claudius, Donatus, Ferreolus, Gengulphus, Germanus, Nicetius u. Prothadius. - Dem einleitenden Kalendarium folgen die Gebete "Obsecro te" (Bl. 13r) und "O intermerata" (17v) sowie 2 weitere Gebete: "Te matrem dei" (22r) und "Deus qui beatissima" (25r). Die Bll. 26r bis 88v enthalten die Stundengebete zur Verehrung der hl. Jungfrau, Bll. 89r bis 95v bringen die Gebete zur Verehrung des hl. Kreuzes, Bll. 96 r bis 102r diejenigen zur Verehrung des hl. Geistes. Eine "Missa de beata virgine m(arie)" bildet den Inhalt der Bll. 102v bis 106r, es folgen die Evangelienstücke in der Reihenfolge Lukas (106r), Johannes (109v), Matthäus (111v) und Markus (113r). Auf Bl. 115r beginnen die Busspsalmen, die auf Bl. 128v in die Litanei u. verschiedene Gebete übergehen. Die Bll. 146ff. bringen das Totenofficium, die Bll. 176ff. die Fürbittgebete (bis 199v). Abschliessend ein Gebet "Domine exaudi" (200r), ein Gebet "Mon benoit dieu" in französischer Sprache (205v bis 207v) sowie einige weitere Gebete in Latein. - Die schönen Miniaturen zeigen: König David im Gebet (115r), Erzengel Michael (179r), Johannes d. T. (180r), Peter u. Paul (181r), Jakob (182r), Andreas (183r), Christophorus (184r), Adrian (186v), Sebastian (188r), Claudius (189v), Anatol (191v), Bernhard (192v), Jüngstes Gericht (200r). - Es fehlen 7 Blatt, wohl jeweils mit einer Miniatur, und zwar der Titel zu den Stundengebeten zur Verehrung der hl. Jungfrau (nach Bl. 25), der Anfang der Stundengebete zur Verehrung d. hl. Kreuzes (nach Bl. 88), der Anfang der Stundengebete zur Verehrung d. hl. Geistes (nach Bl. 95), der Anfang d. Totenofficiums (nach Bl. 145) sowie 3 Bll. aus den Fürbittgebeten (nach 175, 192 u. 193). Die vorhandenen Bll. sind mit Bleistift durchnumeriert. Verzeinzelt gering fleckig, die obere äussere Ecke der ersten Bll. fehlt (kein Text- oder Bildverlust).

CHF 7 000 / 10 000

€ 6 540 / 9 350

Verkauft für CHF 10 625 (inkl. Aufgeld)
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