Lot 1065* - A196 Möbel, Porzellan & Silber - Donnerstag, 25. März 2021, 13.30 Uhr

ZWEI MODELLE VON PIROLEN ALS PAAR MIT VERGOLDETER BRONZEMONTIERUNG

Meissen, Modelle von Johann Joachim Kändler von 1733/34, spätere Ausformungen um 1740/47 von Johann Gottfried Ehder bzw. Peter Reinicke. Die vergoldeten Bronzesockel, Frankreich, 19. Jh.
Jeder mit gelb und schwarz, unterschiedlich staffiertem Gefieder, je auf einem mit Blättern applizierten Baumstumpf sitzend, beide mit geöffneten Schnäbeln, der eine mit angelegten, der zweite mit angehobenen Flügeln. Spuren einer unterglasurblauen Schwertermarke und Pressnummer 26 auf der Unterseite eines Vogels.
H 25,5 cm (28,5 cm).

Restaurierungen

In der Taxa Kändlers wird im Juli 1733 notiert: „Specification Was in dem Monath July 1733 an Neuen Modellen Inventiret und gefertiget worden...Einen Vogel von Mittel Mässiger Grösse Eine Bier Eule genannt auf einem Postament sitzend, Kandler, Modellmeister”. Im darauffolgenden Jahr im März 1734: „Im Monath Martio 1734 sind auf hiesiger Königl. Pohl. und Churfürstl. Sächs. Porcellain Fabrique an neuen Modellen gefertiget worden...Einen Vogel Von Mittelmässiger Grösse gefertiget welcher Eine Bier Eule gennant wird, Johann Joachim Kändler.”

Die ersten Kändler Modelle, die zunächst ausschliesslich für die Königlichen Porzellansammlungen im Japanischen Palais in Dresden bestimmt waren, wurden nach 1740 von Ehder und Reinicke mehrfach nachbearbeitet. Im Januar 1747 schliesslich schuf Reinicke ein weiteres, neues Modell mit verkürztem Sockel. Zu diesem Zeitpunkt waren die Modelle bereits für den freien Verkauf in der Manufaktur vorgesehen (Wittwer 2004,S. 336).

Vergleichende Literatur und Vergleichsstücke: Carl Albiker, Die Meissener Porzellantiere, 1935, Taf. XXIX, Nr. 112; Yvonne Hackenbroch, Meissen in the Untermyer Collection, 1956, Taf. 6; Rainer Rückert, Meissener Porzellan, 1966, Taf. XXX; G. Röbbig, Kabinettstücke, 2006, S. 233; Samuel Wittwer, Die Galerie der Meissener Tiere. Die Menagerie Augusts des Starken für das Japanische Palais in Dresden, 2004, S.336; Sammlung Lily & Edmond Safra, Sotheby's New York, 18.-21. 10.2011, Lot 757; Sammlung Peggy und David Rockefeller, Christie's New York, 9.5. 2018, Lot 194.

CHF 40 000 / 45 000

€ 37 380 / 42 060

Verkauft für CHF 102 780 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr