Lot 1418 - A194 Waffen & Rüstungen Slg. Sigrist - Donnerstag, 24. September 2020, 17.00 Uhr

SCHWEIZERSÄBEL

deutsch, Christoph I. Stäntler - Passau/München um 1560.
Eisengefäss, geschnittener Dekor, Löwenkopfknauf mit geöffnetem Rachen, herausragender Zunge und fein gearbeiteten Zähnen, Ohren und Fell, kugeliger Nietkopf. Flacher Griffbügel in Parierstange mündend, Seitenbügel endet handförmig im terzseitigen Parierring, durch eine S-förmige Spange mit dem Griffbügel verbunden. S-förmig geschweifte Parierstange endet in geschnittenen Löwenköpfen. Quartseitig grosser Fingerbügel, der über den Daumenbügel mit der Parierstange verbunden ist. Auf den Aussenseiten der Bügel, Spange, Parierring und Parierstange geschnittener ornamentaler Blatt- und Punktedekor. Griff mit feiner Messingdrahtwicklung. Rückenklinge, breite Hohlschliffe, im Ortbereich zweischneidig, Marke: "Hand mit Malchus" (Christoph I.Stäntler).
Rückenklinge L 87,7 cm. L 102 cm. Z: 1.

Provenienz:
- Slg. Baron de Cosson. Mr. and Mrs. John Long Severance, Catalogue of the Collection of Arms and Armour, Cleveland Museum of Art, Cleveland 1924, Nr. 27, Abb. 26. Auktionshaus Peter Ineichen, 23. Mai 1977, Nr. 457, Tafel 13, Fr. 15'600.-
- Schweizer Privatbesitz.

Der in der Waffenkunde seit 1913 als Schweizersäbel bezeichnete "Schnepf" erfreute sich in der 2. Hälfte des 16. und frühen 17. Jh. in der Eidgenossenschaft grosser Beliebtheit. Es waren vor allem die Münchner Klingen- und Schwertschmiede Stäntler u. Diefstetter, welche diese lieferten. Nicht nur die Klinge auch das vorzüglich in Eisen gearbeitete Gefäss, das zu den schönsten dieses Typs zählt, stammt aus München. Ausserordentlich selten und in sehr gutem Zustand. Vgl. E.A.Gessler, Die Entwicklung des Schweizersäbels im 16. bis ins 17. Jahrhundert, ZHWK Bd.6, Heft 8/9. Jürg A.Meier, die "Schweizersäbel" der Sammlung Vogel, WKK 2014, Heft 1, S.103, Abb.6. Stefan Mädel, Beseelte Klingen, 2013, S.98/99, Nr. 16, Gefäss aus der gleichen Werkstatt.

CHF 15 000 / 16 000

€ 13 160 / 14 040

Verkauft für CHF 18 600 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr