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Lot 3507* - A197 PostWar & Contemporary - Donnerstag, 01. Juli 2021, 17.00 Uhr

SEAN SCULLY

(Dublin 1945–lebt und arbeitet u.a. in Berlin)
9-11-96. 1996.
Pastell auf festem Papier.
Unten rechts signiert, betitelt und datiert: Sean Scully 9.11.96.
57,5 × 76 cm.

Das Werk ist im Archiv des Sean Scully Studio registriert.

Provenienz:
- Galeria Carles Taché, Barcelona.
- Bei obiger Galerie 1996 vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Österreich.

"Wenn man Matisse, Mondrian und Rothko nimmt, dann hat man damit auch mein Werk. Zwar gibt es andere Maler, aber wenn man aus diesem Jahrhundert nur diese drei berücksichtigt, lässt sich ziemlich viel über mein Œuvre sagen." Sean Scully

Die Begegnung mit Werken Mark Rothkos öffnen dem Kunststudenten Sean Scully die Augen für die Abstrakte Kunst und lassen alle Versuche, eine figurative Position zu finden, unwichtig werden. Mit dem Umzug 1975 nach New York führt die direkte Konfrontation seiner eigenen Kunst mit der europäischen Kunsttradition, geprägt durch den Konstruktivismus eines Piet Mondrian und einer Bridget Riley, mit der Minimal Art und dem Abstrakten Expressionismus Amerikas zur Findung bzw. Erfindung seiner ganz eigenen Bildsprache.

Dabei ist der Ire Scully sehr traditionsbewusst, so dass es ihm nie um ein Aufbrechen oder das Erneuern der Kunst geht, sondern um deren Vertiefung und Intensivierung. Sein Interesse am Traditionellen findet sich in unserem vorliegenden Werk z.B. durch die Verwendung der Technik des Pastells bestätigt. Es ist eine eher altmodische Technik, die im 18. und 19. Jahrhundert ihre Blütezeit hatte, seitdem in der Avantgarde des 20. Jahrhunderts aber eher ins Vergessen geraten ist. Fasziniert von der "pudrigen" und doch geschlossenen Oberfläche, nutzt Scully seine Pastelle, die oftmals in Zusammenhang mit Gemälden entstehen, um intime, geheimnisvolle Werke zu schaffen. Vor allem die haptische Oberfläche verdeutlicht die Abgrenzung seiner Kunstwerke zu den Hard-Edge-Paintings seiner Zeit.

Unser Pastell "9-11-96" ist ein herausragendes Beispiel für diese Werkgruppe. Wie Tagebucheinträge sind sie nur mit einem Datum betitelt, was auch auf die spontane Entstehung hinweist. In seinen Werken greift Scully sowohl bei der Farbe als auch bei der Form auf ein begrenztes Repertoire zurück, das ihn jedoch zu phantasievollen Kombinationen animiert. Streifen in den unterschiedlichsten Varianten bestimmen die Formen, sowie gedeckte, erdige Töne die Farbpalette.

Die vorliegende Arbeit ist, wie so oft, wie ein Triptychon komponiert. In jedem Feld spielt Scully mit der Stärke der Striche und der Farbnuancen von Weiss und Schwarz. Er spielt mit Gegensätzen, die sich jedoch in einem ausbalancierten Beziehungsgeflecht harmonisch fügen.

CHF 70 000 / 90 000 | (€ 72 160 / 92 780)

Verkauft für CHF 85 700 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr