Lot 3044 - A186 Gemälde Alter Meister - Freitag, 28. September 2018, 14.00 Uhr

SIMON DE VOS

(1603 Antwerpen 1676)
Die Heimsuchung. Um 1639.
Öl auf Holz.
23 × 17,3 cm.

Provenienz:
Schweizer Privatbesitz seit ca. 40 Jahren.

Diese kürzlich in einer Schweizer Privatsammlung entdeckte Holztafel ist eine bemerkenswerte Bereicherung für das bislang bekannte Oeuvre des Antwerpener Malers Simon de Vos. Es zeigt die Darstellung der Heimsuchung, dem Zusammentreffen der mit Jesus und Johannes dem Täufer schwangeren Frauen Maria und Elisabeth im Hause von Elisabeth. Die Komposition ist in einem Altargemälde in der Sankt-Jakobskirche in Antwerpen bekannt, die bislang als ein Werk Victor Wolfvoet (1612-1652) angesehen wurde (siehe Martin, Gregory / Schepers, Bert: Two Antwerp cabinets decorated by Victor Wolfvoet II, in: The Burlington Magazine, CLVII, Oktober 2016, S. 793-802, Checklist "Antwerp, St. James's Church", S. 802, unter "rejected attributions"). Dr. Bert Schepers vom Rubenianum erkennt darin allerdings nach neuesten kunsthistorischen Erkenntnissen eindeutig die Hand Simon de Vos und identifiziert unsere kleinere Version als eine Vorstudie zum Altarwerk.

Das Altargemälde mit derselben Komposition (Öl auf Leinwand, 268 x 192 cm; siehe Abb. 1) entstand um 1639 für die private Kapelle der Familie des portugiesischen Konsuls Franco Lopez Franco, welche zwischen 1636 und 1640 errichtet wurde.

Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert war die Sankt-Jakobskirche die bedeutendste Pfarrkirche Antwerpens und mehrere bekannte Persönlichkeiten liessen sich private Kapellen für ihre Grabstätten errichten, so auch Peter Paul Rubens (1577-1640) und seine Frau Helena Fourment. Die Künstler Jan van Balen (1611-1654) und Jan Boeckhorst (1604-1668) fanden dort ebenfalls ihre letzte Ruhe.

Simon de Vos war als Maler und Kunstsammler tätig und spezialisierte sich zu Beginn seiner Karriere auf Kabinettdarstellungen und Genreszenen im Stil der Utrechter Caravaggisten. Ab ca. 1640 malte er vermehrt religiöse, allegorische sowie historische Szenen von grossem Format im Stile Peter Paul Rubens und Anthonis van Dyck (1599-1641). Zu seinen Schülern zählte unter anderem Jan van Kessel d. Ä. (1626-1679).

Dr. Bert Schepers, dem wir für seine Hilfe bei der Katalogisierung dieses Gemäldes danken, wird dieses in einem Vortrag über Victor Wolfvoet im Dezember 2018 im Rubenianum vorstellen.

CHF 10 000 / 15 000

€ 9 350 / 14 020

Verkauft für CHF 30 500 (inkl. Aufgeld)
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