Lot 3013* - A194 Gemälde Alter Meister & des 19. Jhs. - Freitag, 25. September 2020, 14.00 Uhr

OBERDEUTSCHER MEISTER, ENDE 16. JAHRHUNDERT

Beidseitig bemalte Tafel mit dem Jüngsten Gericht und Kalvarienberg.
Öl auf Holz.
118 × 70,5 cm.

Gutachten:
Dr. Michaela Schedl, 3.7.2020.

Provenienz:
- Kunsthandel Malmedé & Geissendörfer, Köln 1926 (als Meister von Messkirch).
- Seither in europäischem Familienbesitz.

Dr. Michaela Schedl, der wir für ihr ausführliches Gutachten danken, vermutet, dass die hier angebotene Tafel ursprünglich für einen Altar oder als Epitaph geschaffen worden sein könnte.

Die vorliegende Komposition des Jüngsten Gerichts auf der einen Seite und des Kalvarienbergs auf der anderen Seite basiert auf zwei Holzschnitten aus der "Kleine(n) Passion" Albrecht Dürers (1471–1528), wobei unsere Darstellung stilistisch nicht nur Einflüsse der Renaissance, sondern ebenso Einflüsse der Spätgotik aufweist: So scheint unser Meister in der Darstellung des Leichnams Christi einen Kupferstich von Martin Schongauer zu zitieren (Christus am Kreuz mit vier Engeln und Maria und Johannes Evangelist, um 1475–79, 29,1 × 19,5 cm, London, British Museum). Auch die Scheibennimben der sechs Hauptfiguren erinnern an jene Schongauers und sind somit der Spätgotik verpflichtet.

Basierend auf einem stilistischen und motivischen Vergleich mit der Darstellung des Klavarienberg eines unbekannten Meisters auf dem Hochaltarretabel in der evangelischen Stadtkirche in Babenhausen bei Aschaffenburg, datiert Dr. Schedl unsere Tafel auf das ausgehende 16. Jahrhundert. Nadelholz als Bildträger legt nahe, dass sie aus einer Gegend südlich von Köln stammt.

CHF 10 000 / 15 000

€ 8 770 / 13 160

Verkauft für CHF 24 700 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr