Lot 1181 - A180 Möbel, Porzellan & Silber - Donnerstag, 30. März 2017, 10.00 Uhr

PRUNK-DECKENLEUCHTER "AUX MASCARONS",

Louis XVI, von WERNER & MIETH (Firma von Gotthold Werner und Gottfried Mieth, gegr. 1792), Berlin um 1790/1800.
Vergoldete Bronze, blaues Opalinglas sowie teils geschliffener Kristall- und Glasbehang. Ausserordentlich fein durchbrochener Lichtring mit durchbrochenen Arabesken und 8 geschweiften Lichtarmen mit durchbrochenen Tropftellern und vasenförmigen Tüllen sowie ausserordentlich fein behangener Lichtkrone.
H 125 cm. D 85 cm.

Provenienz: Privatbesitz, Schweiz.

Ein nahezu identischer Deckenleuchter wurde bei Villa Griesebach, Berlin, im Jahre 2016 (Katalognr. 452) verkauft. Ein weiterer wird im New Yorker Kunsthandel angeboten. Ein dritter Leuchter ist Teil der Sammlungen des Kirschgartenmuseums in Basel, fälschlicherweise als Wiener Elaborat bezeichnet.

1792 wurde die Manufaktur Werner & Mieth gegründet und erhielt bereits zwei Jahre später den Titel "manufacture privilégiée de la Cour". Dies war Basis für den immensen Erfolg der Firma, welche nicht nur die königlichen Paläste, sondern auch für nahezu alle bedeutenden Adligen Berlins tätig war. Im Jahre 1797 waren rund 30 Handwerker angestellt - für Arbeiten mit Gold, Silber, vergoldeter Bronze, Glas, Kristall und Messing; die Manufaktur stellte bedeutende Leuchter für die Schlösser Sanssouci in Potsdam, Montbijou und Charlottenburg, wo Friedrich II. 12 grosse Deckenleuchter in Auftrag gab, her. In den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts belieferte Werner & Mieth die wichtigsten Adelsresidenzen in ganz Europa. 1822 wurde die Manufaktur in Werner & Neffen umbenannt. K. Klattenbach fasst die Bedeutung von Werner & Mieth wie folgt zusammen: "Ihre bis zum Ende des 18.
Jahrhunderts in grosser Anzahl für die preussischen Schlösser, das Ausland und viele Adelsfamilien produzierten Kronen sind von hoher künstlerischer Bedeutung und stellen den letzten Höhepunkt in der Entwicklung des Behangkronleuchters dar. Die phantasievollen Formen der ornamentierten Bronzegestelle, deren Konturen vom feingeschliffenen Glasbehang und den verschiedenen farbiten Glasschalen und Vasen unterstrichen werden, sind von einer Leichtigkeit und Vollendung, die typisch für die Stilentwicklung am Ende des 18. Jahrhunderts zu Beginn des Klassizismus in Preussen sind".

Lit.: K. Klattenbach, Kronleuchter - Mit Behang aus Bergkristall und Glas sowie Glasarmkronleuchter bis 1810, Berlin 2001; S. 96-103 (biogr. Angaben zu Werner & Mieth).

CHF 40 000 / 70 000

€ 37 380 / 65 420