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Lot 3058* - A152 Gemälde Alter Meister - Freitag, 26. März 2010, 15.00 Uhr

FRANS FRANCKEN d. J.

(1581 Antwerpen 1642)
Blick in die Werkstatt eines Malers mit Preziosenwand.
Öl auf Holz.
49,5 x 70,5 cm.

Dieses vor kurzem aufgetauchte und dadurch bisher unpublizierte Gemälde zeigt uns eine der originellsten Kompositionen von Frans Francken d. J.. Dem Betrachter wird eine Wand mit Preziosen präsentiert sowie der Durchblick in eine Malerwerkstatt gestattet. Dieser Gemäldetypus ist bereits in sieben Variationen bekannt, wie sie in der Publikation von Ursula Härting aufgelistet sind (siehe Härting, Ursula: Frans Franken d. J., Freren 1989, Nr. 441-448). Besonders vergleichbare Kompositionen sind die Gemälde im Koninklijk Museum voor Schone Kunsten, Antwerpen (ebd., Nr. 441), im Kunsthistorisches Museum, Wien (ebd., Nr. 442 ), im Historischen Museum Frankfurt (ebd., Nr. 444) und in der Sammlung des Herzogen von Northumberland, Syon House, Middlesex (Nr. 445). Alle Varianten zeigen grössere und kleinere Abweichungen in der Auswahl der verschiedenen Gemälden an der Wand und in der Hintergrundsgestaltung. Das hier angebotene Gemälde steht der Preziosenwand, früher im Kunsthandel G. De Salvator Dijon, sehr nahe (ebd. Nr. 447). Der einzige Unterschied liegt in dem Gemälde in der Mitte der Wand zur Rechten des Schwertes. In dem Gemälde in Dijon ist an dieser Stelle eine Maria mit dem Kind abgebildet, während bei unserem Los ein Bildnis eines Edelmannes zu erkennen ist, das möglicherweise von Joos van Cleve gemalt wurde. Weiter findet sich an der Wand eine Bauernszene von Marten van Cleve, eine Landschaft mit einer brennenden Stadt von Gillis Mostaert, ein Blumenstilleben von Frans Francken d. J. selbst und ein unvollendetes Gemälde eines Propheten, welches wahrscheinlich von Ambrosius oder Hieronymus Franken gemalt wurde. Der Blick in die Malerwerkstatt ist von besonderer Bedeutung und kommt ebenfalls nur in dem Gemälde in Dijon vor. Zwei Kunstliebhaber sind im Gespräch mit dem Maler gezeigt, die sich über ein Gemälde auf der Staffelei unterhalten. Das Phänomen des Kunstliebhabers trat erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf. Durch das wachsende humanistische Interesse der Bürger und die damit verbundenen Studien, lag es im Interesse Naturalien und Kunstgegenstände zu sammeln, eine Eigenschaft die bis ins 16. Jahrhundert ausschliesslich in Aristokraten - und Fürstenkreisen anzutreffen war.

CHF 35 000 / 50 000 | (€ 35 000 / 50 000)

Verkauft für CHF 36 000