Lot 3022* - A192 Gemälde Alter Meister - Freitag, 19. Juni 2020, 14.00 Uhr

CLAES CORNELISZ. MOEYAERT

(1591 Amsterdam 1655)
Der Raub der Persephone.
Öl auf Holz.
Unten mittig schwer leserlich monogrammiert: CL M f.
43,2 × 67,5 cm.

Provenienz:
- Sammlung Théophile Thoré-Bürger (1807–1869).
- Sammlung Mme Lacroix, 1869–1892.
- Auktion Thoré-Bürger, Drouot, Paris, 5.12.1892, Los 37.
- Sammlung Picard.
- Dr. F. S. Aram, Berlin, 1925.
- Galerie Eberhardt, Berlin, um 1930.
- Auktion Christie's, London, 29.3.1974, Los 109.
- Auktion Dorotheum, Wien, 19.9.1978, Los 104.
- Privatsammlung, Wien.
- Auktion Koller, Zürich, 23.3.2018, Los 3030.
- Europäischer Privatbesitz.

Literatur:
- Wilhelm von Bode: Studien zur Geschichte der holländische Malerei, Brunswick 1883, S. 617.
- Piotr Semenov: Etjudy po istorii niderlandskoj zivopisi na osnavanii eja obrazcov nachodjascichsja v publicnych i castnych sobranijach Peterburga. prilozenie k Vestniku Izjascnych Iskustv, 1885, Bd. I, S. 176, Nr. 11.
- Olof Grandberg: Catalogue Raisonné de tableaux anciens inconnus jusqu'ici dans les collections privées de la Suède, 1886, Bd. I, S. 98.
- Alfred von Wurzbach: Niederländisches Künstler-Lexikon, Wien und Leipzig 1910, Bd. II, S. 174.
- Abraham Bredius: Künstler-Inventare, Bd. I, 1915, S. 258, Nr. 19.
- Ausst.-Kat. Kaiser Friedrich-Museumsverein, Gemälde Alter Meister aus Berliner Besitz, Akademie der Künste, Berlin 1925, Nr. 253.
- Anton Heppner: Thoré-Bürger en holland, De ontdekker van Vermeer en zijn Liefde voor Nederland's Kunst, III.
- Oud Holland, Bd. LV, 1938, S. 129–144 (unter 140).
- Andor Pigler: Barockthemen. Eine Auswahl von Verzeichnissen zur Ikonographie des 17. und 18. Jahrhunderts, Budapest / Berlin 1956, Bd. II, S. 215.
- Astrid Tümpel: Claes Cornelisz. Moeyaert, in: Oud Holland, Bd. LXXXVIII, 1974, S. 97–99, 266, Nr. 174, Abb. 134.

Claes Moeyaert studierte wahrscheinlich bei Pieter Lastman (1583–1633) und spezialisierte sich auf Historienmalerei sowie biblische und mythologische Sujets. Es sind ausserdem zahlreiche Zeichnungen und etwa 25 Radierung seiner Hand bekannt. Seine mehrheitlich im Kabinettformat auf Holz geschaffenen Werke stehen unter dem Einfluss von Pieter Lastman, aber auch von Jan Pynas (1582–1631). 1638 erhielt Moeyaert den prestigeträchtigen Auftrag, die aus Anlass des Amsterdam-Besuches von Maria de Medici gezeigten „tableaux vivants” zu entwerfen. 1639–41 war er einer der Regenten des neuerrichteten Theaters Schouwburg, für die er auch Kulissen anfertigte. Für Christian IV. von Dänemark malte er 1643 zwei monumentale Szenen aus der dänischen Geschichte. Moeyaert war gelegentlich auch als Porträtmaler tätig und aus seiner engen Verbindung zum katholischen Beginenhof entstanden mehrere Klerikerporträts sowie drei Altarbilder. Er war unter anderem Lehrer von Nicolaes Berchem (1620–1683) und Jan Baptist Weenix (1621–1660).

Dargestellt ist hier der Raub der Persephone. Dieser Mythos erzählt wie Hades, der Gott der Unterwelt und Bruder des Zeus, sich in Kore, die Tochter Demeters, Göttin der Ernte, verliebt und sie in sein Reich entführt. Persephone wird beim Pflücken von Blumen überrascht und in den goldenen Wagen des Gottes der Unterwelt entrissen, der von unsterblichen Rössern mit feurigen Mäulern gezogen wird.

Das Gemälde ist im RKD, Den Haag, archiviert.

CHF 5 000 / 8 000

€ 4 390 / 7 020

Verkauft für CHF 8 750 (inkl. Aufgeld)
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