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ACCARDI, CARLA

Die italienische Malerin Carla Accardi zählt zu den originellsten Künstlerinnen Italiens nach dem Zweiten Weltkrieg und trägt mit ihrer Arbeit ab 1947 massgeblich zur Etablierung der italienischen Avantgarde bei. So ist sie in den Strömungen des Informel und der Arte Povera der späten 1960er Jahre tonangebend und zugleich Mitbegründerin der formalistisch und marxistisch inspirierten Künstlergruppe Forma 1.

Carla Accardi wird 1924 in Trapani auf Sizilien geboren. Nach ihrem Abschluss am Liceo Ximenes in Trapani zieht sie nach Palermo, um an der Akademie der Schönen Künste zu studieren, die sie 1947 abschliesst. Nach ihrem Umzug nach Rom besucht sie die Osteria Fratelli Menghi, die zwischen den 1940er und 1970er Jahren einen bekannten Treffpunkt für Maler, Regisseure, Drehbuchautoren, Schriftsteller und Dichter bildet. Ebenso ist sie regelmässig in Pietro Consagras Atelier anzutreffen, wo sie Künstler ihresgleichen trifft. Im selben Jahr ruft sie zusammen mit Attardi, Consagra, Dorazio, Guerrini, Concetto Maugeri, Perilli, Sanfilippo, den sie 1949 heiratet, und Turcato als einzige Frau die Forma 1 ins Leben, die sich als Gegenreaktion auf die Unterdrückung durch das faschistische Regime in Italien dem Futurismus und Marxismus verschreibt. Bis 1949 stellt sie gemeinsam mit der Gruppe aus. 1950 folgt ihre erste Einzelausstellung in der Libreria Age d’Or in Rom. Accardis Frühwerk der 1950er Jahre ist von Kreisen und Zeichen dominiert und weist teils Ähnlichkeiten zu Pollocks drip paintings auf. Während eines Paris Aufenthaltes lernt sie das Werk Alberto Magnellis kennen und beginnt, sich mit Fragen der Farb- und Zeichenreduzierung auseinanderzusetzen. Die in Schwarz-Weiss gehaltenen Werke der 1960er Jahre lassen sich zusätzlich auf Magnelli sowie Hans Hartungs statische und energiegeladene Arbeiten zurückführen. „Es war ein Krisenjahr, ich war sehr demotiviert und dachte, ich könnte nicht mehr malen. So isoliert begann ich direkt auf den Boden zu malen, um Zeichen nachzuziehen. Aber ich benutzte Weiss auf Schwarz, weil Schwarz auf Weiss nicht aufregend, da zu offensichtlich war…’’, so Accardi.

Mitte der 60er vollzieht Accardi in ihrem Werk eine radikale Veränderung, indem sie Tempera zugunsten von fluoreszierenden Farben aufgibt, die sie auf Sicofoil, einem transparenten Kunststoff, aufträgt. Von nun an dominieren intensive, fluoreszierende Farben in kalligraphischen Formen die Bildoberflächen. Diese neuen Materialien kommen auch skulptural zum Einsatz, wie bei Tenda, einem aus Kunststoffbahnen zusammengesetzten Zelt, bedeckt mit bunten Pinselstrichmustern. Diese Phase in Accardis Œuvre wird auf der Biennale 1976 zelebriert und beeinflusst die Arte Povera nachhaltig. In den späten 1970er Jahren schliesst sie sich mit der Kritikerin Carla Lonzi der feministischen Bewegung an. Gemeinsam gründen sie 1970 Rivolta femminile, eine der ersten feministischen Gruppen und Verlage Italiens. Ab 1980 kehrt sie zur Leinwand und einer traditionellen malerischen Struktur zurück. Ihre Werke sind unter anderem im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, dem PS1 Contemporary Art Center in New York und im Rivoli Museum in Turin ausgestellt. 2014 stirbt Accardi in Rom.


Lot 3529* - Z33 Grafik & Multiples - Freitag 07 Dezember 2012, 10.00 Uhr

CARLA ACCARDI

(Trapani 1924–2014 Rom)
Blu.
Farblithographie. 15/99. Unten rechts signiert: Accardi. Blattmass 70 x 50 cm auf festem Papier. Mit dem Trockenstempel GD.

CHF 600 / 700 | (€ 560 / 650)

Verkauft für CHF 720

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Lot 3530* - Z33 Grafik & Multiples - Freitag 07 Dezember 2012, 10.00 Uhr

CARLA ACCARDI

(Trapani 1924–2014 Rom)
Rosso.
Farblithographie. 7/60. Unten rechts signiert: Accardi. Blattmass 70 x 50 cm auf festem Papier. Mit dem Trockenstempel GD.

CHF 600 / 700 | (€ 560 / 650)

Verkauft für CHF 720

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