Lot 3068* - A215 Schweizer Kunst - Freitag, 28. November 2025, 14.00 Uhr
LOUIS SOUTTER
(Morges 1871–1942 Ballaigues)
Le monstre amoureux. 1937–42.
Verso: Crucifixion.
Verso: Crucifixion.
Tusche, Öl und Gouache auf Papier (Fingermalerei).
Oben links und rechts mittig bezeichnet: "Le monstre amoureux" und "Le géant amoureux".
Rückseitig bezeichnet: "crucifix".
Rückseitig bezeichnet: "crucifix".
65 × 50 cm.
Provenienz:
- Galerie Haas, Zürich.
- Europäische Privatsammlung, in den 1990er-Jahren direkt bei obiger Galerie erworben.
Ausstellungen:
- Luzern 1962, Meisterzeichnungen von Réné Auberjonois; Alberto Giacometti; Robert Schürch; Louis Soutter, Kunstmuseum Luzern, 3.6.–8.7.1962, Nr. 141.
- Zürich 1963, Louis Soutter, Galerie Walcheturm, 25.4.–19.5.1963, Nr. 32.
- Lausanne 1964, Art suisse au XXe siècle, Musée Cantonal des Beaux-Arts, 30.4.–25.10.1964, Nr. 208.
- St. Gallen und Ber1in 1967/68, Fünf Waadtländer Künstler, Kunstmuseum St. Gallen; Galerie des XX. Jahrhunderts, 7.10.–19.11.1967; 29.3.–5.5.1968, Nr. 102; Nr. 77.
Literatur:
- Ausst.-Kat. Meisterzeichnungen von Réné Auberjonois, Alberto Giacometti, Robert Schürch, Louis Soutter, Luzern 1962, S. 19, Nr. 141.
- Ausst.-Kat. Fünf Waadtländer Künstler, St. Gallen und Berlin 1967/68, S. 32, Nr. 102.
- Michael Thévoz: Louis Soutter. Catalogue de l'œuvre, Zürich 1976, Bd. II, S. 346, Nr. 2739 (mit Abb.).
Das vorliegende Werk stammt aus der letzten und zugleich bedeutendsten Phase im Schaffen von Louis Soutter. Aus gutbürgerlichem Haus stammend, zeigte Soutter früh Interesse an Kunst, Architektur und Musik. Er studierte in Lausanne, Genf, Brüssel und Paris, bevor er 1897 die Amerikanerin Madge Fursman heiratete und mit ihr nach Colorado Springs zog, wo er Kunstgeschichte unterrichtete. Doch gesundheitliche und seelische Krisen führten zur Trennung und zu seiner Rückkehr in die Schweiz. Vereinsamt und in prekären Verhältnissen lebend, wurde er 1923 im Alter von 52 Jahren in ein Pflegeheim eingewiesen, wo er bis zu seinem Tod 1942 blieb.
Dort begann Soutter, fern der Öffentlichkeit, regelmässig zu zeichnen. Ohne Vorstudien entstanden aus feinen, sich überlagernden Linien und Texturen Figuren und Szenen von oft rätselhafter Intensität – „ein Universum, das durch Metamorphosen, Assoziationen und Verdichtungen der Form gekennzeichnet ist und der Logik von Traum und Wahn gehorcht“ (Michel Thévoz, SIKART, 2016).
Ab 1930 entwickelte Soutter eine zunehmend freie, expressive Bildsprache und arbeitete in grösseren Formaten. Seine Themen verfolgte er obsessiv, jenseits der herkömmlichen Gesetze der Figuration. Künstler und Intellektuelle wie Le Corbusier – ein Cousin Soutters –, René Auberjonois und Jean Dubuffet erkannten früh die Bedeutung seines Werks und unterstützten ihn.
Ab 1937, durch Sehschwäche und Arthritis eingeschränkt, konnte Soutter den Zeichenstift nicht mehr halten. Er begann, die Tusche direkt mit den Fingern aufzutragen und beschränkte sich zunehmend auf das reine Zeichen in einem dramatischen Spiel aus Schwarz und Weiss. So entstanden die berühmten Fingermalereien der letzten Jahre, zu denen auch das hier angebotene Werk zählt.
Soutters Schaffen entzieht sich jeder eindeutigen kunsthistorischen Einordnung. In seinem Werk, das aus einem nahezu autistischen Rückzug ins Persönliche erwuchs, verdichten sich Einsamkeit, Vision und existenzielle Dringlichkeit – und doch blieb es empfänglich für die Schwingungen der avantgardistischsten Strömungen des 20. Jahrhunderts.
Dort begann Soutter, fern der Öffentlichkeit, regelmässig zu zeichnen. Ohne Vorstudien entstanden aus feinen, sich überlagernden Linien und Texturen Figuren und Szenen von oft rätselhafter Intensität – „ein Universum, das durch Metamorphosen, Assoziationen und Verdichtungen der Form gekennzeichnet ist und der Logik von Traum und Wahn gehorcht“ (Michel Thévoz, SIKART, 2016).
Ab 1930 entwickelte Soutter eine zunehmend freie, expressive Bildsprache und arbeitete in grösseren Formaten. Seine Themen verfolgte er obsessiv, jenseits der herkömmlichen Gesetze der Figuration. Künstler und Intellektuelle wie Le Corbusier – ein Cousin Soutters –, René Auberjonois und Jean Dubuffet erkannten früh die Bedeutung seines Werks und unterstützten ihn.
Ab 1937, durch Sehschwäche und Arthritis eingeschränkt, konnte Soutter den Zeichenstift nicht mehr halten. Er begann, die Tusche direkt mit den Fingern aufzutragen und beschränkte sich zunehmend auf das reine Zeichen in einem dramatischen Spiel aus Schwarz und Weiss. So entstanden die berühmten Fingermalereien der letzten Jahre, zu denen auch das hier angebotene Werk zählt.
Soutters Schaffen entzieht sich jeder eindeutigen kunsthistorischen Einordnung. In seinem Werk, das aus einem nahezu autistischen Rückzug ins Persönliche erwuchs, verdichten sich Einsamkeit, Vision und existenzielle Dringlichkeit – und doch blieb es empfänglich für die Schwingungen der avantgardistischsten Strömungen des 20. Jahrhunderts.
CHF 150 000 / 250 000 | (€ 154 640 / 257 730)
Verkauft für CHF 287 500 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr.