Lot 3075 - Z29 Swiss Art - Friday, 03. December 2010, 02.00 PM

GIACOMETTI, AUGUSTO (Stampa 1877 - 1947 Zurich) Pfingstrosen. 1926 (peonies). Oil on canvas, laid on board by the artist. Inscribed verso: Augusto Giacometti. Juni 1926. "Pfingstrosen". 48.9 x 60.9 cm. Provenance: - Kunstsalon Wolfsberg, Zurich, No.1864/1923. - Swiss private collection.

(Stampa 1877 - 1947 Zürich)
Pfingstrosen. 1926.
Öl auf Leinwand, vom Künstler auf Karton aufgezogen.
Unten links monogrammiert und datiert: a. g. 1926. Rückseitig bezeichnet: Augusto Giacometti. Juni 1926. "Pfingstrosen".
48,9 x 60,9 cm.

Provenienz: - Kunstsalon Wolfsberg, Zürich, Nr. 1864/1923. - Schweizer Privatbesitz. Literatur: Hartmann, Hans: Augusto Giacometti, Ein Leben für die Farbe, Zürich 1981, S. 235, Nr. 1302. Dieses qualitätsvolle Beispiel der lyrischen Abstraktion Augusto Giacomettis verbildlicht auf eindrucksvolle Weise zwei zentrale Aspekte im Werk des Künstlers: Einerseits der hohe Stellenwert der Farbe (vgl. Vortrag Augusto Giacometti: Die Farbe und ich, In: Augusto Giacometti 1877-1947. Gemälde, Aquarell, Pastelle, Entwürfe. Kat. Kunstmuseum Luzern, 10.7.-20.9.1987, S. 21-29) und andererseits seine intensive Beschäftigung mit Blumen, die er vermehrt nach seinem Pariser Aufenthalt malte. Ganz bewusst verzichtet Augusto Giacometti in dieser floralen Farbkomposition auf traditionelle Kompositionsmittel wie Zentralität und Perspektive und ersetzt diese durch ein Farbrauschen, das einem sinnlichen Naturerlebnis nahe kommt. An der Grenze zum Ungegenständlichen entscheidet sich der Künstler, den Blumen bildlich ganz nahe zu rücken, damit sie die Leinwand mit ihrer Farbigkeit ausfüllen. Dieser gewagte Bildausschnitt drückt einen Grundsatz des Künstlers aus, wonach der Makrokosmos aus dem Mikrokosmos heraus verstanden werden soll (vgl. ebd., S. 21). Dabei geht es Augusto Giacometti bei der Darstellung der Pfingstrosen nicht um die Naturstudie oder die Ornamentik, sondern um ein sinnhaftes Augenerlebnis. Die pastosen Farbflächen, die mit dem Spachtel aufgetragen wurden, wirken zuweilen wie ein Mosaik; erst im Auge mischen sie sich zu einem Bildmotiv. Statt der Form wird die Farbe zum eigentlichen Ausdrucksmittel um die künstlerische Idee umzusetzen. Mit dieser Vorgehensweise nähert sich Augusto Giacometti dem Fauvismus seiner Zeitgenossen Cuno Amiet und Giovanni Giacometti. Die Beschäftigung des Künstlers mit floralen Farbkompositionen zeigt sich in weiteren Werken wie die "Rosen" (Öl auf Leinwand, 28 x 37 cm, Privatbesitz) oder die "Pensées" (Öl auf Leinwand, 18 x 24 cm, Privatbesitz), die beide wie das hier angebotene Gemälde 1926 entstanden sind. Tatsächlich malte Augusto Giacometti zahlreiche Blumenbilder im Anschluss an seinem Studienaufenthalt in Paris von 1897-1901 bei Eugène Grasset, der sich auf die Jugendstilmalerei spezialisierte und Herausgeber der Publikation "La Plante et ses applications ornementales" war (vgl. Gisela Götte: Augusto Giacometti und Eugène Grasset, In: Augusto Giacometti 1877-1947. Gemälde, Aquarell, Pastelle, Entwürfe. Kat. Kunstmuseum Luzern, 10.7.-20.9.1987, S. 31-35).

CHF 250 000 / 350 000

€ 219 300 / 307 020

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