Lot 1198 - A155 Furniture, Porcelain & Decoration - Thursday, 02. December 2010, 10.00 AM

ASTRONOMICAL LONG CASE CLOCK WITH 3-MONTH POWER RESERVE "A EQUATION DU TEMPS",Empire/Restauration, the dial signed BREGUET (Abraham Louis Breguet, 1747 Neuchatel 1823), the movement signed and numbered BREGUET & COMPIE No 220, Neuchatel before 1836. Shaped mahogany. Silver-plated bronze chapter ring, additional ring for minutes and seconds, and window for the "equation du temps". Blued steel hands. Exceptional brass movement with Graham anchor escapement, jumping seconds, perpetual calendar, equation of time with linear and constant force as well as bell striking "a la minute" on demand. Running period: 90 days. H 200 cm. Provenance: - As the reference clock for the workshop of A.L. Breguet between 1836 and 1847. - Collection of the Conte di Montalvo y Nunez del Castillo, acquired on 28.10.1847 for Fr4000. - Repurchased by Breguet in 1849 and placed in the workshop again. - In 1855 presented in the "Exposition Universelle" exhibition in Paris where it was purchased for a private collection. - Swiss private collection. With expertise from Breguet & Companie. A very rare long case clock.

Empire/Restauration, das Zifferblatt sign. BREGUET (Abraham Louis Breguet, 1747 Neuchâtel 1823), das Werk sign. und num. BREGUET & COMPIE No 220, Neuchâtel vor 1836.
Mahagoni profiliert. Rechteckiges, dreiseitig verglastes Gehäuse mit vorkragendem, profiliertem und geradem Kranz auf vorstehendem Sockel. Versilberter Bronzezifferring mit römischen Stundenzahlen, weiterer Zifferring für die Minuten und Sekunden sowie Fenster für die "équation du temps". Blaue Stahlzeiger. Ausserordentliches Messingwerk mit Graham-Ankergang, springender Sekunde, Ewigem Kalender, Zeitequation mit linearischer und konstanter Kraft sowie auf Anfrage Glockenschlag "à la minute". Laufdauer 90 Tage. H 200 cm.

Provenienz: - Zwischen 1836 und 1847 als Richtuhr in der Werkstatt von A.L. Breguet. - Sammlung des Conte di Montalvo y Nunez del Castillo, erworben am 28.10.1847 für 4000 fr. - 1849 zurückerworben von Breguet und wiederum platziert in der Werkstatt. - Präsentiert in der Ausstellung "Exposition Universelle" in Paris 1855; dort erworben für eine Privatsammlung. - Schweizer Privatbesitz. Mit Gutachten der Firma Breguet & Companie. Als "Rarissima" zu bezeichnende Standuhr. Der erste Conte de Casa Montalvo war Ignacio Montalvo (1748-1795), der als aufstrebendes Mitglied der Familie in den höchsten Kreisen des kubanischen Adels verkehrte. Mit seinem Geschäftspartner, F. Arango y Parreno, bereiste er Europa - England, Spanien und Frankreich - nach der Suche für innovative Wege zu Gewinnung von Zucker auf Kuba. Der vierte Conte Montalvo war Don Juan Montalvo y Nunez del Castillo (1797-1859). Er verbrachte - bedingt durch die innenpolitischen Konflikte zwischen den verschiedenen Adelsfamilien auf Kuba - die meiste Zeit seines Lebens in Europa mit Ländereien auf Sardinien. Bemerkenswert an dieser Standuhr ist ihre Geschichte und die Ausführung. Deren Herstellung wurde H. Gravant, Breguet's Mechaniker anvertraut. Gravant war zuständig für die Fertigstellung vieler seiner Uhren und galt als bestbezahlter Spezialist. Der Name Gravant wurde das erste Mal in den Registern Breguets im Jahre 1817 erwähnt, als er die Pendule astronomique no. 3144 fertigstellte. Das Pendel ist ein schweres Gridiron mit einer regulierbaren Einrichtung, die allzu starke Schwingungen verhindert. Das Problem solch starker Schwingungen und der Resonanz des Pendels wurde von Breguet bereits zuvor angegangen, an den Doppel-Pendel der Uhren Nr. 3177 und Nr. 3671, welche an König Louis XVIII respektive an König Georg IV verkauft wurden. Um sicher zu stellen dass der Ausgleichs-Mechanismus nicht störend auf die Präzision der Uhr einwirkt, wurde es so konstruiert, dass eben dieser Mechanismus nur einmal alle 24 Stunden für kurze Zeit einrastet. Die restliche Zeit ist der Mechanismus ausgekoppelt und das Werk bewegt nur die Zeiger. Die Standuhr wurde konzipiert um drei Monate lang zu laufen. Diese lange Laufzeit wird durch zwei Gewichte gewährleistet, die sich auf beiden Seiten der Uhr und versteckt in der Doppelwand des Gehäuses befinden. So entsteht der Eindruck die Uhr sei von unsichtbarer Hand angetrieben. Die Gewichte sind durch zwei Zylinder verbunden, welche das mittlere Zahnrad antreiben. Ein weiteres besonderes Merkmal dieser Standuhr ist, dass sie jede Minute schlägen kann. Dies war sehr hilfsreich für astronomische Observationen, denn sie ermöglichte somit dem Astronomen die Minuten zu zählen und gleichzeitig ein Ereignis zu observieren. Die Uhr stand von 1836 bis 1863 in Breguets Produktionsstätte, mit einer zweijährigen Ausnahme; von 1847-49 war sie im Besitze von Comte de Montalvo. Am 31. Juli 1849 wurde die Standuhr im Austausch gegen eine Uhr Nr. 233 vom Grafen zurückgegeben. Einer der bedeutendsten Uhrmacher überhaupt war Abraham Louis Breguet. Er wurde 1747 in Neuchâtel geboren und zeigte schon sehr früh Interesse an der Uhrmacherei seines Stiefvaters. Dieser schickte ihn 1762 - gerade mal 15-jährig - zu einem berühmten Uhrmacher in Versailles in die Lehre. Dreizehn Jahre später gründete Breguet ein Geschäft am Quai d'Horologe und erlangte schnell einen hohen Bekanntheitsgrad - zu seinen Kunden gehörten auch Louis XVI und Napoleon. Breguet besass einen immensen Ideenreichtum und das Talent, bereits bestehende Lösungen zu verbessern, aber auch neue technische Möglichkeiten zu entwickeln. Mit viel beruflicher Begeisterung variierte er seine Erfindungen und experimentierte mit ihnen herum. So kam es, dass von den ca. 4000 Uhren, die in seiner Werkstatt entstanden sind, beinahe keine einer anderen gleicht. Breguet pflegte enge Kontakte zu anderen berühmten Uhrmachern seiner Zeit, wie zum Beispiel zu Ferdinand Bertoud und John Arnold. Die Firma, die Abraham Louis Breguet gegründet hatte, wurde nach seinem Tod 1823 von Enkeln und Urenkeln weitergeführt. Sie befindet sich heute an der Place Vendôme in Paris. Breguet verbesserte entscheidend die Automatik-Taschenuhr durch die Verwendung zweier Federhäuser und nannte sie "Perpetuelles". Sie funktionierten mittels eines Platin-Gewichtes. Er fertigte zudem Blindenuhren ("montres à tact") mit drehbarem Gehäuseboden, an dem ein Zeiger befestigt war; damit und anhand von Markierungen am Rand der Taschenuhr liess sich die Zeit ertasten.Breguet produzierte auch Schlagwerkuhren in höchster Vollendung, die bis dahin kein Uhrmacher fertiggebracht hatte. Zu seinen Erfindungen gehört auch eine Stoppuhr mit springendem Sekundenzeiger und der Tourbillon. Das Talent Breguets zeigt sich in allen Bereichen der Uhrmacherkunst. Er hinterliess nicht nur in technischer, sondern auch in ästhetischer Hinsicht ein unvergleichliches Werk. Seine Uhren wurden so oft kopiert, dass er ab 1795 eine Geheimsignatur auf dem Zifferblatt anbringen lies: eine spezielle Gravur, die normalerweise unsichtbar war und nur aus einem bestimmten Blickwinkel gesehen werden konnte. 1783 erhielt er den Auftrag, die bis dato komplizierteste Uhr anzufertigen. Sie sollte alle bis dahin bekannten Komplikationen in sich vereinigen. Breguet wurde nicht unter Zeitdruck gesetzt, und so kam es, dass dieses Wunderwerk erst 1820 vollendet wurde. Die Uhr, die den Namen "Marie Antoinette" bekam und Räder, Platinen und Brücken aus Gold besitzt, wurde mit einem Minutenrepetitions-Schlagwerk versehen, d.h. die Zeit wird auf Knopfdruck und auf die Minute genau akustisch angegeben. Breguet fügte auch einen "Ewigen Kalender", ein Kalendarium, das selbsttätig die verschiedenen Monatslängen und sogar die Schaltjahre berücksichtigt, und einen Selbstaufzug mit Auf- und Abzeiger, anhand dessen sich die Energiereserve der Zugfeder ablesen liess. Ferner zeigte die Uhr die Differenz zwischen zwölf Uhr Mittag und den tatsächlichen Höchststand der Sonne an. Dieses Wunderwerk der Uhrentechnik befindet sich heute im Mayer-Museum in Jerusalem.

CHF 350 000 / 550 000

€ 307 020 / 482 460

Sold for CHF 526 000 (including buyer’s premium)
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