I am already registered - Login:


Don't have an account yet?

Click here to register



Lot 1060* - A168 Furniture & Sculptures - Thursday, 27. March 2014, 10.00 AM

ASTRONOMIC LONG CASE CLOCK "A EQUATION", so-called "Gutwein-Uhr", Louis XV, the movement is from a Wurzburg master workshop, probably NESTFELL-FELLWECK (Johann Georg Nestfell, 1694-1762 and Johann Georg Fellwöck, 1728-1810), Southern Germany ca. 1760. Purpleheart in veneer, finely inlaid with cube marquetry "en papillon" and ornamental frieze. Base with grey/beige marble plate. Silver-plated bronze dial with hours in Roman numerals and minutes in Arabic numerals. With indication for sun time, date, world time, signs of the zodiac, and North Pole projection. 5 fine, partially gilt and blued hands. Fine anchor escapement 80 days power reserve, intricate calendar movement. Fine, gilt bronze mounts and applications. Movement requires servicing. Alterations. H 202 cm.

sog. "Gutweinuhr", Louis XV, das Werk aus einer Würzburger Meisterwerkstatt, wohl NESTFELL-FELLWECK (Johann Georg Nestfell, 1694-1762 und Johann Georg Fellwöck, 1728-1810), süddeutsch um 1760.
Veilchenholz gefriest sowie fein eingelegt mit Würfelmarketerie "en papillon" und Zierfries. Mehrfach geschweiftes, rechteckiges Gehäuse mit bogenförmigem Abschluss und Pendelsichtfenster auf mehrfach bombiertem Sockel mit grau/beiger Marmorplatte. Versilbertes Bronzezifferblatt mit römischen Stunden- und arabischen Minutenzahlen sowie Angaben für die Sonnenzeit, Datum, Weltzeit im Jahreskalender, Tierkreise und Nordpolprojektion. 5 feine, teils vergoldete und gebläute Zeiger. Feines Ankerwerk mit 80-Tagedauer, Äquationswerk und aufwändiges Kalenderwerk. Feine, vergoldete Bronzebeschläge und -applikationen. Werk zu revidieren. Ergänzungen. H 202 cm.

Eine Standuhr mit nahezu identischem Zifferblatt und Werk ist Teil der Sammlungen des Mainfränkischen Museums in Würzburg und abgebildet im Sammlungskatalog; S. 256-268. Weitere, ähnliche Standuhren sind Teil der Sammlungen des Bayerischen Nationalmuseums in München und eine dritte wurde in den 1960er Jahren im deutschen Kunsthandel angeboten. Die Bezeichnung "Gutweinuhr" ist insofern etwas irreführend, weil damit nicht ein eigentlicher Uhrmacher, sondern der Graveur des Zifferblattes aus Würzburg benannt wird. Wie auch die hier angebotene Standuhr, sind die drei oben erwähnten Werke nicht signiert, was aufgrund der hochwertigen Qualität erstaunlich ist. Als Vorlage für solche Standuhren müssen die geographischen Uhren des Paters Klein in Prag erwähnt werden, welche dieser in den 1750er Jahren fertigte. Unter dem Begriff der Äquation oder Zeitgleichung versteht man die Differenz in Minuten und Sekunden zwischen der mittleren Ortszeit, angezeigt von der genau gehenden Uhr, und die wahre Zeit, angezeigt von einer genau eingestellten Sonnenuhr. Nachdem die Erfindung des Pendels und dessen Einzug überall in Europa vor 1700 die Sekundengenauigkeit in stationären Uhren ermöglicht hatte, und da es schon um 1700 Sonnenuhren mit Minutenanzeige gab, wurde die Notwendigkeit einer Äquationsanzeige bei wissenschaftlichen und astronomischen Uhren grösser. Die örtliche Sonnenzeit war die einzige Möglichkeit, eine mechanische Uhr einzustellen und die Äquation musste dabei berücksichtigt werden. Um 1700 erschienen in England und Frankreich Uhren, welche die Äquation anzeigten. Über eine Nieren- oder Kurvenscheibe, die einmal im Jahr sich drehte, konnten die Differenzen zur mittleren Zeit eingestellt werden. Die Erfindung dieser Scheibe wird C. Huygens (Christian Huygens, 1625 Den Haag 1695) zugeschrieben. J.G. Fellwöck (oder Fellweck) erlernte die Schreiner-Handwerkskunst in der Werkstatt seines Vaters und war später mit den Hofschreinern B. Schlecht und J.G. Nestfell tätig. Der Letztgenannte erhielt 1755 von Seinseheim den Auftrag, ein Planetarium zu bauen und wurde vier Jahre später Universitätsmechaniker, der zwei grosse Mauerquadranten für die Universitätssternwarte in Zusammenarbeit mit J.G. Fellweck lieferte. Dieser wurde nach dessen Tod sein Nachfolger, übernahm die bekannte Werkstatt und reinigte und pflegte die Werke des Planetariums seines Vorgängers. 1768 lieferte er die heute in München stehende "Gutweinuhr" an das Astronomische Institut der Würzburger Universität. 1809 wurde J.G. Fellwöck bei der Stiftungsfeier der damaligen "Gesellschaft zur Vervollkommnung der mechanischen Künste" zum Ehrenmitglied ernannt. Lit.: J. Abeler, Meister der Uhrmacherkunst, Wuppertal 2010; S. 151 (biogr. Anbaben zu J.G. Fellwöck) und S. 403 (Angaben zu J.G. Nestfell).


CHF 160 000 / 240 000 | (€ 149 530 / 224 300)

Sold for CHF 192 000