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Lot 1284* - A168 Furniture & Sculptures - Thursday, 27. March 2014, 10.00 AM

PRINCELY TABLE ORNAMENT, in the Régence style, stamped ODIOT, with mark and coat of arms of the DE CORDIER DE BIGARS family, Paris ca. 1895. Bronze, silver-plated. 66x53x51 cm.

Régence-Stil, sign. ODIOT, mit Marke sowie Wappen der Famile DE CORDIER DE BIGARS, Paris um 1895.
Bronze versilbert. Barkenförmiges Zentralgefäss mit Deckel mit 2 Portrait-Medaillons, Blättern und Artischockenknauf sowie 8 stark geschweiften Lichtarmen mit grossen Tropftellern und vasenförmigen Tüllen mit markanten, blätter- und blumenbeschmückten "Bobèches", auf bastionsförmigem Sockel mit 4 analogen Lichtarmen auf Volutenfüssen "aux bustes de femmes". 66x53x51 cm.

Provenienz: Der Tafelaufsatz ist ein Nachguss der Firma Gustave Odiot aus den späten 1870er Jahren und war Hochzeitsgeschenk für Baron Franck Seillère und seine Gemahlin Marguerite de Galliffet 1880. Ein modellogleicher Surtout de Table wurde bei Koller Auktionen am 23.6.2007 (Katalognr. 1102) angeboten und stammte aus den Sammlungen des Marquis de La Londe, Jean-Baptiste François de Cordier de Bigars (1705-1785). Die ersten Surtout de Tables, auch "milieu de table" genannt, sind um 1697 zu datieren. Der Goldschmied N. Delaunay lieferte in diesem Jahr für Louis XIV zwei Surtouts aus vergoldetem Silber in das Château de Marly. Bereits 1698 findet sich ein - nun in den Quellen "surtout" genannter - Aufsatz, den der Duc d'Orléans dem englischen Botschafter Milord Portland schenkte: "Il y avait au milieu de la table un grand surtout ou milieu de table en vermeil doré. Il y a peu de temps que ces sortes d'ouvrages sont inventés pour garnir le milieu des tables. Ils y demeurent pendant tout le repas. Ils sont toujours enrichis de figures et portent quantité de choses pour l'usage de la table. Ces espèces de machines de nouvelle invention cachent, dans le repas du jour, sous des ornements utiles, les endroits ou l'on met le soir des bougies", in: G. Aibille, Les sourtout de table dans l'art français du XVIIIe siècle, L'objet d'Art 126 (1992), S. 63-73. Wie oben erwähnt, weist auch unser Surtout eine Tages- und Nachtversion auf: Alle "Bobèches" sind drehbar und als Kerzenhalter oder Dekoration zu verwenden. Da alle Lichtarme abnehmbar sind, ist auch eine Verwendung ohne Lichtträger möglich. Es sei zudem auf die Tischsitten jener Epoche hingewiesen: Während der Mahlzeiten war zu Beginn der gesamte Tisch mit diversen Tellern gedeckt, die nach und nach weggeräumt wurden. Es blieben nur die Gewürzdosen, die Öl- und Essigflaschen und die Zuckerdosen auf dem Tisch, welche auf dem Tablett des Surtout platziert wurden. Zu Beginn wurden die Surtouts vor allem in Silber hergestellt, der grosse Erfolg dieser Objekte führte dann allerdings dazu, dass auch andere, günstigere Materialien verwendet wurden, wie Fayence, vergoldete Bronze und Holz.


CHF 40 000 / 70 000 | (€ 37 380 / 65 420)

Sold for CHF 126 000