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Lot 1104* - A168 Furniture & Sculptures - Thursday, 27. March 2014, 10.00 AM

DESK "A ABATTANT", Louis XV, stamped RVLC (Roger Vandercruse, maître 1755), Paris ca. 1760/65. Tulipwood and purpleheart in veneer and exceptionally finely inlaid in "bois de bout"; flowers, leaves, cartouches and ornamental frieze. Slightly convex front with central drawer with leather-covered top over 1 secret drawer between a double-door. Fine, matte and polished gilt bronze mounts and sabots. Shaped "Brèche d'Alep" top. 84x39x(open 62)x120 cm. Provenance: from a French collection.

Louis XV, sign. RVLC (Roger Vandercruse, Meister 1755), Paris um 1760/65.
Rosen- und Veilchenholz gefriest sowie ausserordentlich fein eingelegt in "bois de bout"; Blumen, Blätter, Kartuschen und Zierfries. Geschweifter, rechteckiger Korpus mit vorstehenden und abgerundeten Eckstollen auf wellig ausgeschnittener Zarge mit kurzen, geschweiften Beinen. Leicht bombierte Front mit zentraler Schublade mit lederbezogenem Deckblatt über 1 Geheimschublade zwischen Doppeltüre mit Lamellenverschluss und Doppeltüre. Inneneinteilung mit 4 Schubladen auf 2 Reihen unter 3 grossen Fächern. Feine, matt- und glanzvergoldete Bronzebeschläge und -sabots. Profilierte "Brèche d'Alep"-Platte. 84x39x(offen 62)x120 cm.

Provenienz: Aus französischem Besitz. R. Vandercruse gehört zu den wesentlichsten Ebenisten der Transistion-Epoche und trug entscheidend zur Entwicklung der Möbel hin zum Neoklassizismus bei. Seine Familie stammte ursprünglich aus Holland, er selbst wurde im Faubourg-Saint-Antoine in Paris geboren. Vater François war hier bereits als Künstler etabliert, was seinem Sohn die Möglichkeit gab, viele Freundschaften zu schliessen und wichtige Beziehungen zu anderen Kunsthandwerkern zu knüpfen, unter anderem zu Pierre II Migeon und Martin Carlin. Vandercruses Schwester Marguerite heiratete den berühmten Ebenisten Jean-François Oeben, und später, nachdem dieser gestorben war, Jean-Henri Riesener. Durch seine eigene Heirat mit Marie-Jeanne Progin wurde R. Vandercruse Schwager zweier anderer Ebenisten, Pierre Pioniez und Jean Marchand. R. Vandercruse benutzte zwei verschiedene Signaturen, "R. Lacroix", als Übersetzung seines Namens ins französische "De la Croix", und die Initialen RVLC, "Roger Vandercruse de la Croix" - mit diesem Doppelnamen unterschrieb er manchmal auch Briefe und Dokumente. Ein paar seiner Arbeiten tragen beide Signaturen. 1755, möglicherweise nach dem Tod seines Vaters, übernahm R. Vandercruse das Atelier in der Rue du Faubourg-Saint-Antoine und erlangte rasch eine hohe "notoriété". Ab 1769 war er verantwortlich für alle Bestellungen des Hofes und lieferte mehrere Möbel an die königliche Entourage und Residenzen, wie zum Beispiel Kommoden für Madame Victoire und die Comtesse de Provence. Als die Revolution begann, zog sich R. Vandercruse aus dem Geschäft zurück. Er starb 1799. Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 749-766 (biogr. Angaben). J. Nicolay, L'art et la manière des maîtres ébénistes français au XVIIIe siècle, Paris 1976; I, S. 234-236 (biogr. Angaben). A. Pradère, Die Kunst des französischen Möbels, München o.J.; S. 281-289 (biogr. Angaben).


CHF 60 000 / 90 000 | (€ 56 070 / 84 110)

Sold for CHF 74 400