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Lot 1456* - A168 Silver & Porcelain - Monday, 24. March 2014, 02.00 PM

FINE TEA AND COFFEE SERVICE WITH PARFORCE AND EXOTIC HUNTING SCENES, Meissen, ca. 1760-1765. In its original case. Comprising: 1 case with later brass lock, 1 coffee pot and cover, 1 teapot and cover, 1 saucer, cover of a sugar bowl, 1 tea caddy and cover, 1 bowl, 6 coffee cups and saucers, 12 tea cups and saucers. The case lined with dark red leather, the lock later. Underglaze blue crossed-swords marks. Restorations. PLEASE NOTE: cover to milkjug replaced, 1 saucer a Vienna replacement, one cup and saucer with varied gilt rocaille decoration associated. Provenance: - Formerly in possession of a French branch of the Princes of Lobkowicz. - Swiss property.

JAGDSZENEN, Meissen, um 1760-1765.
In seinem originalen Koffer. Jedes Stück mit exquisiten, teilweise exotischen Jagdszenen, jeweils über einer Konsole aus Blumen, Pflanzen, Rocaillen und Spalierwerk, zwischen verstreuten Blumengebinden, Ränder vergoldet. Bestehend aus: 1 Koffer mit späterem Messingschloss, 1 Kaffeekanne und Deckel, 1 Teekanne und Deckel, 1 Soucoupe, Deckel einer Zuckerdose, 1 Teedose und Deckel, 1 Kumme, 6 Kaffeetassen und Untertassen, 12 Teetassen und Untertassen. Der Koffer mit dunkelrotem Leder überzogen, das Schloss später ergänzt. Unterglasurblaue Schwertermarken. Restaurierungen. ZU BEACHTEN: 1 Untertasse aus der Manufaktur Wien ergänzt, Deckel des Milchkännchens ersetzt, 1 Tasse und Untertasse mit variierter Goldbordüre assortiert.

Provenienz: -Ehemals im Besitz eines französischen Zweiges der Fürsten von Lobkowicz. - Schweizer Besitz. Das verzweigte Fürstengeschlecht Lobkowicz gehört zu den ältesten und bedeutendsten böhmischen Adelsgeschlechtern. Seine Rolle in der zentraleuropäischen Geschichte ist durch einige prominente Mitglieder der Familie geprägt worden. Unter anderem berühmt durch die Förderung Beethovens, verfügen sie bis heute über eine exzellente Kunstsammlung, darunter nicht nur bedeutende Gemälde, sondern auch Manuskripte, Bücher, Muskinstrumente und dekorative Kunst. Die Familie und ihre Sammlungen blieben leider nicht verschont von den dramatischen Ereignissen des frühen 20. Jh. Politische Aktivität bei der Neuordnung der demokratischen Tschechoslowakei 1918 und das Amt Prinz Maximilian Lobkowicz (1888-1967) als Botschafter der Tschechoslowakei in Grossbritannien, führten zur Enteignung der Familie durch die Nationalsozialisten 1939. 1945 wurde der gesamte Besitz restituiert, doch bereits drei Jahre später mit der Machtübernahme der Kommunisten 1948, wurde die Familie wieder weitgehend enteignet. Spuren der gewaltsamen Öffnung am Porzellankoffer, diverse restaurierte Teile und die Erneuerung des Schlosses müssen Spuren der gewaltsamen Aneignung und Öffnung des Koffers durch russische Truppen sein. Mit der Öffnung der Tschechoslowakei 1989 und dem Einsatz der Tschechischen Regierung gelangten Grossteile der Sammlung und Besitztümer wieder zurück in die Familie. Die Jagd gehörte auch am Hof der sächsischen Kurfürsten und polnischen Könige August II., dem Starken und August III. zum beliebtesten Zeitvertreib. Man unterschied zwischen dem Eingestellten Jagen und der zu Pferd stattfindenen Parforcejagd, die ursprünglich von Ludwig XIV. nach dem Vorbild des Überlandjagens entwickelt wurde und im Laufe des 18.Jh auch an den deutschen Fürstenhöfen Gang und Gäbe war. Es handelt sich hierbei um eine Such- und Verfolgungsjagd, die durch berittene Jäger mit Hundemeute ausgetragen wurde. Gejagd wurde entweder ein Rothirsch oder ein Keiler, der so lange verfolgt wurde bis er erschöpft war und von den herbeigerufenen Jagdherrn oder vom Jagdgast mit dem Hirschfänger oder dem Sauspiess getötet wurde. Die Szenen stammen aus einer Zeit, in der sich die Maler mehr und mehr von den Kupferstichvorlagen von Ridinger lösten und mehr idealisierte Jagdszenen schufen, in denen Jäger jedoch nach wie vor ihre charakteristischen Trachten trugen; der Falkner die rot-grüne Tracht, die berittenen Piqueure stets in gelb-blauem Livree und die Pirschjäger die rein grüne Tracht. Für die Jagden auf exotische Tiere wie Elefanten und Löwen standen keine Stiche von Johann Elias Ridinger zur Verfügung, hierfür griff man auf ältere Vorlagen, wie beispielsweise Antonio Tempesta zurück, dem 'Primo libro di caccie varie' , die Vorlagen standen den Malern in den Dresdener Kunstsammlungen zur Verfügung. (U.Pietsch, Porzellan Parforce, München 2005, S.12-13, 114-117)


CHF 50 000 / 70 000 | (€ 46 730 / 65 420)

Sold for CHF 78 000