Lot 1800 - A170 Silver & Porcelain - Monday, 15. September 2014, 02.00 PM

RARE MODEL OF AN 'AUGUSTUS REX' GREAT CRESTED GREBE,Meissen, model by Johann Joachim Kändler, ca. 1734. Naturalistically modelled. Blue AR monogram on the unglazed base. H 48 cm. Restoration on both feet, beak and reed leaves, small chip on head feathers. Provenance: - From the Royal Collections, Friedrich August II. Elector of Saxony, King August III. (1696-1763), Dresden. - Gut Aabach, Risch am Zuger See.

Meissen, Modell Johann Joachim Kändler, um 1734.
Naturalistisch modelliert und staffiert, das Gefieder in Braunschattierungen und Lachsrosa und schwarz und gelb geringelten Füssen. Der mit seegrün-gelbem Schilf bewachsene Felsen staffiert in Braunschattierungen und Purpur. Blaues AR-Monogramm auf dem unglasierten Sockel. H 48 cm. Restaurierung an beiden Füssen, Schnabel und Schilfblättern, kleine Bestossung an Kopffedern.

*********MAIL VON SAMUEL WITTWER (Schlösser und Gärten Berlin) vom 25. Juli 2014:Liebe Frau Neumaier, das ist doch sehr interessant. Natürlich ist es sehr schwer, von einem Bild her zu urteilen, aber auf den ersten Blick stört mich nichts an dem Haubentaucher. Zudem ist es ja erstaunlich, dass von den 11 Stück (6 davon bunt), die ursprünglich in Dresden waren, heute nur noch 3 dort sind, d.h. irgendwo müssen die anderen ja sein. Der - wenn ich mich nicht täusche - Textilabdruck auf der Unterseite kenne ich auch von anderen kleineren Tierfiguren (mir wollten Leute immer weis machen, dassdies Samson sei...., ist aber nicht). Den Stempel habe ich leider auch nicht lesen können, da müssten Sie vielleicht eine vergrößerte Detailaufnahme machen lassen. Ich hoffe, dass die Provenienz des Tieres für die 30er Jahre ok ist, der Stempel könnte ja auch so etwas besagen. Mit besten GRüßen S. Wittwer Provenienz: - Aus den Königlichen Sammlungen, Friedrich August II. Kurfürst von Sachsen, König August III. (1696-1763), Dresden. - Gut Aabach, Risch am Zuger See. August der Starke (1670-1733) und seine Menagerie für das Japanische Palais in Dresden dominieren nach wie vor den Ruhm der Meissener Manufaktur. Durch seinen Sohn und Nachfolger August III. wurde die Sammlung im grossen Stil erweitert um die königlichen Interieurs mit den heimischen und exotischen Tieren zu beleben und die Tafeldekorationen mit den kleinformatigen Modellen zu schmücken. Von den ursprünglich im Jahre 1736 für das Japanische Palais gelisteten elf Exemplaren von Haubentauchern, sechs davon bemalt, existieren in der Dresdener Porzellansammlung heute noch drei, davon zwei bemalt.
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Der Haubentaucher, der nach der Vorlage eines Tierpräparat modelliert wurde, ist in den Arbeitsberichten von Kändler wie folgt gelistet: Im Juli 1734 (als Bozzetto) ' Specificatio Dererjenigen fremden Thiere und Indianischen Vögeln Welche...von mir Endes Benannten so wohl in richtige Modelle als auch accurate und richtige Zeichnung...gebracht worden, damit selbige...bey hiessiger Königl. Porcellain Fabrique ins grosse angefangen werden...können...In der Kunst Kammer nach dem ausgestopfften Thieren poussiret...Eine Indiansichee Ente mit einem Hals Kragen, JJ Kändler. Im Rapport Sept./Okt. 1734 ' Specificatio Dererjenigen Modelle so von Endes-Benannten im Monath Augusti 1734 sind Inventiret und gefertiget worden...Eine grosse Affricanische Ente grösser als die hiesigen EntVögel seynd Ist sonderlich wegen ihrer an Hals Habenden bunden Grausse und Kragen anzusehen Hat einen Schwantz fast wie eine Henne und ist vor gestellet wie selbige in alerhand Schilff und Grasse sitzet, Johann Joachim Kändler', BA IAa.22, fol.317b. (Samuel Wittwer, Die Galerie der Meissener Tiere, 2004, S.325f.) Abbildungen zu AR Marken auf Meissener Vögeln des 18.Jh im Katalog der Porzellansammlung des Rijksmuseums in Amsterdam, A. den Blaauwen, Meissen Porcelain, 2000, S. 103 Abb. 90 , S. 395-415.

CHF 20 000 / 30 000

€ 17 540 / 26 320

Sold for CHF 144 000 (including buyer’s premium)
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