I am already registered - Login:


Don't have an account yet?

Click here to register



Lot 3634 - Z38 Prints & Multiples - Saturday, 27. June 2015, 03.00 PM

PABLO PICASSO

(Málaga 1881–1973 Mougins)
Jeune fille inspirée par Cranach. 1949.
Lithografie. 17/50. Unten links signiert: Picasso, sowie unten rechts im Stein datiert: 26-27.3.49. Blattmass 65,6 x 50 cm auf Vélin von Arches. Winzige, fachmännische Restaurierung.

Provenienz: Seit mindestens 45 Jahren Privatbesitz Schweiz Werkverzeichnis: - Bloch, Nr. 602. - Mourlot, Nr. 176. Literatur: Vgl. Gauss, Ulrike (Hrsg.): Pablo Picasso. Die Lithographie. Graphikmuseum Pablo Picasso. Die Sammlung Huizinga, Münster 2000, Nr. 488. Pablo Picassos druckgrafisches Werk gehört sowohl in Umfang, Variantenreichtum als auch vor allem in Bezug auf die Qualität zum Besten, was in der Kunst des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Er beherrscht alle grafischen Techniken, kombiniert sie meisterlich und greift auch auf längst vergessene Techniken zurück. Die Grafik nimmt in seinem Gesamtwerk eine gleichwertige Stellung zu den Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen ein. Es gibt Phasen in seinem künstlerischen Schaffen, in denen die Grafik das beherrschende Medium ist. Die Variationsmöglichkeiten der unterschiedlichen Drucke ermöglichen es Picasso, seine Experimentierfreudigkeit auszuleben, und dabei nimmt die Lithografie eine besondere Stellung ein. Zwar dominieren die Radierungen sein Werk, dennoch bietet die Lithografie einen entscheidenden, ihm überaus wichtigen Vorteil: "das Festhalten von "Zuständen", an denen er nachträglich weiterarbeiten konnte. Bei den Gemälden "Guernica" (1937) und "Das Leichenhaus" (1945) liess er die Etappen der Entstehung in Photographien festhalten. Die Lithographie gestattete ihm nun, den einzelnen Zustand trotz des Prozesses der weiteren Verwandlung unzerstört (als Abzug) zu bewahren." (zit. Erich Franz, in: Aust.Kat. Münster, 2000, S. 10). Eine junge Frau, als Halbfigur, sitzt frontal zum Betrachter und schaut uns mit ihren grossen Augen direkt an. Blumenschmuck ziert ihren Kopf, wogegen das Kleid sehr schlicht gehalten ist. Sehr schön zeigt dieses Werk die Charakteristika der Lithografien aus dieser Zeit. "Gegenüber den mehr breitflächigen und überwiegend malerisch angelegten Lithographien von 1948/49 hat Picasso ab 1949 zunehmend wieder die Linie als eigenwertige Stimme ins Formgeflecht einbezogen. Nun dient sie weniger der Konturierung, sondern breitet sich beinahe ornamenthaft aus und umspielt die Figur [...]" (zit. Gauss, Ulrike (Hrsg.): Pablo Picasso. Die Lithographie. Graphikmuseum Pablo Picasso. Die Sammlung Huizinga, Münster 2000, S. 12). Neben der stilistischen Seite gibt es natürlich auch immer die motivische, und diese verbindet in diesem Werk beeindruckend zwei dominierende Themen in Picassos Oeuvre. Grossformatigen Frauenporträts widmet er sich phasenweise immer wieder - einige seiner bekanntesten Grafiken sind Frauenporträts. Während in den meisten Fällen seine derzeitige Frau auch Modell ist, so ist in der vorliegenden Lithografie keine genaue Zuordnung des Modells möglich. Das mag am zweiten Thema liegen, dem er sich widmet: seine Bewunderung und Auseinandersetzung mit dem Altmeister Lucas Cranach. Bei den wohl zwei bekanntesten Werken - dem Linolschnitt "Buste de femme d'après Cranach" und der Radierung "Venus et l'amour d'après Cranach - können wir die als Vorlage oder Inspiration dienenden Gemälde Cranachs auf den ersten Blick identifizieren. Bei dem vorliegenden Werk ist es anders, denn hier beginnen wir erst mit dem Lesen des Titels nach Merkmalen Cranachs zu suchen. Es handelt sich um eine noch freiere Umsetzung als es in den zwei vorher genannten Werken der Fall ist. Wieder einmal zeigt sich beeindruckend, dass Picasso sich Inspiration und Vorbilder in der Kunstgeschichte gesucht hat, die Auseinandersetzung und Umsetzung erfolgt dann aber vollkommen frei und im Sinne seiner persönlichen, künstlerischen Entwicklung.


CHF 30 000 / 40 000 | (€ 28 040 / 37 380)

Sold for CHF 34 100