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KÖNIG, FRANZ NIKLAUS

* 6.4.1765 Bern, † 27.3.1832 Bern

Vitazeile Maler, Radierer, Kupferstecher, Lithograf, Zeichnungspädagoge und Schriftsteller. Trachtenbilder, Veduten, Porträts. Mitglied der Künstlerfamilie König Tätigkeitsbereiche Radierung, Malerei, Lithographie, Zeichnung, Gouache, Aquatinta Lexikonartikel Sohn des Emanuel König und der Maria, geborene Jaberg. Franz Niklaus König wurde früh in der Werkstätte seines Vaters in die Kunst der Flachmalerei eingeführt und durfte sich später bei Tiberius Dominicus und Marquard Wocher in Bern weiterbilden. Anschliessend arbeitete er kurze Zeit beim Vater, aber das Malen nach Vorlagen und Musterbüchern genügte ihm nicht. Er setzte seine Ausbildung beim Berner Kleinmeister Sigmund Freudenberger fort. Balthasar Anton Dunker lehrte ihn die druckgrafischen Techniken. 1786 heiratete König Maria Magdalena Wyss und eröffnete sein eigenes Flachmalergeschäft in Bern. Fünf der 19 Kinder, Georg Rudolf, Lily, Julie und Caroline König, waren ebenfalls künstlerisch tätig und halfen in der Werkstatt des Vaters mit.

1797 zog König mit der Familie ins Berner Oberland, denn Aufträge blieben in der Stadt zunehmend aus. Zuerst wohnte er im Schloss Interlaken, 1803–09 im Schloss Unterseen. Durch die französische Invasion 1798 und seinen Militärdienst in Solothurn kamen seine Geschäfte nur schlecht voran. Der Not gehorchend spezialisierte er sich nach der Rückkehr nach Unterseen erfolgreich auf Radierungen von Landschaften und ländlichen Genreszenen. Die Trachtenzyklen wurden zu Verkaufsschlagern. Dennoch zwangen ihn wirtschaftliche Gründe 1809 erneut zum Umzug zurück nach Bern. Damit fand auch eine künstlerische Veränderung statt: Lehrtätigkeit und die Herstellung von über 100 Transparentbildern sollten ihm ein neues Einkommen verschaffen, denn die druckgrafischen Arbeiten waren zwar auf dem Markt willkommen, hatten aber an künstlerischem Schwung verloren. Königs Zeit im Berner Oberland (1797–1809) ist die künstlerisch produktivste Phase seines Lebens. Er widmet sich der Kleinkunst (kolorierte Umrissradierungen, Lithografien, Aquarelle, kleine Ölgemälde), die für ein touristisches Publikum gedacht ist. Ebenso bemüht er sich tatkräftig um die Förderung des Fremdenverkehrs, der sich bis jetzt auf die Städte konzentriert hat. Reisende sind in seinem Atelier willkommen, und im Schloss Unterseen bietet er gar Gästezimmer an. Zusammen mit den bernischen Schultheissen von Mülinen und Sigmund Wagner ruft er die folkloristischen Alphirtenfeste von Unspunnen 1805 und 1808 ins Leben, die sich als Bildthema von Radierungen eignen. Königs druckgrafische Serien finden sehr grossen Absatz. Trachtenzyklen waren zwar seit Johann Ludwig Aberli sehr verbreitet, aber Königs Darstellungen bilden einen Höhepunkt dieser Tradition (zum Beispiel die Serie Grosser König, 1801). Auch die Genrezyklen mit Themen der ländlichen Idylle erfreuen sich grosser Beliebtheit. Als Illustrator ist König unter anderem am Helvetischen Almanach und den Berner Neujahrsblättern beteiligt. In der Nachfolge von Caspar Wolf widmet er sich als erster Berner Kleinmeister der Freiluftmalerei in der hochalpinen Landschaft. Die zahlreichen Darstellungen des Staubbachfalls im Lauterbrunnental (etwa das Ölgemälde, 1803, Kunstmuseum Bern) sind Beispiele für die Überwindung der rein deskriptiven Veduten und Ausdruck seines frühromantischen Bemühens, Stimmungslandschaften zu schaffen. Nach dem Umzug nach Bern 1809 gibt er die Freiluftmalerei auf, und seine Druckgrafik verliert an Charakter; sie wird primär reproduzierend, basiert meist auf älteren Skizzen. Königs Bedeutung für die Schweizer Kunst liegt in der Entwicklung der Landschaftsmalerei. Die späteren Transparentbilder knüpfen an die stimmungsvollen Ansichten des Oberlandes an, haben aber einen Hang zum Kitsch. 1811 präsentiert König das «Diaphanorama» erstmals in Bern und eröffnet 1815 ein «Transparenten-Kabinett». Später reist er damit durch die Schweiz, Deutschland und nach Paris und findet grosse Anerkennung. Neue Kunstformen wie das Diorama und Panorama erweisen sich jedoch bald als grössere Publikumsmagneten. Werke: Bern, Bernisches Historisches Museum; Bern, Schweizerische Landesbibliothek; Bern, Stadt- und Universitätsbibliothek; Kunstmuseum Bern; Kunsthaus Zürich; Zürich, Graphische Sammlung der ETH.


SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz

Anita Haldemann, 1998, aktualisiert 2016 https://www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4023112


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Lot 3001 - Z35 Swiss Art - Friday 06 December 2013, 02.00 PM

FRANZ NIKLAUS KÖNIG

(1765 Bern 1832)
Zytglogge. 1817.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts signiert und datiert: F. N. König. 1817.
74 x 62 cm.

CHF 20 000 / 30 000 | (€ 18 690 / 28 040)

Sold for CHF 21 600

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