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Lot 1186* - A168 Mobilier & Sculptures - jeudi, 27. mars 2014, 10h00

PAINTED CONSOLE "AUX VOLUTES", Louis XVI, probably G. JACOB (Georges Jacob, maître 1765), Paris ca. 1785. Wood exceptionally finely carved with rosettes, leaves, wave band, beading, paws and ornamental frieze, and painted white. Red/grey speckled marble top. 120x56x96 cm. Provenance: from a French collection.

Louis XVI, wohl von G. JACOB (Georges Jacob, Meister 1765), Paris um 1785.
Holz ausserordentlich fein beschnitzt mit Rosetten, Blättern, Mäanderband, Perlstab, Tatzen und Zierfries sowie weiss gefasst. Randprofilierte, abgerundete, rot/grau gesprenkelte Marmorplatte auf gerader Zarge mit 6 geschweiften, durch bewegten Kreuzsteg mit Zentralplateau verbundenen Volutenstützen mit markanten Tatzenfüssen. 120x56x96 cm.

Provenienz: Aus französischem Besitz. Hochbedeutende, ausserordentlich elegante Konsole von bestechender Qualität, an welcher die innovative Formensprache und hohe Handwerkskunst des G. Jacob in exemplarischer Weise evidenziert werden kann. G. Jacob ist der Begründer der wohl bedeutendsten Dynastie von Sitzmöbelherstellern des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Im Alter von 16 Jahren ging er nach Paris, wo er bei J.B. Lerouge einen "apprentissage" als "menuisier" absolvierte. Während dieser Lehrzeit knüpfte er Kontakt zu L. Delanois, G. Boucault und P. Forget. Nach der Gründung seiner eigenen Werkstatt in der Rue Meslée gelang G. Jacob der grosse Durchbruch; er belieferte den gesamten Hochadel der französischen Metropole. Ab 1777 fertigte er mit J.B. Sené, teils in Zusammenarbeit, teils in erbitterter Konkurrenz, Mobiliar für die Schlösser von Versailles, Petit Trianon, Fontainebleau, Saint-Cloud, Rambouillet usw. Nach erheblichen finanziellen Schwierigkeiten während der Revolution - viele von G. Jacobs Kunden waren verurteilt worden oder im Exil - gelang es ihm, vor allem mit Hilfe seines Freundes J.L. David, bedeutende Aufträge der neuen Regierungsmitglieder zu erhalten. 1803, nachdem er sich für 7 Jahre aus dem Geschäft zurückgezogen und die Werkstatt seinen beiden Söhnen überschrieben hatte, nahm G. Jacob zusammen mit F.H.G. Jacob-Desmalter die Leitung des Unternehmens wieder in die eigene Hand. Diese Zusammenarbeit und die Position als privilegierter Lieferant Napoleons und dessen Entourage ermöglichte ihm einen Ausbau der Werkstatt zu einer "entreprise" mit über 350 Angestellten. Allerdings geriet das Unternehmen wenige Jahre später durch die Krise des Empire und die finanziellen Schwierigkeiten der Staatskasse und der Oberschicht in erhebliche Probleme; ab 1813 führte F.H.G. Jacob-Desmalter das Geschäft in Eigenregie weiter. Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 409-434 (biogr. Angaben). D. Ledoux-Lebard, Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 267 (biogr. Angaben). J. Nicolay, L'art et la manière des maîtres ébénistes français au XVIIIe siècle, Paris 1976; I, S. 193-196 und 213 (biogr. Angaben). B.G.B. Pallot, Le mobilier du Musée du Louvre, Dijon 1993; II, S. 194-196 (biogr. Angaben). C. Payne, 19th Century European Furniture, Suffolk 1981; S. 37 (biogr. Angaben).

CHF 35 000 / 55 000 | (€ 35 000 / 55 000)

Vendu pour CHF 38 400