Lot 3029 - A142 Tableaux de Maîtres Anciens - vendredi, 21. septembre 2007, 15h00

BOSSCHAERT, AMBROSIUS II.

(Middelburg 1609 - 1645 Utrecht)
Früchtestilleben mit Muscheln und Insekten.
Öl auf Holz.
Unten links monogrammiert und datiert: A B (ligiert) fecit 163(0).
38,2 x 50,2 cm.

Provenienz: - Privatsammlung Deutschland. - Schweizer Privatbesitz. Dieses sehr qualitätsvolle Früchtestilleben, welches erst kürzlich in einer Schweizer Privatsammlung aufgetaucht ist und unpubliziert dem Markt bislang unbekannt blieb, ist ein charakteristisches Werk aus der Reifephase des Stillebenmalers Ambrosius Bosschaert d. J. Ambrosius Bosschaert d. J. war der älteste Sohn von Ambrosius Bosschaert d. Ä. (1573 - 1621), der sich als einer der ersten Maler auf Blumen- und Früchtestilleben spezialisierte und der grossen Nachfrage nach botanischen Schaustücken und exotischen Raritäten in seinen Gemälden nachkam. Wie bei Bol "The Bosschaert Dynasty" vermerkt, sind von Ambrosius d. J. 32 Werke bekannt (Bol, L.J.: The Bosschaert Dynasty, Leigh-on -Sea 1960, S. 44 - 48), wovon das früheste datierte Gemälde mit der Jahreszahl 1616 vermerkt ist, das bisher letztdatierte das Jahr 1643 anführt. Dabei wandelte sich seine Signatur über die Jahre von zunächst dem Monogramm "AB", wie auf unserem Gemälde, das ineinander verschlugen ist und an dasjenige des Vaters erinnert. In einem Blumenstilleben von 1633 entzifferte Bol die Signatur "A. Bosschaert" mit den ligierten Anfangsbuchstaben "AB". Ein Jahr später beginnt Bosschaert seine Werke mit der Signatur "A. Bosschaert" zu versehen, wobei das "A" kalligraphisch mit einem Schwung verziert wurde, das an ein C erinnert. Dies hatte eine falsche Leseart zur Folge, so dass seine Gemälde als Werke des C. A. Bosschaert identifiziert wurden. Langezeit wurden die Gemälde mit der Signatur "A. Bosschaert" des Ambrosius d. J. und diejenigen seines Bruders Abraham (1612 - 1643) nur einem Maler zugeordnet. Erst ein direkter Vergleich der Gemälde anlässlich einer Stillebeausstellung bei P. de Boer 1935 ermöglichte die Unterscheidung der beiden Malerbrüder. Es wird vermutet, dass Ambrosius Bosschaert d. J. von seinem Onkel, Balthasar van der Ast (1593 - um 1657) ausgebildet wurde, wobei die frühen Werke noch stark an jene des Vaters erinnern. Erst um 1626 beginnt der Maler seinen eigenen Kompositionsstil zu entwickeln und es entstanden vorwiegend Blumendarstellungen. Die Früchtestilleben sind hingegen seltener und erinnern an die Gemälde des Onkels Balthasar van der Ast. Das hier angebotene Stilleben ist ein sehr schönes Beispiel aus dem reifen Spätwerk des Malers, der wie seine beiden Brüder Ambrosius und Johannes (1607 - 1628), ebenfalls Stillebenmaler, sehr jung verstarb. Es ist in den 30er Jahren entstanden, das genaue Jahr lässt sich schwer entziffern. Die Komposition unserer Darstellung setzt sich zusammen aus einem auf einer Tischplatte stehende Früchtekorb, der mit Trauben, Birnen, Aprikosen, Pfirsichen, Kirschen und Nüssen gefüllt ist. Um diesen sind exotische Muscheln, Insekten und eine Eidechse gruppiert, um das Arrangement zu beleben. Die einzelnen Objekte scheinen sorgfältig platziert zu sein, ohne sich zu überschneiden oder zu verdecken. Sie zeichnen sich durch einen ausgeprägten Realismus und eine reiche Farbigkeit aus. Eine vergleichbare Komposition, datiert 1631 und mit dem selben Monogram "AB" versehen, wurde bei Christie's London am 12. 11. 1992 als Lot 67 versteigert und ist bei Bol, ebd., S. 96, Nr. 24 aufgeführt. Aber auch das Arrangement, das 1994 im Kunsthandel P. Tillou in London auftauchte und bei Sotheby's London am 3. 4. 1985, als Lot 44 versteigert worden war, zeigt starke Ähnlichkeiten mit unserer Darstellung. Dr. Fred Meijer vom RKD, Den Haag bekräftigt, dass es sich bei diesem Früchtestilleben um eine ausgezeichnetes Beispiel aus dem Oeuvre Ambrosius Bosschaert d. J. um 1630 handelt.

CHF 300 000 / 400 000

€ 250 000 / 333 330

Vendu pour CHF 610 000 (frais inclus)
Aucune responsabilité n'est prise quant à l´exactitude de ces informations.