Lotto 3047* - A216 Dipinti antichi - venerdì, 27. marzo 2026, 14h00
GERARD VAN BRONCHORST
(circa 1636 Utrecht 1673)
Portrait of a noblewoman with a fan. 1663.
Oil on canvas.
Signed and dated lower left: Gerard vBronchorst f: 1663.
101.5 × 83 cm.
Provenance:
- Probably collection of Maria Cornelia Dijkmans (circa 1774–1826) or Johanna Mechtelt Dijkmans, Utrecht, after 16 May 1798.
- Probably collection of B. A. C. de Lange van Wijngaarden (1782–1845), Gouda.
- Auction Rotterdam, 22 April 1846, lot 48.
- Probably collection of King Louis Philippe I (1773–1850), Paris.
- Auction Edward Terbruggen, Antwerp, 3 November 1851, lot 13.
- Probably Rutten Collection, Liege, beginning of the 20th century.
- English collection (verso with label).
- Probably collection of Dr Joseph Carlyle, UK.
- Collection of Fitzroy MacLean (1911–1996).
- Auction Christie's, London, 13 December 1996, lot 262 (as Caesar van Everdingen).
- With Bijl - van Urk, Alkmaar.
- European collection.
Literature:
- Paul Huys Janssen: Caesar van Everdingen 1616/17–1678: Monograph and catalogue raisonné, Doornspijk 2002, cat. no. R 36 (attribution to Caesar van Everdingen rejected).
Dieses feinsinnige Damenbildnis aus der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde 1996 dem Alkmaarer Maler Caesar van Everdingen (1616/17–1678) zugeschrieben. Eine kürzlich durchgeführte Restaurierung brachte jedoch die originale Signatur Gerard van Bronchorsts sowie die Datierung 1663 zutage, womit das Werk eindeutig dem Utrechter Maler zugewiesen werden kann.
Gerard van Bronchorst war der zweite Sohn des aus Utrecht stammenden Glasmalers, Radierers und Malers Jan Gerritsz van Bronchorst (1603–1661), der um 1650 nach Amsterdam übersiedelte und dort 1652 das Bürgerrecht erwarb. Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes reiste Gerard 1648 nach Italien, wo beide mehrere Jahre verweilten. Während dieses Aufenthalts spezialisierte sich Gerard auf idealisierte italienische Landschaftsdarstellungen in der Nachfolge Cornelis van Poelenburghs (1594/95–1667). Nach der Rückkehr in die Niederlande im Jahr 1654 liessen sich die Brüder in Amsterdam nieder. Gerard lebte dort vermutlich bis 1664, bevor er in seine Heimatstadt Utrecht zurückkehrte. Dort wurde er in den Jahren 1665–66 als Vorsteher der Malergilde verzeichnet. Bereits 1667 gab er die Malerei auf, um eine politische Laufbahn einzuschlagen. Von 1670 bis 1673 war er Mitglied des Stadtrats von Utrecht.
Das vorliegende Porträt überzeugt nicht nur durch seine feine Ausführung, sondern auch durch eine aussergewöhnlich gut dokumentierte Provenienz, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Es lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Gemälde aus der Auktion der Sammlung B. A. C. de Lange van Wijngaarden in Rotterdam im April 1846 identifizieren. Dort wurde ein "schönes Bildnis einer Dame, mit einem Fächer in der Hand" aufgeführt, mit identischen Massen wie das hier angebotene Werk. Wahrscheinlich wurde das Bild in der Folge vom französischen König Louis-Philippe I. (1773–1850) erworben, der von 1830 bis 1848 regierte. Nach seinem Tod gelangte das Werk 1851 erneut auf den Markt und wurde in einer Auktion in Antwerpen als "Bildnis einer Dame am offenen Fenster; von bewundernswerter Ausführung" angeboten – wiederum mit identischen Massen.
Der Autor des Werkverzeichnisses zu Gerard van Bronchorst, Thomas Döring, konnte das Gemälde aufgrund seines Verbleibs in einer Privatsammlung nicht berücksichtigen. In seiner Publikation verweist Döring jedoch auf ein männliches Gegenstück in der Sammlung des Musée des Beaux-Arts in Nîmes, ebenfalls datiert 1663 (siehe Döring 1993, S. 243, Kat.-Nr. C14). Aufgrund des identischen Formats und der spiegelbildlichen Komposition ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um das verlorene Pendant zum vorliegenden Herrenbildnis handelt. Es ist anzunehmen, dass sich beide Porträts ursprünglich in der Sammlung De Lange van Wijngaarden befanden, jedoch bei der Auktion 1846 in Rotterdam getrennt veräussert wurden.
Gerard van Bronchorst war der zweite Sohn des aus Utrecht stammenden Glasmalers, Radierers und Malers Jan Gerritsz van Bronchorst (1603–1661), der um 1650 nach Amsterdam übersiedelte und dort 1652 das Bürgerrecht erwarb. Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes reiste Gerard 1648 nach Italien, wo beide mehrere Jahre verweilten. Während dieses Aufenthalts spezialisierte sich Gerard auf idealisierte italienische Landschaftsdarstellungen in der Nachfolge Cornelis van Poelenburghs (1594/95–1667). Nach der Rückkehr in die Niederlande im Jahr 1654 liessen sich die Brüder in Amsterdam nieder. Gerard lebte dort vermutlich bis 1664, bevor er in seine Heimatstadt Utrecht zurückkehrte. Dort wurde er in den Jahren 1665–66 als Vorsteher der Malergilde verzeichnet. Bereits 1667 gab er die Malerei auf, um eine politische Laufbahn einzuschlagen. Von 1670 bis 1673 war er Mitglied des Stadtrats von Utrecht.
Das vorliegende Porträt überzeugt nicht nur durch seine feine Ausführung, sondern auch durch eine aussergewöhnlich gut dokumentierte Provenienz, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Es lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Gemälde aus der Auktion der Sammlung B. A. C. de Lange van Wijngaarden in Rotterdam im April 1846 identifizieren. Dort wurde ein "schönes Bildnis einer Dame, mit einem Fächer in der Hand" aufgeführt, mit identischen Massen wie das hier angebotene Werk. Wahrscheinlich wurde das Bild in der Folge vom französischen König Louis-Philippe I. (1773–1850) erworben, der von 1830 bis 1848 regierte. Nach seinem Tod gelangte das Werk 1851 erneut auf den Markt und wurde in einer Auktion in Antwerpen als "Bildnis einer Dame am offenen Fenster; von bewundernswerter Ausführung" angeboten – wiederum mit identischen Massen.
Der Autor des Werkverzeichnisses zu Gerard van Bronchorst, Thomas Döring, konnte das Gemälde aufgrund seines Verbleibs in einer Privatsammlung nicht berücksichtigen. In seiner Publikation verweist Döring jedoch auf ein männliches Gegenstück in der Sammlung des Musée des Beaux-Arts in Nîmes, ebenfalls datiert 1663 (siehe Döring 1993, S. 243, Kat.-Nr. C14). Aufgrund des identischen Formats und der spiegelbildlichen Komposition ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um das verlorene Pendant zum vorliegenden Herrenbildnis handelt. Es ist anzunehmen, dass sich beide Porträts ursprünglich in der Sammlung De Lange van Wijngaarden befanden, jedoch bei der Auktion 1846 in Rotterdam getrennt veräussert wurden.
CHF 12 000 / 18 000 | (€ 12 370 / 18 560)
Venduto per CHF 15 000 (incl. premio)