VOM LAND AUFS MEER
VORSCHAU AUF DIE AUKTION GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS AM 19. SEPTEMBER 2025
1863 verbrachte Eugène Boudin erstmals den Sommer im normannischen Trouville, der sich nach dem Anschluss an die Eisenbahn zum mondänen Badeort entwickelte. Der Maler widmete Trouville zahlreiche Werke – von eleganten Strandgästen vor Grandhotels bis zu Hafenansichten. Das vorliegende Bild, 1879 von der Deauville-Seite der Touques-Brücke aus gesehen, zeigt den von Fischer- und Ruderbooten gesäumten Kai. Boudin fängt meisterhaft Licht, Spiegelungen und Atmosphäre ein, was später den Impressionismus prägte und von seinem Schüler Claude Monet hoch geschätzt wurde.
EUGÈNE LOUIS
BOUDIN
Le port de Trouville. 1879.Öl auf Holz. 32,5 × 41 cm.
Schätzung: CHF 100 000 / 150 000
Jean-Baptiste Camille Corot zeigt in diesem Spätwerk eindrucksvoll seine Meisterschaft in der Erfassung von Atmosphäre und Licht. Ein in satten Grüntönen gemalter Vordergrund mit markantem Baum kontrastiert harmonisch mit dem lichtdurchfluteten Hintergrund und dem wolkigen Blau des Himmels. Typische Elemente für Corots Reifezeit, hier die Jahre 1860 bis 1865, sind die gestaffelte Landschaft, die alleinstehende Figur sowie die in der Ferne sich abzeichnenden Gebäude. Oft inspiriert von seinen Italienreisen, verbinden seine Werke Naturbeobachtung mit poetischer Erinnerung. Corot gilt als Wegbereiter der Plein-air-Malerei, die nicht nur die Landschaftsmalerei seiner Epoche, sondern mit dem Impressionismus gleich eine ganze Kunstströmung entscheidend beeinflusste. Bereits zu Lebzeiten gefeiert, blieb die Faszination für Corots italienisierte Landschaften ungebrochen. Sein Gemälde aus unserer September-Auktion befand sich ab 1914 in der Sammlung der US-Philanthropin Estelle Doheny, 1988 gelangte es in die Schweiz.
JEAN-BAPTISTE CAMILLE COROT
La chevrière italienne. Um 1860–65.Öl auf Leinwand. 46,7 × 37,3 cm.
Schätzung: CHF 100 000 / 150 000
Der 1342 Meter hohe Kofel in den Bayerischen Alpen ist mit seiner markanten Silhouette ein Wahrzeichen der Region. Er diente Carl Spitzweg als eindrucksvolle Kulisse. Der naturverbundene Maler, selbst passionierter Hobbybotaniker, schildert die Berglandschaft mit fein abgestuften Braun-, Gelb- und Grüntönen, präzise erfassten Bäumen sowie liebevoll gesetzten Tupfen in Blau und Weiss für alpine Blumen. Unser Werk gehört zu den fünf bekannten Versionen des Motivs und zählt, gemeinsam mit dem Exemplar im Museum Georg Schäfer, zu den feinsten Ausführungen. Spitzweg übersetzt die romantische Bildsprache seiner Zeit ins Alltägliche, während die wuchtige Felswand des Kofel im Hintergrund die Szenerie majestätisch beschliesst.
IVAN KONSTANTINOVICH
AIVAZOVSKY
Wellengang auf hoher See. 1898.Öl auf Leinwand. 61 × 93,5 cm.
Schätzung: CHF 200 000 / 300 000
Während Ivan Aivazovsky in seinen frühen Jahren vornehmlich ruhige, harmonische Marinen schuf, dominieren in seinem Spätwerk dramatische Kompositionen, die die Urgewalt des Meeres inszenieren. Das jetzt angebotene Gemälde von 1898, zwei Jahre vor seinem Tod entstanden, zeigt ein aufgewühltes Meer bei starkem Seegang und besticht durch virtuose Lichtführung. Bereits 1847 wurde der erst 30-Jährige zum Professor der Marinemalerei an der Kunstakademie in St. Petersburg ernannt und später von Zar Nikolaus I. zum offiziellen Maler der kaiserlichen Marine bestellt. Internationale Anerkennung führte ihn durch die wichtigsten Kulturzentren Europas. Aivazovsky reduzierte Farbpalette und die ausgewogene Komposition verleihen dem Werk eine moderne Anmutung, die seine bis heute anhaltende Popularität erklärt.
CARLO BOSSOLI
Blick auf den Genfersee, Genf und den Mont Blanc.Gouache und Tempera auf Papier
auf Leinwand. 57,8 × 86,6 cm.
Schätzung: CHF 25 000 / 35 000






