拍品 1166A* - A157 家具、瓷器& 装饰品 - Donnerstag, 23. Juni 2011, 10.00 AM
OVAL GUERIDON WITH "VERRE EGLOMISE" TOP,Louis XVI, stamped N. PETIT (Nicolas Petit, maitre 1761), guild stamp, Paris circa 1775/85. Tulipwood in veneer. The top with exceptionally fine "verre eglomise" and edged in pierced bronze rail. The front with 1 drawer with leather-lined sliding top above a compartment and silver-plated containers for ink. Gilt bronze mounts and sabots. 43x34x76 cm. A highly important gueridon of impressive quality. With verbal confirmation of authenticity by A. Droguet, Paris, author of the catalog raisonne of N. Petit.
Louis XVI, sign. N. PETIT (Nicolas Petit, Meister 1761), Innungsstempel, Paris um 1775/85.
Rosenholz gefriest. Das Blatt mit ausserordentlich feinem "verre églomisé"; goldene Zentralrosette auf violettem Grund mit bunten Blumen, feinen Girlanden, Vögeln und Zierfries. Vorstehendes, in durchbrochene Bronzegalerie gefasstes Blatt auf gerader Zarge mit durch Zwischentablar verbundenen, sich nach unten verjüngenden Vierkantbeinen. Front mit 1 Schublade mit lederbezogenem, schiebbarem Blatt über Fach und versilberten Gefässen für Tintenzeug. Vergoldete Bronzebeschläge und -sabots. 43x34x76 cm.
Provenienz: Aus einer deutschen Sammlung. Hochbedeutendes Guéridon von bestechender Qualität. Mit mündlicher Echtheits-Bestätigung von A. Droguet, Paris, Verfasserin des Werkverzeichnisses von N. Petit. "Verre églomisé" ist die französische Bezeichnung für eine spezielle Art der Hinterglasmalerei mit Lackfarben. Eine Vorform des Eglomisierens war bereits in der Spätantike bekannt. Der Begriff "églomisé" wurde vom Namen des Pariser Kunsthändlers und Rahmenerzeugers J.B. Glomi (gest. 1786) abgeleitet, der die Technik vor allem anwandte, um Rahmen von Bildern und Spiegeln zu verzieren. In grossem Umfang wurde das Eglomisieren im 19. Jahrhundert betrieben, um Schilder herzustellen. Von dieser Technik kennt man drei verschiedene Arten: 1. das Hintermalen von Glas mit Lacken, wobei die Ornamente und Darstellungen im Lack ausgespart oder ausgekratzt werden. Die freien Stellen unterlegt man dann mit spiegelnder glatter oder zerknitterter Gold- bzw. Silberfolie. Schriftzüge werden im Allgemeinen nicht ausgespart, sondern freigekratzt. Bei Glasbechern erfolgt der Schutz der Verzierungen gewöhnlich durch ein eingesetztes zweites Glas. Rahmen mit Glaseinsätzen haben die Rückwand des Rahmens als Schutz. 2. Silhouettierte Darstellungen aus Gold- oder Silberfolie werden auf die Rückseite eines Glases aufgebracht und das Umfeld lackiert. Für die Binnenzeichnungen auf den Folien werden Radiernadeln verwendet. 3. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden häufig bereits vorher bemalte Folien an der Rückseite eines Glases aufgebracht. Das Aussehen entspricht dem einer Eglomisé-Malerei. Die Herstellung ist aber einfacher, weil nicht in Hinterglasmalerei gearbeitet werden muss, sondern wie bei einer herkömmlichen Malerei vorgegangen werden kann. In seiner über 30jährigen Tätigkeit in der Rue du Faubourg Saint-Antoine schuf N. Petit eine beeindruckende Anzahl an Möbeln diverser Stilrichtungen - vom "style Louis XV" über die Transition bis zum "style Louis XVI". Der immensen Schaffenskraft und Vielfalt verdankte er seinen exzellenten Ruf und prosperierende Geschäfte. Zu Beginn seiner Laufbahn fertigte er, dem Zeitgeschmack folgend, exquisite Möbel wie Kommoden, Sekretäre, Encoignuren, Damenbureaux und Beistelltische mit geschweiften Formen. Dabei erwies er sich als Meister aller Materialien, denn sowohl seine ausserordentlich feinen Marketerien wie auch die Lackarbeiten waren von stupender Qualität, welche den Werken der berühmtesten Ebenisten der Epoche - B. Van Risenburgh, J. Dubois und J.P. Latz - in keiner Weise nachstanden. Aus der Epoche der Transition sind zahlreiche bedeutende Möbel im "goût à la grècque" bekannt, einige mit ausserordentlich feinen Porzellanplaketten. Seinen künstlerischen Höhepunkt erlangte N. Petit in der neoklassizistischen Epoche, durch sein beachtliches Talent, verschiedene Materialien in meisterhafter Weise zu kombinieren. Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 642 (biogr. Angaben). J. Nicolay, L'art et la manière des maîtres ébénistes français au XVIIIe siècle, Paris 1976; I, S. 355/356 (biogr. Angaben). D. Ledoux-Lebard, Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S: 397 (mit Hinweis auf einen in Paris verkauften Sekretär der Krieger). A. Droguet, Nicolas Petit, Paris 2001 (biogr. Angaben). A. Pradère, Die Kunst des französischen Möbels, München 1990; S. 293 (Tafel 424-429 und 444). M. Brunet/T. Préaud, Sèvres - De nos origines à nos jours, Fribourg 1978; Tafel XVIII und XL.
CHF 35 000 / 45 000 | (€ 36 080 / 46 390)
以瑞士法郎銷售 CHF 26 400 (包含買家佣金)
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