EPOCHALES ZWISCHEN
ZWEI BUCHDECKELN
VORSCHAU AUF DIE AUKTION BÜCHER UND AUTOGRAPHEN AM 17. SEPTEMBER 2025
Das Gute an Büchern ist, dass sie auf alles eine Antwort haben. Seit jeher orientieren sich Menschen auf der Suche nach Fakten und Fiktionen am gedruckten Wort. Zu bedenken ist jedoch zweierlei: Zum einen können Sinn und Orientierung, die uns Bücher vermitteln, je nach Autorenschaft in völlig unterschiedliche Richtungen laufen. Zum anderen gibt es Fragen, auf die ein Text nicht wirklich einzugehen vermag.
MAX
BECKMANN
Apokalypse.Mit 27 eigenhändig kolorierten Original-Lithographien.
Frankfurt a. M., 1943. Folio (40 × 31 cm).
Schätzung: CHF 40 000 / 60 000
Nehmen wir zum Beispiel die Apokalypse. Wie hat man sich das Ende der Welt vorzustellen? Hier kommt die Kunst ins Spiel. Da in Büchern Platz für alles ist, dürfen sich Künstlerinnen und Künstler hier ausleben und das Unsagbare mit Bildern zum Ausdruck bringen. Zwei besondere Visionen vom Ende der Welt finden sich in unserer Herbstauktion für Bücher und Autographen am 17. September. In der berühmten Weltchronik von Hartmann Schedel aus dem Jahr 1493 ist die Sache klar: Am Ende der Zeiten wartet das Jüngste Gericht und im Totentanz wird die soziale Hierarchie aufgehoben. Einen anderen Akzent legt Max Beckmann, der seine Folge zur Apokalypse mitten im Zweiten Weltkrieg schuf. Seine 1943 entstandene Folge zur Apokalypse reflektiert die Tatsache, dass der Mensch sich die Welt zur Hölle machen kann.
HARTMANN
SCHEDEL
Buch der Chroniken und Geschichten.Nürnberg, Anton Koberger, 1493. Folio.
Schätzung:
CHF 25 000 / 40 000
Zwischen Spätmittelalter und Moderne liegen immerhin vier Jahrhunderte, in denen ebenfalls zahlreiche Bücher gedruckt wurden. Einige besonders schöne und wertvolle Exemplare aus unserer Juni-Auktion sollen daher hier nicht unerwähnt bleiben.
Die Benutzung von gedruckten Atlanten war für Reisende über Jahrhunderte hinweg eine Selbstverständlichkeit. Ein Atlas erschloss die Welt und die Routen zwischen Ländern und Erdteilen. Doch was genau ist eigentlich ein Atlas? Diese Frage lässt sich einfach beantworten: Er ist eine Kombination aus Karten und erläuternden Texten, die von Abraham Ortelius (1527–1598) im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts erfunden wurde. Ortelius kam auf die Idee, See- und Landkarten in einem einheitlichen Format stechen zu lassen und sie in einem Band zusammenzufassen.
ABRAHAM
ORTELIUS
Theatrum orbis terrarum.Antwerpen, Plantin, 1612.
Gr.-Folio (48 × 30,5 cm).
Schätzung:
CHF 120 000 / 160 000
Das erstmals 1570 erschienene Werk stellte die Kenntnisse der besten Geographen seiner Zeit einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung. Ortelius gelang es, die Welt vor dem Horizont seiner Zeitgenossen wie auf einer Schaubühne darzubieten. Wissenschaftlich so exakt wie möglich ausgeführt, präsentierte er den Erdkreis auch in künstlerisch ansprechender Weise. Das Werk war geschmückt mit mythologischen Darstellungen und verziert mit Abbildungen von nautischen Geräten oder Schiffen. Das Exemplar seines Atlas, das in unserer Auktion angeboten wird, stellt die Summe dieser Bemühungen dar. Es erschien 1612 und enthält den umfangreichsten Kartenbestand aller erschienenen Ortelius-Atlanten.
ISAAC
NEWTON
Philosophiae naturalisprincipia mathematica.
London, 1687.
Schätzung:
CHF 250 000 / 350 000
Ebenso epochal ist ein anderes Werk, die «Philosophiae naturalis principia mathematica» von Isaac Newton, die 1687 in London erschienen sind. Wir präsentieren eines der bedeutendsten wissenschaftlichen Bücher aller Zeiten mit einer faszinierenden Schweizer Biographie. Was genau damit gemeint ist, erfahren Interessierte natürlich in unserem gedruckten Auktionskatalog.
Dieses Diagramm aus Isaac Newtons «Philosophiae Naturalis Principia Mathematica» zeigt die Bahnen von Projektilen (Umlaufbahnen) unter dem Einfluss der Gravitation und veranschaulicht, wie sich Körper je nach ihrer Anfangsgeschwindigkeit bewegen. Newton zeigte damit, dass dieselbe Kraft (die Gravitation), die einen Apfel fallen lässt (oder in diesem Fall eine Kanonenkugel), auch den Mond in seiner Umlaufbahn hält.
Dies markierte den Moment, in dem die Menschheit erstmals erkannte, dass dieselben Naturgesetze sowohl auf der Erde als auch im Weltraum gelten.
«Perhaps the greatest intellectual stride that it has ever been granted to any man to make.» (Einstein)
WEITERE HIGHLIGHTS
FRIEDRICH
VON SCHILLER
Eigenhändiges Manuskript-Fragment.Entwurf zum Anfang des ersten
Aufzuges «Demetrius»,
Schillers letztes Werk (1804&ndash:1805).
Schätzung:
CHF 12 000 / 18 000
SULPIZ
BOISSERÉE
Ansichten, Risse und einzelneTheile des Doms von Köln.
Stuttgart, Cotta für
den Verfasser, 1821–(1831).
Schätzung:
CHF 30 000 / 50 000









