TROUVAILLEN AUS DER PARISER SAMMLUNG EMBDEN
VORSCHAU AUF DIE AUKTION WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS AM 18. SEPTEMBER 2025
Seit den 1960er-Jahren gehörten Arlette und Antony Embden zweifellos zu den bedeutenden Antiquitätenhändlern in Paris. Ihr berühmtes Geschäft am Quai Voltaire 15 zog mehr als ein halbes Jahrhundert lang Antiquitätensammler, Museumsleute und die angesehensten Persönlichkeiten der Stadt an. Mit seinem neugierigen und erfahrenen Auge reiste Antony Embden um die ganze Welt, um seltene und ungewöhnliche Objekte aufzuspüren. Mit Leidenschaft stellte er seine Trouvaillen zu einem sich immer wieder wandelnden Kuriositätenkabinett zusammen. Zu den Spezialitäten gehörten Kunstwerke von den Anfängen der Renaissance bis zum 18. Jahrhundert.
REITERSTANDBILD
WOHL DES ERZHERZOGS
FERDINAND KARL
VON ÖSTERREICH
(1628–1662)
Nach einem Modell vonCaspar Gras, Österreich.
Bronze dunkelbraun patiniert.
H 57,5 cm, L 41,5 cm.
Schätzung:
CHF 20 000 / 30 000
Ohne die wertvolle Zusammenarbeit mit seiner Frau Arlette, die schnell die Leitung des Geschäfts übernahm, hätte der talentierte, aber zurückhaltende Antony Embden keinen solchen Erfolg gehabt. Ihre Vorliebe galt einzigartigen Objekten, insbesondere der Kunst der Wunderkammern der Renaissance-Epoche und des 17. Jahrhunderts. Die Kollektion der Embdens umfasste die ganze Bandbreite: vorwiegend italienische und französische Bronzeskulpturen, Limoges-Emaille, Elfenbeine, Bergkristallarbeiten sowie ausgesuchte Möbel der Renaissance und italienische Majolika.
ISTORIATO-SCHAUPLATTE
MIT FAMILIENWAPPEN
Renaissance, Venedig, um 1570.Wohl Orazio Fortezza. D 50 cm.
Schätzung: CHF 10 000 / 15 000
Dank ihrer fundierten Studien und des regen Austauschs mit den besten Museumskuratorinnen und Spezialisten der renommiertesten Auktionshäuser erwarben die Embdens exzellentes Fachwissen und internationales Ansehen in ihren Spezialgebieten. Dies führte insbesondere zu bedeutenden Ankäufen durch den Louvre.
Zu den herausragenden Objekten dieses Auktionsteils zählen ein dem Bronze-Reiterstandbild wohl von Ferdinand Karl, Erzherzog von Österreich nach dem Modell vom österreichischen Bildhauer Caspar Gras, sowie ein Dressoir der französischen Renaissance aus dem 16. Jahrhundert, vermutlich Lyoner Provenienz.
PAAR GEFLÜGELTE
KNABENHERMEN
ALS WANDAPPLIKEN
Spätrenaissance, Norditalien,wohl Venedig, 17./18. Jh.
In der Art von Niccolò Roccatagliata.
Bronze. H mit Dorn 39,5 cm.
Schätzung:
CHF 10 000 / 15 000
Daneben überzeugt ein Paar Wandappliken aus Bronze, das wohl aus dem Venedig des 16. Jahrhunderts stammt und Niccolò Roccatagliata nahesteht. Eine Herkules-Statuette der Sammlung entstand in der Renaissancezeit nach einem etruskischen Vorbild aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Eine wichtige kunsthistorische Neuentdeckung stellt eine fein gravierte «Istoriato»-Messingplatte aus der Zeit um 1570 dar, die dem aus Kroatien stammenden und für die Republik Venedig tätigen Künstler Orazio (bzw. Horacije) Fortezza zugeschrieben wird. Aus derselben Epoche stammen ein aus Bergkristall gefertigter Pokal mit einer Meeresidylle aus einer Mailänder Steinschneide- und Goldschmiede-Familie sowie ein Konvolut von veneto-sarazenischen Metallarbeiten aus dem 16. Jahrhundert, während eine Figur des heiligen Christopherus mit Christuskind in derselben Zeit in Norddeutschland bzw. den Niederlanden gestaltet wurde. Abgerundet wird das einzigartige Angebot mit einem Teller des Majolika-Services für Alfonso d’Este aus dem Jahr 1579, das in der Patanazzi-Werkstatt in Urbino hergestellt wurde.
Das Auktionshaus Koller freut sich, aus der Sammlung Embden eine reichhaltige wie auch vielfältige Auswahl von rund 250 Losen anbieten zu können. Der Hauptteil wird in einem gedruckten Katalog, der zweite Teil parallel in einem eigenen «ibid»-online-only-Katalog präsentiert.
BERGKRISTALL-DECKELPOKAL
MIT MEERESIDYLLE
Werkstätte einer Mailänder Künstlerfamilie,wohl Miseroni oder Saracchi, Ende 16. Jh.
Bergkristall und Fassung in Feingold
mit roten Farbsteinen und Emaille. H 25 cm.
Schätzung:
CHF 15 000 / 25 000
FEIN GRAVIERTER
KERZENSTOCK
Renaissance, «veneto-sarazenisch», Mitte 16. Jh.Messing intrikat graviert und eingelegt mit
geometrischen Silberfilets sowie Silbertauschierung.
H 17 cm, D 15,5 cm.
Schätzung:
CHF 8 000 / 12 000










