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Lot 3452 - Z37 PostWar & Contemporary - Saturday, 06. December 2014, 04.00 PM

ROBERT MANGOLD

(North Tonawanda 1937–lives and works in Washingtonville)
Red Orange / Grey Zone Painting C. 1998.
Acryl und Bleistift auf Leinwand.
50,8 x 111,8 cm.

Provenienz: - Atelier des Künstlers. - Privatsammlung New York, Mrs. H. Macklowe. - Annemarie Verna Galerie, Zürich. - Privatbesitz Schweiz (seit 2001), bei obiger Galerie erworben. Ausstellung: Basel 2001, Art 32'2001, Basel 13. - 18. Juni 2001. Robert Mangold wird 1937 in North Tonawanda im Staat New York geboren. Schon zu Schulzeiten fällt sein Zeichentalent auf. Er entscheidet sich zuerst für eine Ausbildung als Grafiker, um Magazin-Illustrator zu werden, doch sehr schnell ändert er während seines Studiums am Cleveland Institute of Fine Art seine Meinung und widmet sich der Malerei. Als Robert Mangold 1962 sein Studium dann an der Yale Graduate Art School in New Haven abschliesst und mit seiner Frau Sylvia Plimack nach New York zieht, steckt die Kunst im klassischen Sinn und die Malerei im Besonderen in einer Krise. Die Attacke der Pop-Art auf die Gemälde-Kultur und die Hinwendung der jungen Künstler zur Herstellung von Objekten und Installationen zeigt deutlich die Frage nach einem neuen Zeitbezug der Bildenden Künste. Auch der Abstrakte Expressionismus hat die Malerei scheinbar in eine Sackgasse geführt. Kritiker und Künstler hinterfragen das Medium Malerei und sind der Meinung, dass schon alles gemalt wurde und sich wohl kaum noch etwas Neues entwickeln kann. Dieser Umbruch der künstlerischen Vorstellungen bestimmt die Situation als Robert und Sylvia Mangold nach New York kommen. Mangold nimmt in New York einen Nebenjob als Aufseher im Museum of Modern Art an, um den Lebensunterhalt des jungen Paares zu sichern. Hier hat er viel Zeit, die Werke berühmter Maler zu studieren. Er ist fasziniert von den Gemälden des Abstrakten Expressionismus` und von der Stärke der Einfachheit der Werke von Piet Mondrian. Robert Mangold teilt die Haltung, dass die Malerei tot sei, nicht mit seinen Zeitgenossen, er ist vielmehr der Überzeugung, dass die Mittel der Malerei bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind. Für ihn hat die bemalte Fläche ihre Wirkungskraft nicht verloren. "Es war diese ganze Idee, die ich von der Malerei hatte - von der Einzigartigkeit flacher Kunst, davon, dass sie ganz und auf einmal aufgenommen werden konnte … Mit anderen Worten: einer der Gründe, mit denen die Leute argumentierten, dass die Malerei tot wäre, schien mir genau dasjenige zu sein, was sie so extrem einzigartig und bedeutend machte:" (Robert Mangold In: View. Interview mit Robin White, Crown Point Press, Oakland, Cal., 1978, S. 8) Mangold ist nicht der einzige junge Künstler, der an die "Realität" der Malerei und ihre Gültigkeit für die Zukunft glaubt, doch der Umgang mit den Mitteln der Malerei ist bei ihm ein ganz besonderer. Er nimmt sich die Freiheit mit den Gegebenheiten neu zu verfahren. Ein Gemälde ist für ihn eine neutrale, einheitliche Fläche, die er schafft, indem er zum Beispiel auf den Pinsel und dessen strukturgebende Malweise verzichtet und vorwiegend mit der Farbrolle arbeitet. Der Flächigkeit des Gemäldes trägt er Rechnung, indem er seine Oberfläche bis an die Aussenkanten meist monochrom bemalt. Die frontale Wirkung betont er mit der Glanzlosigkeit des Farbmaterials (matte Acrylfarbe) und der Gleichmässigkeit ihres Auftrages, durch die er auf der gesamten Oberfläche eine ebenmässige Lichtreflexion erzeugt. In den meisten Fällen ist die Farbe etwas gedämpft, um zu verhindern, dass sie das Werk beherrscht, denn laut Mangold müssen auf einem Gemälde alle Elemente harmonisch nebeneinander existieren. Er vermeidet Tiefenillusion, indem er die Linien in Beziehung zu ihren äusseren Begrenzungen strukturiert. Umrissform und Binnenform, Farbfläche und Graphitlinie, Farbton und Flächenstruktur erhalten einen sehr hohen Stellenwert in den Werken Mangolds. Durch die Reduktion und Konzentration auf diese Kompositionsmittel erschafft Robert Mangold einen neuen Bildtypus: dieser ist reduziert, scheinbar unbegrenzt, minimalistisch in seinen Kompositionselementen, jedoch bedeutend in seiner Aussagekraft. Somit gilt Mangold zurecht als einer der Hauptvertreter der Minimal Art. In seinen Segment-Bildern, zu denen auch das vorliegende Werk zählt, setzt er systematisch die Untersuchung der Beziehung zwischen Flächen, Umrissform und Binnenstruktur fort. In unserem Werk begrenzen zwei rotorangene Farbflächen eine graue. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass die graue keine einheitliche, homogene Fläche ist, sondern durch eine schwarze, vertikale Linie in zwei unterschiedliche Flächen aufgeteilt wird. Bei dieser vertikalen Linie handelt es sich in der Tat um eine Fuge. Das Werk besteht demnach aus zwei Teilen, die der Künstler mechanisch fest miteinanderverbunden hat, deren Trennung durch die Fuge jedoch immer sichtbar bleibt. Robert Mangold beginnt schon Anfang der 1960 Jahre mehrteilige Werke zu schaffen, die jedoch immer klar miteinander zu einem Werk verbunden sind. Er nutzt die entstehenden Fugen als innerbildliche, kompositionsbildende Komponente. Zusammen mit den fein gezogenen Bleistiftlinien bilden die Fugen das lineare, grafische Gerüst des Werkes, das untrennbar mit der gesamten Struktur des Oeuvres verbunden ist. Die Linien und die Unterteilungen bekommen in seinem Werk eine dialektische Bedeutung: einerseits als Element der Teilung (der ganzheitlichen Farbfläche), anderseits als Element der Verbindung (von Kante zu Kante der Umrissform). Harmonisch, fast poetisch fügen sich die Ellipsen und angeschnittene Ellipsen in die Bildkomposition des vorliegenden Werkes ein. Somit schafft Mangold hier meisterlich ein Werk, das eine vollkommende Einheit von Farbe, Linie und Form ist.


CHF 120 000 / 180 000 | (€ 112 150 / 168 220)

Sold for CHF 162 000