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Lot 3046* - A215 Swiss Art - Friday, 28. November 2025, 02.00 PM

FÉLIX VALLOTTON

(Lausanne 1865–1925 Paris)
Coin de port le soir. 1914.
Oil on canvas.
With signature stamp lower right: F. VALLOTTON. 14.
81 × 65 cm.

Provenance:
- Estate of Félix Vallotton, Paris.
- J. Rodrigues-Henriques, Paris, no. 7581 (verso with stamp).
- Collection of Pierre Namin, Nice.
- Private collection, Paris.
- Auction Beaussant-Lefevre Drouot-Richelieu, Paris, 23 November 2005, lot 159.
- Private collection, Germany (acquired at the above sale).

Exhibited:
Munich and Essen 1995/96, Félix Vallotton, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung; Museum Folkwang Essen, 25 August–5 November 1995; 26 November 1995–18 February 1996, no. 62.

Literature:
- Félix Vallotton: "Livre de raison. Liste de mes œuvres, peintures et gravures, faite dans l'ordre chronologique, à partir de 1885", in: Catalogue 1938, Zurich, Félix Vallotton. 1865–1925, pp. 37–99, no. 1010, as "Coin de port le soir, un coin de mer doucement éclairée, ou tape un reflet de soleil blanc. fonds sombres et bleuis de maisons et de barques. (T 25 H)".
- Rudolf Koella: Das Bild der Landschaft im Schaffen von Félix Vallotton. Wesen, Bedeutung, Entwicklung, Zurich 1969.
- Solange Lemaire: Félix Vallotton en Normandie, in: Le Pays d'Auge, no. 7–8, July–August 1993, p. 13.
- Marina Ducrey: Félix Vallotton (1865–1925). L’œuvre peint. Catalogue raisonné, Zurich and Lausanne 2005, vol. III, p. 608, no. 1075 (with ill.).

Mit "Coin de port le soir" schuf Félix Vallotton 1914 eine der eindrucksvollsten Hafenszenen seines Œuvres. Seine lebenslange Faszination für das Meer führte ihn immer wieder in die Häfen der Normandie, wo er das Wechselspiel von Licht, Wasser und Bewegung mit scharfer Beobachtungsgabe festhielt. Vallotton, der sich leidenschaftlich für alles interessierte, was mit der See zu tun hatte, beobachtete Gezeiten, Schiffe und das Treiben am Hafen mit geduldiger Aufmerksamkeit.

Honfleur und die Normandie blieben für ihn über viele Jahre eine Quelle der Inspiration. Die stille, von Licht und Wasser geprägte Landschaft bot ihm jene ideale Bühne, auf der er das Verhältnis von Fläche, Raum und Farbe in immer neuen Variationen untersuchte. Wie in seinen "paysages composés" entsteht auch hier die Komposition aus klar gegliederten Bildebenen, in denen Dunkel und Licht, Fläche und Tiefe in ausgewogener Spannung zueinander stehen.

Die Szene zeigt einen stillen Hafen im goldenen Abendlicht. Der Blick gleitet über die von Schatten erfassten Häuser und Schiffe hin zur ruhigen Wasserfläche, deren Spiegelung das warme Licht der untergehenden Sonne aufnimmt. Vallotton verzichtet auf jede erzählerische Belebung und verwandelt das Gesehene in ein Spiel aus leuchtenden Farbfeldern und weichen Übergängen. Das goldene Licht bestimmt die Komposition und verwandelt die Landschaft in einen Raum stiller Konzentration, in dem sich Beobachtung und Erinnerung vereinen.

Vallotton wollte Landschaften schaffen, die frei seien von jeder wörtlichen Treue zur Natur, rekonstruiert allein aus der Empfindung, die sie in ihm ausgelöst hatte. Dieses Streben nach geistiger Verdichtung und formaler Klarheit findet in "Coin de port le soir" seine überzeugende bildnerische Form. Das Werk vereint Ruhe, Präzision und Leuchtkraft zu einer Komposition von seltener Geschlossenheit.

CHF 250 000 / 350 000 | (€ 257 730 / 360 820)

Sold for CHF 325 000 (including buyer's premium)