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KOLLERview erscheint viermal jährlich,

die nächste Ausgabe folgt im März 2021.

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In dieser Ausgabe:

• Im Zeichen der Freundschaft
• Obsession für die Landschaft
• Schirme auf zwei Kontinenten
• Variation, Serie, Fortsetzung
• Begeisterung für Chinas Malerei

 



 

Die Kunst des Stehlens

Marcel Duchamps "Fountain" der 1917 in der Dada-Zeitschrift The Blind Man abgebildet wurde.

“Immature poets imitate; mature poets steal” – T.S. Eliot
(Unreife Dichter imitieren; reife Dichter stehlen)

Man geht davon aus, dass der Ursprung der Appropriation Art – eine künstlerische Strömung bzw. ein Verfahren, bei dem vorhandene Bilder oder Objekte aufgegriffen und auf subtile Weise transformiert werden – auf Marcel Duchamps "Readymades" Anfang des 20. Jh. zurückgeht. Readymades sind vorgefertigte Objekte, wie zum Beispiel das auf einem Sockel stehende Porzellanurinal mit der Signatur "R. Mutt" und dem Titel "Fountain", das Duchamp 1917 bei der Ausstellung der Society of Independent Artists in New York einreichte. "Fountain" wurde schließlich als ein bahnbrechendes Werk der modernen Kunst anerkannt, wie bereits 1917 in einem Artikel in der Dada-Zeitschrift The Blind Man festgestellt wurde: "Ob Herr Mutt den Brunnen eigenhändig gemacht hat oder nicht, hat keine Bedeutung. Er hat ihn GEWÄHLT. Er nahm einen gewöhnlichen Alltagsgegenstand aus dem Leben, platzierte ihn so, dass seine brauchbare Funktion durch den neuen Titel und Blickwinkel verschwand und gab diesem Gegenstand somit eine neue Bedeutung ".

Seit jeher haben sich Künstler Ideen und Motive von anderen angeeignet, diese kopiert oder plump gestohlen. Dies jedoch in einer Kultur zu tun, in der der bloße Vorwurf des Plagiats ausreicht, um eine Karriere zu zerstören (Joseph Bidens erster US-Präsidentschaftswahlkampf 1987) und dies darüber hinaus mit dem Ziel zu tun, das Bild in einen neuen Kontext einzufügen oder es komplett in etwas Neues zu verwandeln, ist ein relativ modernes Konzept.

 

Richard Pettibone
(Los Angeles 1938–lebt und arbeitet in New York)
Andy Warhol 'Campbell's Soup Can: Cream of Mushroom Soup'. 1987. Acryl und Serigrafie auf Leinwand.

In seiner "Campbell's soup can" -Serie bringt Richard Pettibone die Appropriation Art auf eine andere Ebene - indem er das bekannte Motiv von Andy Warhol kopiert, der wiederum zuvor selbst das Bild von einer anderen Quelle übernommen hatte. Als Pettibone 1965 zum ersten Mal Warhol traf, amüsierte sich jener über Pettibones kleinformatige Versionen seiner gefeierten Suppendosen. Pettibone bringt es auf den Punkt: "Er kopierte bereits, warum also nicht die Kopie kopieren?". Durch subtile Unterschiede und vor allem dadurch, dass er die Spuren der Hand des Künstlers hinterlässt, die Warhol in seinen eigenen grafisch inspirierten Kompositionen zu verwischen suchte, schafft Pettibone etwas Neues aus Warhols Serie. Gleichzeitig hält er einem Kunstwerk, das sich als Spiegel moderner Realität begreift, seinen eigenen (Zerr-)Spiegel entgegen.

In der Auktion vom 5. Dezember wird auch ein "Campbell's Soup"-Serigrafie von Warhol präsentiert.

 

Sylvie Fleury
(Genf 1961–lebt und arbeitet in Genf)
Concetto spaziale. 1995. Jeans, geschlitzt.
Auktion am 5. Dezember 2020
Verkauft für CHF 5 500

Sylvie Fleury verwendet oft Elemente aus Mode und Haute Couture, um der männlich dominierten Kunstwelt eine genuin feministische Sichtweise entgegen zu setzen. In "Concetto Spaziale" ersetzt Fleury Lucio Fontanas berühmte zerschnittene Leinwand durch blauen Denim. Damit nimmt sie Bezug auf den Modekult der zerrissenen Jeans und rückt gleichzeitig das ikonische Bild ins neue Licht der Konsumgesellschaft.

 

Banksy
(Bristol 1974 – lebt und arbeitet u.a. in England)
Love Welcomes Mat.
Multiple. Fussmatte und Überreste einer Schwimmweste.
Auktion am 5. Dezember 2020
Verkauft für CHF 6 250

Banksy ist vielleicht der berühmteste lebende Aneignungskünstler, der mit seinen "Love Welcomes Mat" die Tradition von Duchamps Ready-mades fortführt. In diesem Werk verwendet er die Überreste einer Schwimmweste in Kombination mit einer handgestickten Willkommensmatte, die von Frauen in Flüchtlingslagern hergestellt wurde, um auf die Notlage von Migranten aufmerksam zu machen. Banksy untergräbt oft die Bildaussagen bekannter Gemälde mit sarkastischem Humor oder verwendet Bilder berühmter Meisterwerke wie Vermeers "Mädchen mit einem Perlenohrring" (umgewandelt in "Girl with a Pierced Eardrum" - Mädchen mit einem durchbohrten Trommelfell), um eine dezidierte Antikriegs- bzw. Anti-Establishment-Botschaft zu vermitteln. Er ist in dieser Auktion auch mit "Rude Copper", seinem frühesten kommerziell veröffentlichten Siebdruck, vertreten.



KOLLERview erscheint viermal jährlich,

die nächste Ausgabe folgt im November 2020.

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In dieser Ausgabe:

• Die Kunst der Verwandlung
• Die Melange von Kunst und Politik
• Grünes Refugium
• Grosse Resonanz
• Schlachtbewährtes Arsenal

 



 

Die Szene ist imaginär, aber die Schmetterlinge sind real

Carl Wilhelm de Hamilton (1668–1754)
Gegenstücke: Waldstück mit Eichhörnchen und Insekten /
Waldstück mit Schleiereule. Öl auf Leinwand. Je 72 x 56 cm.

Auf den ersten Blick scheinen die drei Gemälde von Carl Wilhelm de Hamilton (Brüssel 1668–1754 Augsburg) in der Auktion vom 25. September (Lose 3071 und 3074) reizvolle Darstellungen des geschäftigen Lebens auf einem Waldboden zu sein: Eichhörnchen, Schlangen, Schnecken und Eidechsen suchen inmitten einer Fülle von Blattpflanzen und Pilzen nach Nahrung. Aber ein Aspekt dieser Werke macht sie verblüffend einzigartig: Die Schmetterlinge waren ursprünglich echte, auf die Leinwand geklebte Exemplare.

Diese Gemälde zeigen de Hamilton als Vertreter eines Genres, das zur Mitte des 17. Jahrhunderts vom niederländischen Maler Otto Marseus van Schrieck (ca. 1613–1678) entwickelt und danach als Waldbodenstillleben oder Sottobosco bekannt wurde. Marseus lebte am Stadtrand von Amsterdam in einer sumpfigen Gegend, die als «Land der Schlangen» bekannt war. Er verbrachte einen grossen Teil seiner Zeit damit, Reptilien, Amphibien und Insekten zu beobachten und zu fangen. Der Künstler soll dabei so passioniert vorgegangen sein, dass seine Frau behauptete, die Schlangen begännen, für ihn zu posieren!

Marseus war offenbar an den wissenschaftlichen und natürlichen Aspekten dieser bodennahen Population ebenso interessiert wie an ihrem Potenzial für seine Malerei. In jener Zeit wurden wissenschaftliche Theorien in der gesamten gelehrten Gesellschaft debattiert und diskutiert. Darunter auch der damals weit verbreitete Glaube an die spontane Erzeugung, der besagt, dass bestimmte Tiere und Pflanzen, insbesondere «niedere Wesen» wie Schlangen, Kröten und Pilze, aus unbelebter Materie entstehen können – so etwa Maden aus verrottendem Fleisch.

 

Detail des obigen Bildes, das zeigt, wie die Schmetterlinge heute erscheinen...

Der Maler und Wissenschaftsdilettant Marseus überschritt die Grenze zwischen Wissenschaft und Kunst, als er die pigmentierten Schuppen von echten Schmetterlingsflügeln, den sogenannten «Schmetterlingsstaub», auf seine Leinwand klebte. Dabei benutzte er einen weissen, wahrscheinlich auf Blei basierenden Klebstoff, den er auf eine flügelförmige Fläche wie eine Imprimitur auf die Leinwand auftrug. Dann wurden die Flügel auf diese Fläche gepresst, wodurch die Schuppen haften blieben. Der weisse Hintergrund verstärkte die schimmernden Farben, der Effekt muss bezaubernd gewesen sein. Durch das Verblassen der Farben erscheinen die Flügel mit den Schmetterlingsschuppen heute weiss, es sei denn, sie wurden übermalt.

 

... und die Farben, die sie ursprünglich gehabt haben mögen.

Einer der zahlreiche Anhänger, die wesentlich zur Verbreitung des von Marseus etablierten Sottobosco-Genres beitrugen, war Carl Wilhelm de Hamilton. Er wanderte von Belgien nach Deutschland aus, wo er in mehreren Städten als Hofmaler arbeitete. Der Kunsthistoriker V. E. Mandrij konnte durch mikroskopische Untersuchungen der vorliegenden Werke Überreste der von Hamilton aufgetragenen Schmetterlingsschuppen sowie einige farbige Lasuren nachweisen, die der Künstler wohl hinzufügte, um die Bereiche zu vervollständigen, in denen Schuppen fehlten. Hamilton ahmte auch Marseus’ Technik nach, bei der statt eines Pinsels echte Flechten und Moose verwendet wurden, um diese Vegetation darzustellen.

 

Carl Wilhelm de Hamilton (1668–1754)
Waldstillleben (Detail). Öl auf Holz. 47,2 x 34 cm.

Ein interessanter Aspekt sowohl von Marseus’ als auch von Hamiltons Werk ist, dass trotz der offensichtlichen symbolischen Möglichkeiten, die solche Kompositionen bieten (das griechische Wort für Schmetterling, Psyche, bedeutet auch «Seele», so dass eine Schlange oder eine Kröte, die einen Schmetterling schnappt, eine moralisierende Welt beschwört), die Künstler anscheinend mehr daran interessiert waren, echte Tiere und Pflanzen ohne jede verborgene Bedeutung darzustellen. Damit stellten sie einen intimen Moment auf dem Waldboden nach – oder schufen ihn mit künstlerischen Mitteln neu.

Das Werk von Marseus und seinen Anhängern geriet in der Folge fast völlig in Vergessenheit. Erst mit Damien Hirsts Installation «In and Out of Love» aus dem Jahr 1991 tauchten wieder echte Schmetterlinge in der Welt der Kunst auf.



 

Hinter der Leinwand: Liebe und Skandal im Georgianischen Grossbritannien

Seymour Dorothy Fleming (1757–1818) als Lady Worsley.
Porträt von Joshua Reynolds, 1776 (Detail).
Harewood House Trust, Yorkshire.

Das Porträt von John Lewis Fleming (1779–1836) das in unserer Auktion vom 25. September angeboten wurde (Los 3083) ist nicht nur wegen seiner Zuschreibung an Sir Thomas Lawrence, einen der grössten britischen Porträtmaler, von Interesse, sondern auch wegen Flemings Verbindung zu einer der berühmtesten Frauen im England des späten 18. Jahrhunderts: seiner Gemahlin, Seymour Dorothy Fleming (1757–1818).

Seymour Fleming, eigensinnige Erbin eines kleinen Vermögens, heiratete im Alter von 17 Jahren Sir Richard Worsley. Dieser stammte aus einer alten aristokratischen Familie und brauchte grösseren Reichtum, um seine Position in der Londoner Gesellschaft zu verbessern. Sie hatten einen gemeinsamen Sohn, Robert Edwin, doch Lady Worsley fühlte sich bald vernachlässigt und begann eine Reihe von Affären, darunter eine Liaison mit einem Nachbarn und engen Freund ihres Mannes, Captain George Maurice Bissett. Die Beziehung zu Bissett wurde bald ernst, im August 1781 gebar Lady Worsley eine Tochter, deren Vater angeblich Bissett war. Im November 1781 brannte die junge Mutter mit ihrem Geliebten durch. Dies war für die damalige Zeit ein kühner Akt – die meisten Damen ihres Standes hätten die Affäre einfach weitergeführt, während ihre Ehemänner ein Auge zudrückten, wie es Worsley offenbar bis dahin getan hatte. Insgeheim hoffte sie wohl, dass ein solch kühner Schritt ihren Ehemann davon überzeugen würde, ihr die Scheidung zu gewähren.

 

Ein satirischer Druck aus dem Jahr 1782, der die Erniedrigung von Lord Worsley verspottet, als ihm nur ein Schilling Schadenersatz zugesprochen wurde.
Radierung herausgegeben von Hannah Humphrey.
© The Trustees of the British Museum.

Doch der erhoffte Effekt bliebt aus. Wütend über den öffentlichen Verrat durch einen Freund, verklagte Worsley Bissett wegen eines so genannten kriminellen Gesprächs auf Schadenersatz für die Verführung seiner Frau. Darüber hinaus weigerte er sich, Seymour die Scheidung zu gewähren und verlangte als Genugtuung die beispiellose Summe von 20.000 Pfund, die Bissett finanziell ruiniert hätte. Worsley schien dank Briefen und Zeugenaussagen gute Argumente zu haben, aber Seymour war so leicht nicht zu besiegen. Sie nahm die juristische Herausforderung an, wenn auch etwas rücksichtslos: Während des Prozesses enthüllte sie intime Details aus dem Privatleben des Paares, wobei Zeugen Episoden von Sir Richards Voyeurismus und der Ermutigung seiner Frau zur Untreue berichteten. Sie hatte Erfolg: Statt 20.000 Pfund zahlten die Geschworenen Worsley die demütigende Summe von einem Schilling und machten ihn damit zum Gespött ganz Englands. Einer Hetzjagd durch die Presse entzog er sich durch eine ausgedehnte Reise in den Nahen Osten.

Aber auch Seymour wurde zu einer gesellschaftlichen Aussenseiterin. Niemand in der damaligen höfischen Gesellschaft des Königreichs konnte sich mit jemandem verbünden, der wie sie seine skandalösen Taten so offen ausgebreitet hatte. Viele ihrer früheren Freunde und auch ihre Familie mieden sie. Doch erneut weigerte sich Seymour, sich ihrem Schicksal zu ergeben. Zusammen mit anderen Damen in ähnlicher Lage wurde sie Teil der Demimonde, die unter dem Namen «New Female Coterie» zusammenkam. Bissett verliess sie schliesslich, da es keine Möglichkeit einer Heirat gab, denn Worsley unterzeichnete erst sechs Jahre nach dem Prozess ein Trennungsabkommen mit der Klausel, dass Seymour England für vier Jahre verlässt. Sie zog nach Paris, wo Frauen mit ihrem Ruf gesellschaftlich besser akzeptiert waren, doch schon ein Jahr nach ihrer Ankunft brach die Revolution aus. Von den Wirren der Zeit mitgerissen, verbrachte Seymour wahrscheinlich einige Zeit in einem französischen Gefängnis, bevor sie 1797 sehr krank und in prekärer finanzieller Lage nach England zurückkehrte.

 

Sir Thomas Lawrence (zugeschrieben) (1769–1830).
Bildnis von John Lewis Fleming (1779–1836).
Öl auf Leinwand. 76,5 × 63,8 cm.
Verkauft für CHF 25 000.

In dieser Zeit lernte Seymour John Louis Hummell, geborener Cuchet, kennen und verliebte sich in ihn. Hummell war ein aus Genf stammender Musiker, der als eine Art Wunderkind bereits mit neun Jahren vor König Georg III. und Königin Charlotte auftrat. Ihr Altersunterschied war beträchtlich, aber es scheint eine echte Zuneigung zwischen den beiden gegeben zu haben. Als Worsley 1805 starb und Seymour schliesslich in den Besitz seines Anwesens gelangte, heirateten sie. Hummell änderte seinen Namen in John Lewis Fleming und Seymour nahm ihren Mädchennamen wieder an. Der Musiker Hummell fühlte sich zwar in gehobenen Kreisen wohl, war aber nicht adlig geboren. Das vorliegende Porträt wurde höchstwahrscheinlich von Seymour beim damals populärsten Porträtmaler in Auftrag gegeben – als eine Art Werbung für die Ankunft ihres neuen Ehemannes in der Gesellschaft.

1818 stirbt Seymour und Fleming erbt ihr Vermögen. Zwei Jahre später heiratet er Ernestine Jeanne Marie de Houdetot (1796–1836), eine französische Adlige. Deren gemeinsame Tochter heiratete den Berner Patrizier Dyonis Bernhard Friedrich Friedrich von Graffenried (1815–1886), wodurch das Gemälde in die Schweiz kam; seither verblieb es in derselben Familie. Der letzte Wunsch von John Lewis Fleming war es, neben seiner ersten Frau, Seymour Dorothy Fleming, auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise begraben zu werden.



 

Eine Zeitkapsel für den «goût Rothschild»

Ein Blick auf das Interieur des Hôtel Salomon de Rothschild. Der vorhandene Tisch ist links in der Mitte zu sehen.

Der table d’accouchée, der in unserer Auktion vom 24. September angeboten wird (Los 1050), gehörte Adèle de Rothschild (1843–1922) und damit einer Vertreterin einer der wohlhabendsten Familien der Geschichte. Der Sammel- und Dekorationsgeschmack der Rothschilds, die ihr Vermögen vor allem durch Bankgeschäfte erlangt haben, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als «goût Rothschild» bekannt. Ihre palastartigen Häuser im Stil der Renaissance waren mit einer exzellenten Auswahl an meist französischen Antiquitäten, Goldschmiedearbeiten, schweren Stoffen und geschnitzten Boiserien gefüllt. Damit setzte die Familien einen neuen ästhetischen Standard, den spätere wohlhabende Dynastien wie die Rockefellers, Vanderbilts, Duponts und Gettys nachahmten.

1862 heiratete Adèle de Rothschild in Paris ihren Cousin Salomon de Rothschild (1835–1864), der nur zwei Jahre später an einem Herzinfarkt starb. Salomons unstetes Wesen und seine finanzielle Extravaganz sorgten für Verwerfungen mit dem Rest der Familie. Gleichwohl war er ein engagierter und leidenschaftlicher Sammler, der vor allem in den zwei Jahren nach seiner Heirat mit Adèle eine beeindruckende Kollektion hochwertiger Bücher, Fotografien, Gemälde und Skulpturen sowie Kunst und Kunstgewerbe des Nahen Ostens zusammentrug. Nach dem Tod ihres Mannes führte die erst 21-jährige Adèle für das nächste halbe Jahrhundert ein eher zurückgezogenes Leben, obwohl es einige Belege dafür gibt – nicht zuletzt Rechnungen über beträchtliche Mengen an Cognac und Zigarren –, dass sie weiterhin ein aktives, wenn auch sehr selektives soziales Leben in ihrer Residenz führte. Sie unterstützte zeitlebens die Kunst und war eine frühe Mäzenin des tschechischen Malers Alfons Mucha. So ermöglichte sie dessen ersten Aufenthalt in den Vereinigten Staaten im Jahr 1904.

 

Table d'accouchée, Louis XV, Paris circa 1750/60.

Ab 1872 beaufsichtigte Adèle den Bau eines grossen Herrenhauses im Pariser Stadtteil Monceau, des Hôtel Salomon de Rothschild, in dem die Sammlungen ihres verstorbenen Mannes sowie die ihres Vaters Mayer Carl von Rothschild untergebracht und ausgestellt werden sollten. Der jetzt angebotene Tisch gehörte zur prachtvollen Ausstattung des Hôtel Rothschild und ist ein typisches Beispiel für die hohe Qualität der legendären Möbelsammlungen der Rothschilds. Der table d’accouchée ist eine von mehreren neuen französischen Möbelformen, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts aufkamen. In ihnen spiegelt sich der Trend in der Regentschaft Ludwigs XV. weg von der exponierten Lebensweise in Versailles in den Epochen zuvor hin zu intimeren Privatwohnungen. Der obere Teil ist dazu bestimmt, im Bett als Lesepult, Schreibtisch oder Esstablett genutzt zu werden.

Das Hôtel Salomon de Rothschild, aus dem das Möbelstück stammt, beherbergt heute auf Wunsch von Adèle de Rothschild eine Stiftung, die sich den Künstlern und der Kunst widmet. Ein Raum wurde in der Tradition der Kuriositätenkabinette sorgfältig erhalten und ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit seinen über 400 Kunstwerken ist er ein hervorragendes Beispiel für den «goût Rothschild» und zugleich eine faszinierende Zeitkapsel aus einer Epoche, in der betuchte Sammlerinnen und Sammler ihre Leidenschaft für aussergewöhnliche Kunstobjekte auslebten.



    25 BÄUME FÜR DIE JUGEND

Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ feiert sein 25-jähriges Bestehen und setzt ein nachhaltiges Zeichen. Anlässlich des Jubiläums werden 25 Bäume gepflanzt. Sie stehen damit sinnbildlich für die Förderung der politischen Partizipation und politischen Bildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen seit der Gründung des DSJ.

Nehmen Sie an der Auktion der 25 Bäume über Koller Auktionen teil und unterstützen Sie die Schweizer Jugendpolitik! Gebote können ab dem 5. Oktober 2020 auf unserer Website-Seite «ibid online only» abgegeben werden. Der Verkauf ist am 23. Oktober 2020.

Erfahren Sie hier mehr über den DSJ.



 

 



Ein Gemälde aus dem Goldenen Zeitalter

Karoline Weser, unsere Spezialistin für Alte Meister, präsentiert eine Landschaft von Salomon van Ruysdael, einem der bedeutendsten Künstler des Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei.




 



 

Astronomische Präzision

Die minutiöse Präzisionsarbeit einer faszinierenden astronomischen Uhr wird von Stephan Koller, Spezialist für Möbel und Dekorative Kunst, enthüllt.



 

KOLLERview erscheint viermal jährlich,

die nächste Ausgabe folgt im September 2020.

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In dieser Ausgabe:

• Die Kraft der Serie
• Von der Abstraktion zur Figur
• Blick in die Unendlichkeit
• Osmose zwischen Surrealismus und Realität
• Präzise während des ganzen Jahres
• Türkis – beliebt in aller Welt
• Sammeln als private Leidenschaft
• Erleuchtung und weltlicher Beistand

 



 

Hundertwasser – Künstler, Architekt, Umweltaktivist

Das Quixote Winegut, Napa Valley, Kalifornien.
Foto: Treve Johnson

Carl Doumani, Besitzer des in Bau befindlichen Weingutes Quixote in Napa Valley, Kalifornien, präsentierte seinem Architekten Friedensreich Hundertwasser voller Stolz seine neueste Errungenschaft: Säulen, die vom Künstler mit Kacheln verziert worden waren und den Transport von Deutschland trotz ihrer Zerbrechlichkeit allesamt unbeschadet überstanden hatten. Hundertwasser begutachtete seine Säulen, nahm einen Hammer zur Hand und zerschlug eine Säule mit den Worten: “Wenn sie nicht sehen, dass wir gebrauchtes Material benutzten, dann erkennen sie es auch nicht.”

Die Hingabe zur Imperfektion, so typisch für Hundertwasser (1928-2000), geht auf seine profunde und gleichzeitig intime Beziehung zur Natur zurück. Bekannt als ikonoklastischer Maler und Architekt, wäre Hundertwasser ebenso gerne als ruhehloser Umweltaktivist in Erinnerung geblieben. Als Vorreiter auf diesem Gebiet hat er nie den Kampf aufgegeben, die Natur in unser alltägliches Leben zu integrieren. Umso mehr noch sieht er den engen Kontakt zur Natur als essentiell für die physische und mentale Gesundheit.

 

Friedensreich Hundertwasser (1928–2000)
Der gelbe Platz - Flugplatz. 1958.
Aquarell mit Lack auf Packpapier, mit Kreide grundiert.
Verkauft für CHF 195 000.

Seine Kindheit in Wien wurde durch den Aufstieg der Nationalsozialisten und den Zweiten Weltkrieg überschattet. Obwohl oder gerade weil seine Mutter Jüdin war, gab er sich als Katholik aus, um der Verfolgung und dem Schicksal vieler seiner Verwandten zu entgehen. Er fand Trost in der Natur, und für den Rest seines Lebens führte er Krieg gegen die "gottlose und unmoralische" gerade Linie, die in der Natur abwesend und nur allzu präsent in den Militärparaden seiner Jugend war.

Die Spannung zwischen Natur und dem unnatürlichen Versuch der Menschen, dieser ihren Willen aufzudrängen, ist in Hundertwassers Kunst, Architektur und Texten zu jeder Zeit präsent: in seinem 1958 erstmals publizierten “Verschimmelungsmanifest gegen den Rationalismus in der Architektur” fordert er, dass man Schimmel und Rost in seiner Wohnung willkommen heissen sollte, denn “das Leben zieht ins Haus, und durch diesen Prozess können wir bewusster Zeugen architektonischer Veränderungen werden, von denen wir viel lernen können.”

In dem vorliegenden Werk “Der gelbe Platz – Flugplatz” von 1958, ist diese Spannung in der Komposition, die durch eine horizontale Linie geteilt wird, offensichtlich. In der oberen Bildhälfte wird der Natur ihre verdiente Bedeutung zugesprochen, symbolisiert durch eine vollständige mit Grün umwucherte Spirale. Die Harmonie der oberen Hälfte ist in der unteren durch die gebrochene Spirale, von Menschen gemachte Konstruktionen wie z.B. rauchende Fabriken und die generelle Atmosphäre der Unvollständigkeit auf brutale Weise abwesend.

Die Spirale war massgebend in Hundertwassers Sicht der Welt. "Ich bin überzeugt, dass sich der Schöpfungsakt in Form einer Spirale vollzogen hat", schrieb er. "Unser ganzes Leben verläuft in Spiralen".

Für Hundertwasser ist ein zu Hause – ebenso wie die Welt insgesamt -, das keinen Platz für Natur lässt, einfach unbewohnbar. Mit Hilfe seiner Kunst, Architektur und seinem Engagement widmet er sein gesamtes Leben der Verbreitung und Bereitstellung von Räumen und Orten, in denen die Menschen nicht nur leben, sondern in Harmonie mit der Natur neue Wege beschreiten können.



Kommende Auktionen:
5. Dezember – Grafik & Multiples
5. Dezember – PostWar & Contemporary


Kataloge



 

Chamberlain und César

John Chamberlain (1927–2011)
Kiss #14. 1979.
Bemalter Stahl. 68,5 x 59,5 x 61 cm.
Verkauft für CHF 526 000.

Die Skulpturen des amerikanischen Bildhauers John Chamberlain (1927–2011) und die des Franzosen César (1921–1998) werden oft derselben künstlerischen Stilrichtung zugeschrieben. Doch so ähnlich sie auf den ersten Blick erscheinen, so unterschiedlich sind doch sowohl der künstlerische Prozess als auch die philosophische Idee, die hinter den Werken stecken.

Chamberlains frühester Einfluss waren die Arbeiten der ersten Generation der Abstrakten Expressionisten, und dort besonders die des Bildhauers David Smith, aber auch die Gemälde von Franz Kline und Chamberlains Freund und Mentor Willem de Kooning. Die Idee, gebrauchte Autos zu verwenden, kam ihm Mitte der 1950er Jahre während eines Besuchs bei seinem Freund, dem Maler Larry Rivers, der Teile eines 1929er Fords in seinem Hinterhof in Long Island liegen hatte. Chamberlain fuhr unzählige Male über die rostigen Einzelteile, um sie dann zu seiner ersten Auto-Skulptur “Shortstop” zu formen.

Shortstop bedeutete eine Sensation in der Kunstwelt und machte Chamberlain schon zu Beginn der 1960er Jahre zu einem Star. Später sagte er über seine frühen Skulpturen: Ich stellte fest, dass ich mit einer gewissen Spontaneität arbeitete. Ich versuchte, den oberen Teil (einer Skulptur) an der unteren Hälfte zu befestigen, aber wenn ich ihn an der richtigen Stelle platzierte, verband er sich an drei verschiedenen Stellen, so dass er mir sagte, wie ich ihn zusammensetzen sollte“. Diese Aussage beschreibt treffend einen entscheidenden Aspekt in seinem künstlerischen Vorgehen – bei Chamberlains Skulpturen handelt es sich um Collagen, die wiederum den Einfluss der Surrealisten zeigen, von denen viele Abstrakte Expressionisten ihre Inspiration nahmen. Für Chamberlain, aber auch für de Kooning und Pollock, war der Entstehungsprozess ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger als das Werk selbst oder die verwendeten Materialien.

 

César (César Baldaccini) (1921–1998)
Compression Evian. 1990.
Kompression mit unterschiedlichen Plastikflaschen.
30 x 21 x 21 cm. Unikat.
Verkauft für CHF 8 700.

César gehörte den Nouveaux Réalistes an, die sehr eng dem Dadaismus, dem Vorläufer der Surrealisten, verbunden waren. Er stammte aus sehr bescheidenen Verhältnissen und begann gebrauchte und gefundene Objekte zu nutzen, da er keinen Zugang zu teuren Materialien hatte. Aber die Bestandteile seiner Skulpturen, wie auch bei seinen Künstlerkollegen, hatten meistens eine politische und/oder soziologische Bedeutung. Seine hier dargestellte “Compression Evian” ist ein offener Kommentar zu unserer Konsumgesellschaft. Chamberlain dagegen verweigert, abgesehen von der offensichtlichen Assoziation von Autos als Symbol Amerikas, in seinem Werk jegliches politische Statement. Die Abstrakten Expressionisten waren in gewisser Weise viel egozentrischer als andere Gruppen, und genau diese eigene Ernsthaftigkeit provozierte die Nouveau Realisten bei jeder Gelegenheit, sich darüber lustig zu machen: so wie mit Niki de Saint Phalles “shooting paintings”, bei denen Künstler auf an die Leinwand befestigte Farbbeutel schiessen und somit ein Ready-Made im Stil von Pollocks Drip Paintings kreieren konnten.

 

John Chamberlain (1927–2011)
Grass Skirt Opus. 2002.
Bemalter und verchromter Stahl. 41 x 33 x 32 cm.

Ein weiteres herausstechendes Merkmal in Chamberlains Arbeiten ist die Farbe. Neben den überwiegend monochromen Skulpturen der 1950er Jahre wirkten Chamberlains strahlende, glänzende Farben wie eine Explosion im damaligen Kunstmarkt. Zu Beginn nutzte er die originale Farbigkeit der Autoteile, später aber zögerte er nicht, Farbe vor und nach der Bearbeitung hinzuzufügen oder durch Schaben und Kratzen den gewünschten Effekt zu erzeugen. Obwohl Farbe auch für César von grosser Bedeutung war, fällt es doch schwer sich vorzustellen, wie er seine gefundenen Objekte übermalt oder überarbeitet.

 

César (César Baldaccini) (1921–1998)
Compression.
Blech, bemalt. 31 x 31 x 16 cm.
Verkauft für CHF 24 700.

Eines haben Chamberlain und César dann aber noch gemeinsam, und zwar, dass sie – wie viele andere Künstler – vor allem mit einem Stilmerkmal immer assoziiert werden. Beide waren hochbegabte Künstler, die experimentiert haben und immer wieder die Grenzen der Kunst ausgetestet haben – Chamberlain hat in den 1960ern sogar Untergrundfilme wie Warhol gedreht – aber in der öffentlichen Wahrnehmung stehen sie nur für eins: gepresste Skulpturen. Vielleicht werden zukünftige Retrospektiven zu einem grösseren und offeneren Verständnis dieser beiden Künstler und der überaus spannenden Zeit führen, in der sie wirkten.



Kommende Auktionen
:
5. Dezember – Grafik & Multiples
5. Dezember – PostWar & Contemporary


Kataloge



 

Andy Warhol, Filmemacher im Underground

Das Albumcover des Soundtracks zu "Blood for Dracula".

Andy Warhol wurde einmal auf einer Party gefragt, während er seine allgegenwärtige Kamera hielt: «Warum fotografieren Sie ständig Menschen?» Warhol starrte den Gast, der eine Zigarette in der Hand hielt, einen Moment lang an und antwortete dann: «Warum rauchen Sie?»

Zeitlebens fasziniert vom fotografischen Bild, drehte Warhol Hunderte von Filmen, die ersten in jener Zeit nach 1963, als er in die legendäre New Yorker «Factory» einzog. Seine ersten Filme waren Stumm- und Schwarzweissfilme, die er mit seiner einfach ausgestatteten 16-mm-Bolex-Kamera drehte. Aus dieser Zeit stammen der sechsstündige Film «Sleep», der eine Person zeigt, die eine ganze Nacht lang schläft, sowie «Kiss», «Haircut» und 1964 eine erste, noch unvollendete Version von «Dracula», die er mit dem Underground-Filmer Jack Smith anfertigte.

 

Eine Szene aus Warhols "The Chelsea Girls" (1966) mit Nico und Ondine.

Mitte der 1960er-Jahre hatten es Warhols Filme in der New Yorker Underground-Szene zu gewissem Erfolg und Publicity gebracht. Einige Produktionen aus dieser Zeit gelten inzwischen als Klassiker, so etwa «The Chelsea Girls» (1966), eine Serie von zwölf 33-Minuten-Filmen, die in verschiedenen Zimmern des Chelsea Hotels gedreht wurden und von Newsweek «Der Ilias des Underground» genannt wurden. Warhols Regiekarriere endete 1968, als die vormalige Factory-Bewohnerin Valerie Solanas den Künstler mit drei Schüssen zu ermorden versuchte. Paul Morrissey, Warhols wichtigster Filmassistent seit 1965, übernahm die Regie und brachte die von Warhol produzierten Filme schliesslich einem viel grösseren Publikum näher.

 

Udo Kier wird grün in "Blood for Dracula".

Das Dracula-Motiv entstand für Morrissey, der auch bei «Andy Warhols Dracula» (1973/74) Regie geführt hatte. In «Blood for Dracula», so der spätere Titel, treten der deutsche Schauspieler Udo Kier und der Amerikaner Joe Dallesandro auf, der in vielen Warhol/Morrissey-Filmen Rollen übernahmen, so in «Flesh for Frankenstein». Die Dreharbeiten zu «Dracula» begannen nur wenige Tage nach der Fertigstellung von «Frankenstein», wobei die Schauspieler kürzere Haarschnitte bekamen, um ihre neuen Rollen spielen zu können. «Dracula» wurde in Deutschland und den USA mit gemischten Kritiken aufgenommen, ist inzwischen aber zu einem Kunstkinoklassiker geworden und enthält trotz seiner Low-Budget-Ästhetik des «Trash» einige wunderschön gedrehte Szenen.

 

Andy Warhol (1928–1987)
Dracula. 1981.
Farbsiebdruck mit Diamantstaub.
TP 2/30, Trial Proof ausserhalb der Auflage von 200. Unikat.
Verkauft für CHF 116 000 (Rekordpreis).

Warhol nahm das Dracula-Porträt von Udo Kier 1981 in seine «Mythen»-Reihe von Ikonen der Populärkultur auf. Der hier angebotene Siebdruck ist ein einzigartiger Probedruck und unterscheidet sich deutlich von anderen Probedrucken und der endgültigen Ausgabe durch seine leuchtenden Farben und die Verwendung von Diamantstaub. In der endgültigen Fassung verschmilzt die grau-schwarz getönte Figur fast mit dem dunklen Hintergrund. Der Film mag im Wesentlichen Morriseys Werk sein. Aber die Aneignung und Umwidmung eines klassischen Elements aus der Popkultur, wie im vorliegenden Siebdruck, ist Warhols autonome künstlerische Leistung.



Kommende Auktionen
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5. Dezember – Grafik & Multiples
5. Dezember – PostWar & Contemporary


Kataloge



 

Eine Perlenkette im Wert eines Stadtpalastes

Elizabeth Taylor mit einer ihrer Naturperlen-Halsketten.

Während Jahrtausenden gehörten Naturperlen zu den wertvollsten Objekten, die man besitzen konnte. Überliefert ist die Legende, nach der Kleopatra mit ihrem Gefährten Marcus Antonius wettete, dass sie zehn Millionen Sesterzen für ein einziges Abendessen ausgeben könnte, indem sie eine ungewöhnlich grosse Naturperle in Essig auflöste und trinken würde. 1917 erwarb Pierre Cartier einen Stadtpalast an der Fifth Avenue in New York, heute als «Cartier Mansion» bekannt, mit einer doppelsträngigen Naturperlenkette, die damals 1 Million Dollar wert war.

Das in unserer Auktion vom 2. Juli angebotene Perlen- und Diamantcollier wurde von einem Zürcher Juwelier 1919 mit 100’000 Schweizer Franken bewertet – was heute etwa 1 Million Franken entspricht –, wie die Originalrechnung belegt. Doch nur wenige Jahre nach dem Tauschhandel von Cartier und dem Kauf der Zürcher Halskette hatten die Perlen nur noch einen Bruchteil ihres früheren Wertes. Was verursachte diesen dramatischen Wandel auf dem Perlenmarkt?

 

Chinesische Perlentaucher aus der Enzyklopädie Tiangong Kaiwu, 1637.

Der hohe Wert von Naturperlen gründete in ihrer extremen Seltenheit. Es dauert Jahre, bis in einer Muschel eine Perle heranwächst, und dieser Prozess findet nur bei etwa einer von 10’000 Muscheln statt. Perlentaucher mussten in Tiefen von bis zu 40 Metern tauchen, um eine möglicherweise perlengefüllte Muschel zu bergen, was gefährlich und zeitaufwändig war. Aus diesem Grund waren Perlen als exklusive Attribute reich verzierter Anhänger, Ohrringe und Halsketten den «oberen Zehntausend» vorbehalten.

 

Verschiedene Arten von Zuchtperlen. Foto © GIA.

Im Jahr 1921 kamen zum ersten Mal Zuchtperlen auf den internationalen Markt, nachdem Kokichi Mikimoto und anderen bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Japan die Zucht gelungen war. Natürliche Perlen entstehen, wenn eine Molluske eine schützende Perlmutt-Schicht um einen winzigen Fremdkörper oder Verletzung bildet. Bei Zuchtperlen wird der Reizstoff von Menschen eingebracht, was zu einer viel effizienteren Produktion und erschwinglicheren Preisen führt. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren waren Zuchtperlen endlich für die Mittelschicht zugänglich. Dass sie von Prominenten wie Jackie Kennedy und Marilyn Monroe getragen wurden, machte sie umso begehrenswerter.

 

Naturperlen-Diamant-Collier, um 1919.
89 im Verlauf aufgezogenen, runden und semi-runden, cremefarbenen Naturperlen von ca. 4 – 7,2 mm Ø.
Mit Original-Kaufrechnung von Eugen Keller, Dezember 1919.
Verkauft für CHF 16 000.

Heute ist es möglich, einen der ehemals grössten Schätze der Welt – eine Halskette aus Naturperlen – zu erwerben und sich daran zu freuen, was einst nur wenigen Privilegierten vergönnt war.



Kommende Auktionen:

29. September  – Schmuck (online only)


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Refugien: die Gärten der Künstler

Fabio Sidler

Max Liebermann am Wannsee-Garten um 1922.
© Max-Liebermann Gesellschaft.

Nach den ersten Lockerungen der Massnahmen zur Eindämmung von Covid19 las man von einem besonderen Ansturm auf die Gartencenter. Es war allgemein sehr auffällig, dass die Pflege des Gartens neben dem Kochen wohl die beliebteste Beschäftigung war während den in den meisten Teilen der Welt geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Der Garten gilt schon immer auch als ein Refugium, ein Rückzugsort. Diese Bedeutung des Gartens zeigt sich auch deutlich in der europäischen Kulturgeschichte. Ab dem 15. Jahrhundert wurde um Florenz die Villenkultur nach antikem Vorbild wiederbelebt. Fernab der Stadt schufen sich die Medici und viele andere mächtige Händler und Politiker prächtige Landsitze mit gepflegten Gartenanlagen, die man heute als die Renaissancegärten bezeichnet. Ausserhalb der Stadt schuf man sich Orte, an denen man sich mit den Intellektuellen aus Literatur, Kunst und Philosophie austauschte. So treffen sich in Boccaccios Dekameron zehn Jugendliche an einem solchen Ort, um sich in der Isoliertheit vor der grassierenden Pest zu schützen, und um sich mit Erzählungen die Zeit zu vertreiben.

Auffällig ist, wie sich auch viele bedeutende Künstler des Impressionismus und der Klassischen Moderne private Landsitze und schöne Gärten anlegen liessen. Das wohl bekannteste Beispiel ist der Garten Monets in Giverny. Das Anfang dieses Jahr erschienene Buch von Jackie Bennett, Die Gärten der Künstler (Gerstenberg, 2020), zeigt über 20 Gärten, weltberühmter Künstler. Sie sind Inspirationsquelle, Freiluftatelier und geheimer Rückzugsort. Viele dieser Orte kann man heute noch als Bestandteil von Museen öffentlich besichtigen.

In unseren Auktionen vom 19. Juni und 3. Juli bieten wir einige schöne Beispiele von Ansichten solcher Gärten an:

 

Max Liebermann (1847–1935)
Blumenterrasse im Wannseegarten nach Norden. 1918.
Öl auf Karton. Verkauft für CHF 488 000.

Max Liebermann
1909 erwirbt Max Liebermann das Grundstück am Wannsee, sein liebevoll genanntes "Schloss am See" mit Villa und Gartenhaus. Die Blumenterrasse sowie der Nutzgarten vom Sommerhaus am Wannsee ist motivischer Dreh- und Angelpunkt für eine grosse Serie von Gartenbildern, die wesentlich das Spätwerk des deutschen Impressionisten prägen. Die Gartenanlage lässt Liebermann mit beratender Assistenz vieler Fachleute und in Zusammenarbeit mit Alfred Lichtwark, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, kontinuierlich ausbauen und schafft so nach eigenen Ideen sein persönliches Freiluftatelier. Ab 1914 nutzt er die neue Inspiration intensiv und die Vielfalt der Motive mit der ständig wechselnden Bepflanzung, den farbigen Blumen, dem satten Grün der Wiese und der Bäume und den diversen Sichtwinkeln ist endlos. Vom Garten entstehen rund 200 Gemälde und etliche Zeichnungen, die von allen Himmelsrichtungen aus die Pracht des Gartens zeigen. Es erstaunt nicht, dass sich Liebermann gerade in den Jahren des Ersten Weltkriegs und der Grossen Depression um 1923 gerne hierher zurückzog.

 

Henri Martin (1860–1943)
Pergola Nord-Ouest de Marquayrol en fin d'automne.
1910–20. Öl auf Leinwand.

Henri Martin
Nach 10 Jahren auf der Suche nach dem perfekten Landhaus kauft Henri Martin im Jahr 1900 im Alter von 40 Jahren das aus dem 17. Jahrhundert stammende grosse Haus Marquayrol im Dorf Labastide du Vert im Lot im Südwesten Frankreichs. Das Haus und die Region werden zu Martins Sommerurlaubsort, wo er sich zwischen Mai und November aus der Grossstadt Paris zurückzieht, um die Gelassenheit der Natur zu geniessen.

 

Pierre-Auguste Renoir (1860–1943)
Dans le jardin des Collettes à Cagnes. Um 1910.
Öl auf Leinwand. Verkauft für CHF 360 000.

Pierre-Auguste Renoir
1907 kauft Renoir das Anwesen "Les Collettes" in Cagnes am Mittelmeer in der Nähe von Nizza. Im Herbst 1908 zieht er dorthin um. Das Anwesen mit seinem malerischen Bauernhaus, seinen Oliven- und Orangenhainen und dem Ausblick auf die hügelige Landschaft bietet dem Künstler wichtige Motive für seine späten Landschaften. In diesen gelingt es Renoir, ein ähnlich silbernes Licht zu erzeugen wie es Camille Corot, den er sehr verehrt, in seinen Landschaften Frankreichs um 1850 darstellt. Das hier angebotene Gemälde ist ein besonders schönes Beispiel, stimmig abgeschlossen und daher im Gegensatz zu vielen anderen späten Landschaften handsigniert.

 

Albert Marquet (1875–1947)
Arbre en fleurs devant Alger. Um 1943.
Öl auf Leinwand.

Albert Marquet
Während des Zweiten Weltkriegs bleiben Albert und Marcelle Marquet in Algier: 1941 kaufen sie etwas ausserhalb der Stadt ein Landstück namens Djenan Sidi Saïd, welches Marcelle mit "Garten des glücklichen Herrn" übersetzt.





Kommende Auktionen
:
  4. Dezember –  Impressionismus & Klassische Moderne Kunst
  4. Dezember –  Schweizer Kunst
  5. Dezember –  PostWar & Contemporary, Grafik & Multiples

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Piraten, Pietät und Macht:
Das unglaubliche Schicksal der Werkstatt Roentgen, die es beinahe nie gegeben hätte.

Ein Missionsschiff der Herrnhuter Brüdergemeinde aus dem 18. Jh.

Abraham Roentgen reiste mit dem Schiff in Richtung Neue Welt, um sich in der englischen Kolonie North Carolina ein neues Leben aufzubauen. Man schrieb das Jahr 1737, als sich der deutschstämmige Möbelmacher entschied, das traute Heim zugunsten seiner Missionarsberufung für die Herrnhuter Brüdergemeinde hinter sich zu lassen, obwohl seine Frau noch an den Folgen einer Fehlgeburt litt und eine vielversprechende Berufskarriere als Möbelmacher für die englische Oberschicht in London lockte. Die Überfahrt nahm jedoch eine dramatische Wendung als spanische Piraten das Schiff, auf dem Abraham Roentgen unterwegs war, attackierten und es zu einem Nothalt an der irischen Küste zwangen. Roentgen kehrte gezwungenermassen zu seiner Frau zurück und ging wieder seiner gewohnten Tätigkeit als Möbelmacher in Deutschland nach.

 

Werkstatt Abraham und David Roentgen.
Fein intarsierter Mehrzwecktisch. Neuwied, um 1765/68.
Verkauft für CHF 73 000.

Abraham (1711–1791) und sein Sohn David Roentgen (1743–1807) etablierten trotz anfänglicher Widrigkeiten (oder gerade dank jenes schicksalhaften Piratenüberfalls) das erfolgreichste europäische Möbelmachergeschäft des 18. Jahrhunderts. Als sich die Herrnhuter Brüdergemeinde auf Einladung des Grafen von Neuwied 1750 in der gleichnamigen Stadt niederliess, ergriff Abraham Roentgen die Gelegenheit, um sein Geschäft ebenfalls im Umfeld seiner Glaubensgemeinschaft zu installieren, wo es ein halbes Jahrhundert lang florierte.

Zu den besonderen Privilegien, die der Graf der Bruderschaft gewährte, gehörten Ausnahmen von der Beschränkung der Zahl der Arbeiter in einer bestimmten Werkstatt sowie von der strikten Arbeitsteilung zwischen den Zünften. Diese Freiheiten ermöglichten Roentgen ein schnelles Wachstum, das nicht zuletzt auf seine hochprofessionalisierten Möbelspezialisten zurückzuführen war. Unter der Leitung des Meisterebenisten kümmerten sich die Fachleute um die Herstellung der Möbelkörper und Schnitzereien, gedrechselten Elemente und Bronzemontierungen. Roentgen behielt so die vollständige Kontrolle über die Qualität der handwerklichen Ausführung seiner Produkte.

 

Detail der Intarsien auf dem Roentgen-Tisch.

Roentgens Möbel stiessen beim deutschen Adel auf Gefallen und reges Interesse. Der Ebenist verband nicht nur modische Formen mit technischer Finesse. Vielmehr schuf er – wie im vorliegenden Beispiel – kleine Gesamtkunstwerke, die er mit feinsten Einlegearbeiten und einer ausgeklügelten Mechanik ausstattete. David trat als Jugendlicher in die Werkstatt seines Vaters ein und trug mit ihm zusammen zur weiteren Verbreitung ihres tadellosen Rufes bei.

Durch die Wirren und ökonomischen Nachwirkungen des Siebenjährigen Kriegs (1756–1763) sahen sich die Roentgens gezwungen, nach neuer Kundschaft Ausschau zu halten. Ihr Augenmerk fiel auf London, wo sie zwar keine Werkstatt etablieren konnten, jedoch teure exotische Edelhölzer für sich entdeckten.

Die kostenintensiven Einkaufstouren sowie eine von der Nachfrage unabhängige, spekulative Möbelfabrikation lösten bei ihrer Geldgeberin, der Herrnhuter Brüdergemeinde, Unbehagen aus. Dies hatte für David sogar den Ausschluss aus der religiösen Gemeinschaft und einen Finanzierungstop zur Folge.

 

Das "Neuwieder Kabinett", das teuerste Möbelstück des 18. Jahrhunderts.
© Foto: Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin. Fotograf: Stephan Klonk

Um sich aus dieser Krise zu retten, wagte David eine riskante und zugleich innovative Idee: Durch die Abhaltung einer Lotterie soll sein Luxusmöbellager aufgelöst werden. Auftrieb erhielt diese Idee durch den Umstand, dass die europäische Elite einem ausgesprochenen Hang zum Glücksspiel nachging. David veranlasste trotz der Missgunst der Herrnhuter eine Werbetour durch alle grossen deutschen Städte, um Werbung zu machen für den Verkauf seiner «Neuwieder Arbeiten», den absoluten Luxusartikeln für die Obrigkeit. Als Hauptgewinn lockte ein wunderbares Chinoiserie-Bürokabinett mit integrierter Carillon-Uhr.

Und tatsächlich fand die Lotterie statt: 1769 in Hamburg und sie wurde zu einem wahren Erfolg. Sämtliche Lotterielose konnte er verkaufen und so gelangte die Roentgen-Manufaktur abermals europaweit in aller Munde.

In den darauffolgenden 30 Jahren verkaufte David Roentgen seine Kreationen an die mächtigsten Monarchen, was einen Nachahmeffekt bei der wohlhabenden Obrigkeit und den Adligen des Hofes auslöste. Die Strategie ging vollends auf und gab Roentgen den nötigen Aufwind, um selbstbewusst Marie-Antoinette, Louis XVI. und Katharina die Grosse seine massgeschneiderten und kostenintensiven Entwürfe anzubieten, ohne dass ein Auftrag der jeweiligen Regenten eingegangen wäre.

Friedrich Wilhelm II., König von Preussen, bestellte bei Roentgen ein Bürokabinett für 12’000 Goldthaler – vermutlich das teuerste Möbelstück des 18. Jahrhunderts.

 

Porträt von David Roentgen, um 1785-90.
Roentgen-Museum, Neuwied

Unser Harlekin-Tisch, der in der Möbelauktion vom 18. Juni versteigert wird, zeugt vom Einfallsreichtum und der unverkennbaren Handwerkskunst der Roentgens. Es spiegelt eindrucksvoll den Geschmack der herrschenden Klasse in der Zeit der Aufklärung. Am Ende seiner Karriere versöhnte sich David Roentgen, dem Beispiel seines Vaters folgend, mit der Herrnhuter Brüdergemeinde. Sein diplomatisches Geschick und seine wichtigen Kontakte stellte er gelegentlich in den Dienst des Preussischen Hofes. Sein künstlerisches Erbe sollte als Vorbild für die Möbelhersteller des 19. Jahrhunderts und darüber hinaus weiterleben.






Kommende Auktionen, Möbel & Dekorative Kunst
:
24. September 2020 – Möbel & Porzellan


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Emilianische Schule, 16. Jahrhundert (Detail)

Verkauft für CHF 45 000

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Viele Gebote und gute Ergebnisse bei Kollers Online-Auktionen trotz der aktuellen Umstände

Die Coronavirus-Krise hat die Online-Bieter nicht davon abgehalten, sich mit Begeisterung an Kollers "ibid online only"-Auktionen zu beteiligen. Bei den Versteigerungen, die am 31. März und 1. April endeten, wurde ein Gesamtergebnis von weit über 100% der angegebenen Schätzungen erzielt. Da den vielen, auch internationalen Kunden keine Möglichkeit zur persönlichen Besichtigung der Auktionsobjekte geboten werden konnte, entschied sich Koller für eine Verschiebung der grossen, ebenfalls im März geplanten Saalauktionen. Die Online-Auktionen aber konnten stattfinden.

Die Ergebnisse für die zu moderaten Preisen offerierten Auktions-Objekte waren trotz der nicht durchgeführter Vorbesichtigung ausgezeichnet. Dies sogar in jenen Bereichen, in denen in den letzten Jahren eine eher zurückhaltendere Nachfrage zu verzeichnen war: Die Versteigerung von antiken Möbeln übertraf die Erwartungen ebenso wie die Auktionen für Bücher, Porzellan und Silber. Besonders erfreulich waren die Ergebnisse für Gemälde alter Meister Zwei Werke - ein Familienporträt der Emilianischen Schule und ein Apostelkopf eines Nachfolgers von Anthonis van Dyck – erzielten mit 45 000 CHF bzw. 34 000 CHF ein Vielfaches der Ausrufpreise.

Vielleicht war die momentane Krise aber auch ein Grund für die guten Verkäufe: «Ich muss Ihnen noch für die perfekte Organisation der Auktion gratulieren», schrieb ein Käufer uns nach der Versteigerung. «Sie hat meiner Frau und mir erlaubt trotz "Hausarrest" ein paar spannende Stunden zu erleben.»

Seit 2018 führt Koller regelmässig “ibid online only“-Auktionen durch, die neben den Hauptauktionen auch online eine grosse Bandbreite an attraktiven Werken bieten. Sie haben sich nicht nur bei Kollers Stammkundschaft etabliert, sondern auch bei einer neuen Generation von Sammlern. Der transparente Prozess, der einfache Zugang zu hochauflösenden Bildern und Zustandsberichten sowie die direkte Beratung durch die Spezialisten machen diese Plattform zu einem beliebten Medium, um auf eine reiche Palette von Objekten zugreifen und bieten zu können, von Kunst und Design bis hin zu Wein, Mode & Vintage.

 


 

KOLLERview erscheint viermal jährlich,

die nächste Ausgabe folgt im Juni 2020.

Klicken & Lesen

In dieser Ausgabe:

• Preziose aus Limoges
• Goldenes Mittelalter
• Weisses Gold aus Meissen
• «Design» des 18. Jahrhunderts
• Astronomische Präzision
• Von Corot bis Liebermann

 


ÜBER KOLLER AUKTIONEN

Koller ist das führende Schweizer Auktionshaus mit Repräsentanzen in München, Düsseldorf, Florenz und Beijing. Pro Jahr führt Koller über 80 Auktionen in 20 Fachbereichen durch. Das Spektrum an Sammelgebieten erstreckt sich dabei von Asiatica, Alter und Zeitgenössischer Kunst, Antiquitäten, Bücher, bis hin zu Schmuck und Armbanduhren. Regelmässig erzielt Koller Rekordpreise und kann sich eines international breit gefächerten Bieterpublikums erfreuen. Mit einem Team ausgewiesener Experten für jedes Fachgebiet vereinigt das Familienunternehmen die Vorteile eines international tätigen Auktionshauses mit Schweizer Effizienz und Verlässlichkeit.