Lot 1619 - A156 Argenterie & Porcelaine - lundi, 28. mars 2011, 14h00
LARGE TABLE SERVICE WITH RICH FLORAL DECORATION AND ROYAL BLUE EDGE, MEISSEN, SECOND HALF OF THE 19th CENTURY.Decor No. 30a alt'. Comprising: 1 large oval platter, 13 bread plates, 24 dinner plates, 1 soup tureen with lid, 2 oval platters, 2 round bowls, 1 small oval bowl, 2 lidded bowls, 12 soup plates, 23 dessert plates, 2 saucieres, 2 vegetable bowls. Underglaze blue sword marks with pommels. (88)
HÄLFTE 19. JH. Dekor-Nr. 30a alt'. Jedes Stück mit feinen Blumenbouquets und einzelnen kleinen Blumensträussen in einer königsblauen Randlinie mit Goldblättchendekor 'A-Kante'. Bestehend aus: 1 grosse ovale Platte, 13 Brotteller, 24 Speiseteller, 1 Suppenterrine mit Deckel, 2 ovale Platten, 2 runde Schüsseln, 1 kleine ovale Schüssel, 2 Deckelschüsseln, 12 Suppenteller, 23 Dessertteller, 2 Saucièren, 2 Gemüseschüsseln. Unterglasurblaue Schwertermarken mit Knäufen. (88)
Provenienz: Privatbesitz, Zürich. Das 'manieristische' Blumendesign wurde bereits am Ende des 18. Jahrhundert in Meissen entwickelt und gehörte bis 1945 zu den beliebtesten Blumendekoren überhaupt. Die sogenannten Manierblumen wollen keine naturalistische Blume darstellen, sondern sie eher stilisieren, vor allem in der Farbgebung. Die manieristische Blumendarstellung wird durch Vereinfachungen, geschwungene Linienführung, aufgelockerte Komposition der Einzelteile sowie geschickte Verteilung von Lichtern und gedeckten Flächen erreicht, sie ist also sehr dekorativ. Die Malweise wurde schon im 19. Jahrhundert geradezu perfektioniert. Grundsätzlich sind wie bei jeder Blumenmalerei Meissens alle Einzelteile eines Services nach dem gleichen Prinzip, aber mit verschiedenen Blumen dekoriert. Zwar kann eine bestimmte Blume auf mehreren Einzelteilen vorkommen, aber immer variiert, sodass keine Blume exakt auf die gleiche Weise zweimal vorkommen wird. Es sind vornehmlich die folgenden Blumen, die man bei dieser Malerei vorfinden wird: Gefüllte Rose, Heckenrose, Tulpe, Tausendschönchen, Aster, Narzisse, Nelke, Schwertlilie, Mohn, Federmohn, Anemone, Studentenblume, Kapuzinerkresse, Aurikel, Ginster, Vergissmeinnicht, Gewitterblume, Ehrenpreis, Geissblatt, Kornblume, Johanniskraut, Teufelsauge, Eisenhut, Blaustern und Milchstern. Meissen hat insgesamt etwa 300 verschiedene Dekore der manieristischen Blumenmalerei entwickelt. Bei der hier verwendeten schrägen Blumenmalerei ist das Hauptmotiv exzentrisch angeordnet, zum Beispiel von der Tellerfahne schräg nach innen gerichtet. Die Randlastigkeit der sehr gefälligen Dekore wird druch gegenüberstehende Nebenmotive aufgefangen. Das Königsblau ist legendär. Es wurde bereits als Inglasurfarbe vor 1760 von dem Chemiker Jean Hellot in der Manufaktur Sèvres für Frittenporzellan entwickelt und als 'Bleu de Roy' bezeichnet.G. Sterba, Meissener Tafelgeschirr, 1988, S.21; Abb.89.
CHF 12 000 / 18 000 | (€ 12 370 / 18 560)
Vendu pour CHF 14 400 (frais inclus)