Lot 1753 - A156 Argenterie & Porcelaine - lundi, 28. mars 2011, 14h00
PLATE FROM THE 'ANDREAS SERVICE', MEISSEN, CIRCA 1744-45.With Gotzkowsky relief decoration, designed by Johann Freidrich Eberlein circa 1741-45. The rim with royal double eagle with figure of Saint George in the Coat of Arms. On the opposite side of the rim, the cross of St. Andrew and the initials S (Sanctus) A (Andreas) P (Patronus) R (Russiae) for the highest Order of the Russian Tsar Empire. Underglaze blue sword mark, impressed number 20. Red inventory mark of the Hermitage in St. Petersburg. D 24.7 cm. Provenance: - Service of Augustus III, Elector of Saxony, King of Poland, commissioned in 1744 for Tsarina Elizabeth of Russia. - St. Petersburg, The State Hermitage, Inv. No. G.CH. 1687. - Private collection, Bern.
Passig geschweifter Rand mit Goldspitzenbordüre und Gotzkowskyreliefdekor von Johann Friedrich Eberlein um 1741-45 entworfen, bemalt mit einer Rose im Spiegel und zwei weiteren Gartenblumen nach Holzschnittvorlagen auf der Fahne, dort der kaiserliche Doppeladler mit der Figur des Heiligen Georgs im Wappenschild, auf der gegenüberliegenden Seite das Kreuz des Heiligen Andreas und den Initialen S (Sanctus) A (Andreas) P (Patronus) R (Russiae) für den höchsten Orden des russischen Zarenreichs, auf blauem Grund. Unterglasurblaue Schwertermarke, Pressnummer 20. Inventarmarke der Hermitage in St. Petersburg in Rot. D 24,7 cm.
Provenienz: - Service von August III. Kurfürst von Sachsen, König von Polen für die Zarin Elisabeth von Russland 1744 in Auftrag gegeben. - St. Petersburg, Staatliche Hermitage, Inv.Nr. G.CH. 1687. - Privatsammlung, Bern. Dieses Service war das umfangreichste diplomatische Geschenk, das je in der Meissener Manufaktur in Auftrag gegeben wurde. Der Auftrag für dieses Service sollte zunächst nichts anderes als ein Gestus sein zur Bekräftigung des sächsisch-russischen Bündnisses zwischen August III. von Sachsen und der russischen Zarin Elisabeth, das im Januar 1744 erneuert worden war. Die Zarin hatte man schon durch Geschenke seit 1728 für Porzellan begeistert. Bei der Hochzeit des russischen Thronfolgers und Neffen der Zarin, Karl Ulrich von Holstein-Gottdorf ( später Zar Peter III, reg.1761-1762) mit Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst (später Zarin Katharina die Grosse, reg.1762-1796) wurde das sächsische Geschenk dann überreicht . Der Name des Andreas Services leitet sich von dem wichtigsten Dekorelement ab, das auf allen Teilen des Speiseservices zu sehen ist, das Kreuz des Ordens des Heiligen Andreas des Erstberufenen, des von Peter I. im Jahr 1698 gestifteten höchsten Ordens des russischen Zarenreichs. Der Heilige Andreas der Erstberufene, der der Legende zufolge als Erster das Christentum im heidnischen Russland lehrte, war der Patron der russischen Zaren. Alle neugeborenen Knaben des Hauses Romanow wurden deshalb Kavaliere deses Ordens. Ausserdem trägt der Teller das Wappen des russischen Zarenreichs, der kaiserliche Doppeladler mit der Figur des Heiligen Georgs im Wappen. Dieses Motiv war eine Reproduktion eines der Glieder der Ordenskette, an der das Ordenszeichen in Gestalt des Andreaskreuzes befestigt war. Offensichtlich ist das Andreas Service in der zweiten Hälfte des 18. Jh immer bei den Paradebanketts der Kavaliere des Ordens des Heiligen Alexander Newskij eingesetzt worden, die jedes Jahr am Tag des Heiligen, dem 30. November stattfanden. Die Unruhen der Revolution haben einen Grossteil des Services in alle Winde zerstreut. Zusammen mit den Stücken, die in Russland im 19. Jh nachgefertigt wurden, befinden sich heute noch 393 Porzellanteile des Andreas-Services in der Hermitage. U.Pietsch, Meissen für die Zaren, 2004, S.66-68.
CHF 10 000 / 15 000 | (€ 10 310 / 15 460)
Vendu pour CHF 15 600 (frais inclus)