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Lot 1200* - A157 Mobilier, Porcelaine & Décoration - jeudi, 23. juin 2011, 10h00

IMPORTANT PAINTED CONSOLE "AU MASCARON DE MERCURE", Louis XVI, after designs by Paris master ebenists, Turin circa 1785. Fluted and exceptionally finely carved wood, painted white and parcel gilt. Fine "Gris St. Anne" top. 137x57x93 cm.

Louis XVI, nach Vorlagen von Pariser Meisterebenisten, Turin um 1785.
Holz kanneliert und ausserordentlich fein beschnitzt mit Maskaron, Blumen, Blättern, Palmetten, Kartuschen und Zierfries sowie weiss gefasst und teils vergoldet. Halbrunder Korpus auf gerader Zarge mit fein kannelierten Säulenbeinen "à cannelures torses". Feine "Gris St. Anne"-Platte. 137x57x93 cm.

Provenienz: Privatsammlung, Westschweiz. Hochbedeutende, sehr seltene Konsole von perfekter Qualität und Eleganz; sie offenbart den für Turin und Genua typischen Einfluss Pariser Meister des späten 18. Jahrhunderts auf das lokale Kunsthandwerk. Als mögliche Ebenisten der Vorbilder kommen G. Jacob, J.B. Boulard und vor allem J.B. Séné in Frage. Die ausserordentlich feinen Säulenbeine „à cannelures torses“ finden sich vor allem im Werk von Séné; eine Folge von 5 grossen Fauteuils „à la reine“, die er für Madame d’Harcourt in Versailles 1787 fertigte, besitzt nahezu identische Beine. Ein vergleichbarer Fauteuil ist abgebildet in: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 820. Durch den Vertrag von Utrecht wurden 1713 die Autonomie und die Staatsgrenzen des kleinen "stato" Piemont und seiner Hauptstadt Turin festgelegt. Die damit verbundene politische Stabilität und die Kontakte zu Frankreich führten zu materiellem Reichtum. Der starke künstlerische Einfluss von Pariser Mobiliar auf das lokale Kunsthandwerk wurde u.a. bei der Neueinrichtung des Palazzo Reale in Turin, der Schlösser Rivoli, Mancalieri und Venaria umgesetzt. Die piemontesischen Ebenisten - als berühmtester muss P. Piffetti (ca. 1700-1764) erwähnt werden - adaptierten die französischen Vorbilder und schufen ausserordentlich elegante Möbel und Einrichtungsgegenstände von eigenem Charakter. Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 809-820 (biogr. Angaben). D. Ledoux-Lebard, Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 577-580 (biogr. Angaben). J. Nicolay, L'art et la manière des maîtres ébénistes français au XVIIIe siècle, Paris 1976; I, S. 436 und 453 (biogr. Angaben). B.G.B. Pallot, Le mobilier du Musée du Louvre, Dijon 1993; II, S. 199-200 (biogr. Angaben). A. Disertori / A.M. Necchi-Disertori, Il mobile del settecento - Italia, Novara 1985; S. 32-44 (Angaben zu piemontesischem Mobiliar).

CHF 45 000 / 75 000 | (€ 46 390 / 77 320)

Vendu pour CHF 54 000 (frais inclus)