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Lot 1186* - A161 Mobilier, Porcelaine & Décoration - jeudi, 21. juin 2012, 14h00

PAIR OF ROYAL STOOLS,Restauration, by P.G. BRION (Pierre Gaston Brion, 1767 Paris 1855), with stamp of the "Salon Bleu" in PALAIS DES TUILERIES, TU and number 1179, Paris circa 1822. Finely carved beech, painted off-white and parcel gilt. Green/golden velour cover. 51x49.5x48.5 cm. Provenance: - Formerly in the royal collections of the Palais des Tuileries; until 1830 in "Salon Bleu", 1830 to 1833 in "Salon des Concerts". - From a French collection. Expertise by Cabinet Dillee, Guillaume Dillee/Simon Pierre Etienne, Paris 2012.

Restauration, von P.G. BRION (Pierre Gaston Brion, 1767 Paris 1855), mit Brandstempel des "Salon Bleu" im PALAIS DES TUILERIES, TU und num. 1179, Paris um 1822.
Buche fein beschnitzt mit Blättern und Zierfries sowie crèmefarben gefasst und teils vergoldet. Rechteckiger Sitz auf profilierter Zarge mit markanten Volutenstützen auf Tatzenfüssen. Grüner/goldener Veloursbezug. 51x49,5x48,5 cm.

Provenienz: - Ehemals in den königlichen Sammlungen des Palais des Tuileries; bis 1830 im "Salon Bleu", 1830 bis 1833 im "Salon des Concerts". - Aus französischem Besitz. Expertisiert durch das Cabinet Dillée, Guillaume Dillée / Simon Pierre Etienne, Paris 2012. Das hier angebotene Paar Hocker wurde als "commande du Garde Meuble" vom 27. März 1822 mit 12 Banquetten und 34 weiteren Hockern gefertigt. Diese Sitzmöbel ersetzten die "sièges d'attente des sog. "Salon Bleu" im "Grand Appartement du Roi". Ursprünglich waren die Bezüge von der Manufacture de Beauvais mit Allegorien der Jahreszeiten versehen. Das "Grand Apartement du Roi" im Palais des Tuileries unter Louis XVIII (Versailles 1755-1824 Paris) war zwischen dem Pavillon und dem Pavillon "Flore" gegenüber der Seine situiert. Es bestand aus der "Salle des Maréchaux", dem "Salon Bleu", wo die hier angebotenen Hocker platziert waren, dem "Salon de la Paix", der "Salle du Trône", dem "Grand Cabinet du Roi" und der "Grande Galerie de Diane". Die Wandtäferung und die Deckendekoration waren seit der Epoche von Louis XIV in den Jahren 1664 bis 1671 die gleiche geblieben, bis sie Opfer eines Brandes im Jahre 1871 wurden. Der "Salon Bleu" war dekoriert mit Grisaille-Malereien und Deckenmalereien von N. Loyr (1624-1679) und J. Cotelle (1607-1676) mit Darstellungen von "La Renommé" und "La Libéralité". Seit der Proklamation des Premier Empire am 18. Mai 1804 bis zum Sturz von Napoléon III im Jahre 1870 wurden die Möbel des Grand Apartement minutiös inventarisiert. Die hier angebotenen Hocker sind im Inventar von 1833 erwähnt und blieben bis in die frühen 1830er Jahren vor Ort. Unter König Louis Philippe (Paris 1773-1850 Claremont), der einen "style bourgeois" pflegte und aus Kostengründen die Ausgaben des Hofes zu limitieren versuchte, wurden die Möbel von P. Brion in den Garde Meuble gebracht und mit weniger prunkvollen Möbeln ersetzt. Dies erwies sich als Glücksfall, wurden die besagten Hocker nicht Opfer des oben erwähnten Brandes im Jahre 1871. P.G. Brion war einer der bedeutendsten Bildschnitzer-Tischler seiner Zeit. Das Inventar, das anlässlich seiner Scheidung 1801 gemacht wurde, beweist die Bedeutung und den Erfolg der Werkstatt, zudem besass Brion ein nicht unbeträchtliches Vermögen. Er verstand es, die Gunst der wechselnden Regierungen zu behalten und jeweils ein wichtiger Möbel-Lieferant bedeutender Persönlichkeiten zu bleiben. Eines der prächtigsten Werke von P.G. Brion ist wohl das imposante, äusserst prunkvolle Himmelbett von Charles X. Es steht heute im Musée du Louvre. Lit.: D. Ledoux-Lebard, Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 101ff. (biogr. Angaben). S. Cordier, Pierre Gaston Brion, meunusier et sculpteur sur bois, in: L'Estampille/L'Objet d'Art 403 (2005); S. 46 (Abb. 8). Ibid., Pierre Gaston Brion (1767-1855), meunusier et sculpteur à Paris de la Révolution à la Monarchie du Juillet, Dissertation, Paris/Sorbonne 2003; S. 77. C. Samoyault-Verlet, Les Appartements des souverains en France en XIXe siècle, in: Pariser Historische Studien 21 (1985); S. 121-135.

CHF 60 000 / 100 000 | (€ 61 860 / 103 090)

Vendu pour CHF 72 000 (frais inclus)