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Lot 1225 - A141 Mobilier, Porcelaine & Décoration - jeudi, 21. juin 2007, 10h00

MUSICAL AUTOMATON CLOCK "LA MUSE ET LES AMOURS". Directoire, the dial signed A PARIS, Paris ca. 1795. "Carrara" marble and gilt bronze. The frontal medallion dissimulates two songbirds. Gilt brass movement with half-hour striking, each hour plays one of eight melodies. 41x25x56 cm. Provenance: from a Paris collection. Very good condition

Directoire, das Zifferblatt bez. A PARIS, Paris um 1795.
Carrara-Marmor sowie matt- und glanzvergoldete Bronze. Rechteckiges Uhrgehäuse mit Amorenaufsatz, flankiert von 1 Muse, auf Bastionssockel mit gequetschten Kugelfüssen. Bastionsförmiges Automatengehäuse mit vorstehendem, perlstabbeschmücktem Kranz auf durchbrochener Wandung mit kannelierten Pilastern und vorstehendem Sockel auf gequetschten Kugelfüssen. Front mit ovalem Medaillon, darin 2 Singvögel. Emailzifferblatt mit arabischen Minuten- und römischen Stundenzahlen. Vergoldetes Messingwerk mit 1/2-Stundenschlag auf Glocke, beim Stundenschlag den Musikautomaten mit 8 Melodien auslösend. Ausserordentlich feine, matt- und glanzvergoldete Bronzebeschläge und -applikationen. 41x25x56 cm.

Provenienz: Aus einer Pariser Sammlung. Sehr guter Erhaltungszustand. Die hier angebotene Pendule mit Musikautomat muss als sehr selten bezeichnet werden, da sie in ihrer "künstlerischen Integrität", d.h. mit ihrem originalen Sockel erhalten blieb. Die ausserordentlich lieblichen Figuren - eine junge Frau und fein gestaltete Amoren - finden sich auch an Pendulen, die nach Entwürfen von F. Vion (François Vion, 1764 Paris ca. 1800) gefertigt wurden. Vions diverse Adaptionen dieses Sujets waren vor allem in den 1770er Jahren ausserordentlich beliebt. Unsere Pendule muss in die Epoche des Directoire datiert werden; aus dieser Zeit, d.h. den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts, stammen mehrere modellogleiche Uhren, signiert von Rouviere oder Cachat und ohne Musikautomat. Ikonographische Merkmale erlauben eine Datierung in die Jahre um 1795. Der Korpus weist mit seinem stark architektonischen Aufbau auf Werke aus der Louis-XVI-Epoche hin. Eine in der Grundstruktur sehr ähnliche, jedoch prunkvollere Musikdose, ein sog. "coffre à musique d'apparat" von G. Beneman mit Musikwerk von P. Davrainville, wurde in unserer März-Auktion 2000 (Katalognr. 1657) verkauft. Beide weisen eine im Aufbau identische Grundstruktur auf: feine, kannelierte Säulen und Bronzebeschläge von perfekter Qualität. Lit.: H. Ottomeyer / P. Pröschel, Vergoldete Bronzen - Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus, München 1986; I, S. 246f. (mit Abb. diverser Pendulen mit analogen Sujets). J.D. Augarde, Les ouvriers du temps, Genf 1996; S. 104ff. H.L. Tardy, La pendule française des origines à nos jours, Paris 1961-64; II, S. 300 (Abb. einer in der Grundstruktur analogen Musikdose mit Pendule). E. Niehüser, Die französische Bronzeuhr, München 1997; S. 212 (Abb. einer modellogleichen Pendule).

CHF 20 000 / 30 000 | (€ 20 620 / 30 930)

Vendu pour CHF 33 600 (frais inclus)