Lot 1239* - A136 Mobilier, Porcelaine & Décoration - mercredi, 22. mars 2006, 10h00
PAIR OF FAUTEUILS "EN CABRIOLET", Louis XVI, signed G. JACOB (Georges Jacob, master 1765), Paris circa 1770/75. Fluted, shaped and richly carved beech, also painted white and parcel-gilt, upholstered with white geometric patterned silk covers and cushion. Restored. 64x45x46x94 cm.
Louis XVI, sign. G. IACOB (Georges Jacob, Meister 1765), Paris um 1770/75.
Buche kanneliert, moulüriert und ausserordentlich reich beschnitzt mit Blumen, Blättern, Kartuschen und Zierfries sowie weiss gefasst und teils vergoldet. Hufförmiger Sitz auf wellig ausgeschnittener Zarge mit kannelierten Säulenbeinen. Leicht eingezogene Medaillonrückenlehne mit gepolsterten Armlehnen auf markant geschweiften -stützen. Weisser Seidenbezug mit geometrischem Muster. Sitzkissen. Fassung restauriert. 64x45x46x94 cm.
Provenienz: Aus einer deutschen Sammlung. G. Jacob ist der Begründer der wohl bedeutendsten Dynastie von Sitzmöbelherstellern des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Im Alter von 16 Jahren ging er nach Paris, wo er bei J.B. Lerouge einen "apprentissage" als "menuisier" absolvierte. Während dieser Lehrzeit knüpfte er Kontakt zu L. Delanois, G. Boucault und P. Forget. Nach der Gründung seiner eigenen Werkstatt in der Rue Meslée gelang G. Jacob der grosse Durchbruch; er belieferte den gesamten Hochadel der französischen Metropole. Ab 1777 fertigte er mit J.B. Sené, teils in Zusammenarbeit, teils in erbitterter Konkurrenz, Mobiliar für die Schlösser von Versailles, Petit Trianon, Fontainebleau, Saint-Cloud, Rambouillet usw. Nach erheblichen finanziellen Schwierigkeiten während der Revolution - viele von G. Jacobs Kunden waren verurteilt worden oder im Exil - gelang es ihm, vor allem mit Hilfe seines Freundes J.L. David, bedeutende Aufträge der neuen Regierungsmitglieder zu erhalten. 1803, nachdem er sich für 7 Jahre aus dem Geschäft zurückgezogen und die Werkstatt seinen beiden Söhnen überschrieben hatte, nahm G. Jacob zusammen mit F.H.G. Jacob-Desmalter die Leitung des Unternehmens wieder in die eigene Hand. Diese Zusammenarbeit und die Position als privilegierter Lieferant Napoleons und dessen Entourage ermöglichte ihm einen Ausbau der Werkstatt zu einer "entreprise" mit über 350 Angestellten. Allerdings geriet das Unternehmen wenige Jahre später durch die Krise des Empire und die finanziellen Schwierigkeiten der Staatskasse und der Oberschicht in erhebliche Probleme; ab 1813 führte F.H.G. Jacob-Desmalter das Geschäft in Eigenregie weiter. Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 409-434 (biogr. Angaben). D. Ledoux-Lebard, Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 267 (biogr. Angaben). J. Nicolay, L'art et la manière des maîtres ébénistes français au XVIIIe siècle, Paris 1976; I, S. 193-196 und 213 (biogr. Angaben). B.G.B. Pallot, Le mobilier du Musée du Louvre, Dijon 1993; II, S. 194-196 (biogr. Angaben). C. Payne, 19th Century European Furniture, Suffolk 1981; S. 37 (biogr. Angaben).
CHF 14 000 / 18 000 | (€ 14 430 / 18 560)
Vendu pour CHF 21 600 (frais inclus)