Lot 1269 - A140 Mobilier, Porcelaine & Décoration - jeudi, 22. mars 2007, 10h00
SECRÉTAIRE A ABATTANT WITH LACQUER PANELS,Louis XVI, attributed to M. HORRIX (Matthijs Horrix, 1735-1809), Holland circa 1790/1800. Tulipwood, rosewood and local fruitwoods in veneer, inlaid with reserves, frieze and fine lacquer panels in "goût chinois" with polychrome figural scenes, flowers and leaves on black ground. The leather-lined fall front set between drawer and a compartment with double door. With fitted interior. Brass mounts and sabots. 87x43x(open 100)x151 cm. Provenance: Château de Vincy, West Switzerland.
Louis XVI, M. HORRIX (Matthijs Horrix, 1735-1809) zuzuschreiben, Holland um 1790/1800.
Rosenholz, Palisander und heimische Früchtehölzer gefriest sowie eingelegt mit Reserven, Zierfries und feinen Lackpanneaux im "goût chinois"; auf schwarzem Fond polychrome Figurenstaffage, Blumen und Blätter. Prismierter Korpus mit leicht vorstehendem, randgefasstem Blatt auf gerader Zarge mit sich nach unten verjüngenden Vierkantbeinen. Front mit abklapbarer, mit grünem, goldgepresstem Leder bezogener Schreibplatte zwischen Kopfschublade und Fach mit Doppeltüre. Inneneinteilung mit grossem Zentralfach, flankiert von je 3 übereinander liegenden Schubladen unter 3 grossen Fächern. Messingbeschläge und -sabots. 87x43x(offen 100)x151 cm.
Provenienz: Château de Vincy, Westschweiz. M. Horrix stammte ursprünglich aus Deutschland und liess sich in den 1760er Jahren als "maître ébéniste" in Den Haag nieder, nachdem er seine Ausbildung in verschiedenen Städten Europas abgeschlossen hatte. Die französischen Kommoden "à fleurs" waren damals sehr beliebt; Horrix folgte dem Geschmack der Zeit, entwickelte allerdings eine eigene Formen- und Dekorationssprache und spezialisierte sich in den Folgejahren auf die Herstellung ausserordentlich feiner Marketerien "à la mode de Paris". 1767 lieferte er anlässlich der Vermählung von Prinz Willhelm V und Prinzessin Wilhelmine, Nichte von Friedrich dem Grossen, diverse Prunkmöbel "au goût français". Die Prinzessin wurde daraufhin seine wichtigste Auftraggeberin. Horrix fertigte relativ einfach geformte Möbel mit reicher Marketerie für den lokalen und später europäischen Hochadel; in kurzer Zeit wurde seine Werkstatt mit über 200 Angestellten zu einer der bedeutendsten Produktionsstätte in den Niederlanden. Nachdem M. Horrix seinen eigenen Stil gefunden hatte, schuf er immer weitere Innovationen, wie z.B. eine Kommode für Prinzessin Wilhelmine, bei der er niederländische mit chinesischer Marketerie kombinierte. Durch den Ausbruch der Französischen Revolution und die Flucht vieler Adliger verlor Horrix in den Jahren um 1800 sehr bedeutende Kunden - sein Neffe Pieter-Paulus (1747-1840) führte das Atelier in kleinerem, aber durchaus erfolgreichem Rahmen weiter. M. Horrix signierte seine Möbel nie; die Zuschreibungen sind auf stilistische Merkmale und die herausragende Marketerie gestützt. Einige seiner Werke sind heute Bestand der Sammlungen des Victoria & Albert Museum in London oder des Rijksmuseums in Amsterdam.
CHF 8 000 / 14 000 | (€ 8 250 / 14 430)
Vendu pour CHF 24 000 (frais inclus)