Lot 1256* - A162 Mobilier, Porcelaine & Décoration - jeudi, 20. septembre 2012, 10h00
ROUND SALON TABLE "AUX TETES DE LIONS",Empire, attributed to B. MOLITOR (Bernard Molitor, maitre 1787), Paris circa 1810. Mahogany veneer. "Carrara" top edged in pierced brass rail, undertier with corresponding marble, on casters. Fine, matte and polished gilt bronze mounts and applications. D 82 cm. H 76 cm.
Empire, B. MOLITOR (Bernard Molitor, Meister 1787) zuzuschreiben, Paris um 1810.
Mahagoni gefriest. In durchbrochener Messinggalerie gefasste "Carrara"-Platte auf gerader Zarge mit geschweiften, durch Zwischentablar mit entsprechendem Marmor verbundenen Beinen mit Tatzenfüssen auf Rollen. Feine, matt- und glanzvergoldete Bronzebeschläge und -applikationen. Unteres Tablar mit Rissen. D 82 cm. H 76 cm.
Provenienz: Privatbesitz, Schweden. Ein in der Formgebung und Grundstruktur sehr ähnlicher Salontisch ist abgebildet in: I. Leben, Molitor, Saint-Rémy-en-L'Eau 1992; S. 127 (Abb. 103). B. Molitor war einer der talentiertesten Ebenisten des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Er kam aus einfachen Verhältnissen in Luxemburg und liess sich in den 1770er Jahren in Paris nieder, wo er wahrscheinlich in den Werkstätten von J.H. Riesener tätig war, dessen Einfluss im frühen Werk von B. Molitor ersichtlich ist. Nachdem man ihm die Meisterwürde verliehen hatte, erhielt er verschiedene Aufträge zur Herstellung von Möbeln für den französischen Hof. Man denke an das Parkett, das er für das Boudoir der Königin Marie-Antoinette im Schloss Fontainebleau lieferte, an die herausragenden, reich mit Kupferrosetten eingelegten Flügeltüren und an die zahlreichen Möbel, die er für das Schloss Saint-Cloud fertigte. Die beeindruckende Qualität seiner Werke und die ständige Suche nach neuen, innovativen Formen sorgten für einen grossen Erfolg seines Ateliers. Während der Zeit des Ancien Régime, der Französischen Revolution, des Directoire, Empire und Restauration gehörte die jeweils führende Schicht zu Molitors Kundschaft. Gemeinsam mit G. Jacob (Georges Jacob, 1739-1814) gilt er als "Vorbereiter einer neuen Möbelgeneration". Bereits ab 1790 versah er seine Arbeiten mit den typisch empirischen Bronzeapplikationen, deren Charme "très XVIIIe siècle" er sehr gekonnt hervorhob. Diese Möbel wurden von seiner Privatkundschaft, den Familien Polignac, Carman und Vaudemont, vom Marquis de La Fayette, Herzog de Fitz-James, Baron de Stael-Holstein (Botschafter von Schweden) und vom Umkreis der Königin Marie-Antoinette gerühmt. Im Gegensatz zu den meisten seiner Berufskollegen starb B. Molitor 1833 als sehr wohlhabender Mann. Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 579-582 (biogr. Angaben). U. Leben, Molitor, Saint-Rémy-en-L'Eau 1992. D. Ledoux-Lebard, Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 487-492 (biogr. Angaben). J. Nicolay, L'art et la manière des maîtres ébénistes français au XVIIIe siècle, Paris 1976; I, S. 316, 333 (biogr. Angaben).
CHF 10 000 / 15 000 | (€ 10 310 / 15 460)
Vendu pour CHF 12 000 (frais inclus)