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Lot 1352 - A159 Mobilier, Porcelaine & Décoration - jeudi, 08. décembre 2011, 14h00

BASKET BOWL "AUX BACCHANTES",Restauration, stamped THOMIRE A PARIS (Pierre Philippe Thomire, 1751-1843), Paris circa 1820/30. Matte and polished gilt bronze. Exceptionally fine, gilt bronze mounts and applications. H 60 cm. Provenance: - Collection P., Kirchheim. - Galerie Koller Zurich auction on 2.11.1995 (Lot No. 4043). - Private collection, Switzerland.

Restauration, sign. THOMIRE A PARIS (Pierre Philippe Thomire, 1751-1843), Paris um 1820/30.
Matt- und glanzvergoldete Bronze. 2 tanzende Bacchantinnen in kurzen Gewändern, mit der linken Hand einen durchbrochenen, mit Traubenranken verzierten Korb hochhaltend, in der rechten ein Thyrsosstab tragend, auf gestuftem Zylindersockel mit Girlanden tragenden Putti, Palmetten- und Athemiondekor. Ausserordentlich feine, vergoldete Bronzebeschläge und -applikationen. H 60 cm.

Provenienz: - Sammlung P., Kirchheim. - Auktion Galerie Koller Zürich, 2.11.1995 (Katalognr. 4043). - Privatsammlung, Schweiz Eine sehr ähnliche Korbschale, ebenfalls sign. THOMIRE A PARIS, befindet sich im Victoria & Albert Museum in London. Die ausserordentlich feine Ziselierung der Blüten- und Früchtegehänge dokumentiert die bis ins Spätwerk charakteristische, dem 18. Jahrhundert verpflichtete Ikonographie der Thomire'schen Produktion. Von seinem Vater Luc-Philippe (gest. 1783) erhielt P.P. Thomire 1772 den Titel "Maître fondeur-ciseleur", vier Jahre später fügte er "doreur" hinzu. 1783 wurde er Nachfolger von C. Duplessis als "ciseleur et doreur" der Manufacture de Sèvres. Zudem soll er, nach einer Bildhauer-Ausbildung in der Akademie St. Luc, die Ateliers von A. Pajou und J.A. Houdon besucht haben. Mit Houdon arbeitete er mehrmals zusammen, so beispielsweise für die Büste "Grandeur Nature" für Prinz Henri von Preussen (1789). Nach R.G. Dardel schuf er die "Grand Condé à la bataille de Fribourg" (1785), zudem übernahm er Figuren von J.B. Pigalle und L.S. Boizot in Bronze. Während der gleichen Zeit schuf P.P Thomire eigene Modelle und Skulpturen, wie zum Beispiel die "Deux amours se disputant un coeur" für die Ausstellung im "Salon de la Correspondance" 1781, zwei Portraits von Voltaire und ein weiteres von J.J. Rousseau. Seltener sind seine Figuren in Marmor, wie das Selbstportrait für die Ausstellung im Salon 1810. Seine Zusammenarbeit mit L.S. Boizot, Leiter der Bildhauer in der Manufacture de Sèvres, war, wie die zahlreichen Modelle beweisen, sehr fruchtbar und hielt bis zu Boizots Tod an. Die Kontakte zu N. Delaistre, J.J. Foucou, P.P. Prud'hon und P.L. Roland und die entstandenen gemeinsamen Projekte brachten Thomire bereits in den 1780er Jahren den Ruf als bester "fondeur-ciseleur" von Paris ein. Diese Erfolge wurden während der letzten Jahre des ausgehenden 18. Jahrhunderts durch Auftragsarbeiten für das Ausland - vor allem für die Königs- und Adelshäuser in Spanien und Russland - so markant verstärkt, dass er die grosse Nachfrage nach Luxusobjekten 1807 nur mit über 200 Angestellten zu bewältigen vermochte. Seit 1804, als er Objekte aus dem Geschäft von M.E. Lignereux, dem er früher Bronzen geliefert hatte, aufkaufte, gelangen ihm die wohl phantasievollsten Werke. Bereits im Directoire erhielt er anlässlich der Ausstellung der "Produits industriels" die Goldmedaille, eine Ehrung, die Thomire und seiner Firma bis zu seinem Tod in jeder Ausstellung zuteil wurde. 1834 erhielt er von König Louis-Philippe die Mitgliedschaft der "Légion d'Honneur". Seine Werke, bestechend durch Phantasie, Formensprache, Bronzenarbeit und Vergoldung machen P.P. Thomire zu einer Ausnahmefigur von höchster Güte. Für das Unternehmen Thomire waren die Jahre nach 1820 von der Übernahme der Firma durch P.P. Thomires Schwiegersöhne und Enkel und von grossen finanziellen Schwierigkeiten geprägt. P.P. Thomire zog sich nach 1823 langsam zurück, blieb aber als "künstlerischer Mentor" die bedeutendste kreative Kraft. Lit.: H. Ottomeyer / P. Pröschel, Vergoldete Bronzen - Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus, München 1986; S. I, S. 387 (Abb. 5.16.12, die Schale aus dem Londoner Museum). J. Niclausse, Thomire, Fondeur-Ciseleur-sa vie, son oeuvre, Paris 1947 (biogr. Angaben zu P.P. Thomire).

CHF 12 000 / 18 000 | (€ 12 370 / 18 560)

Vendu pour CHF 12 000 (frais inclus)